Die Tochter des Arztes

Roman

(1)
TaschenbuchNEU
9,99 [D] inkl. MwSt.
10,30 [A] | CHF 14,50 * (* empf. VK-Preis)

Bestellen Sie mit einem Klick:

Oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler

Eine rätselhafte Botschaft, eine unerfüllte Liebe und ein Geheimnis, das die Macht hat, alles zu verändern …

1956: Es ist Ellen Crosbys erster Tag als Krankenschwester in Ambergate, einem Sanatorium in Manchester. Dort trifft sie auf eine geheimnisvolle junge Frau, die gerade von ihrem Vater eingewiesen wird, obwohl sie allem Anschein nach kerngesund ist. Noch weiß Ellen nicht, dass sie bald eine Entscheidung treffen wird, die ihrer beider Leben für immer verändert …
2006: Ambergate, mittlerweile nur noch ein altes, verfallenes Gebäude, zieht die Mittdreißigerin Sarah magisch an. Ihr Vater, ein in die Jahre gekommener Arzt, hat dort einst viel Lebenszeit verbracht. Auf dem Dachboden findet sie einen alten Koffer mit einer rätselhaften Botschaft darin. Sarahs Nachforschungen enthüllen eine Geschichte voller Leidenschaft und ungesühntem Unrecht ...


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Leena Flegler
Originaltitel: The Key
Originalverlag: Headline Review, London 2018
Taschenbuch, Broschur, 448 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-7341-0774-0
Erschienen am  16. Dezember 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Buchtipps für deine Ferien
pin
Nimm dieses Buch mit in den Urlaub!
Dieses Buch spielt in: Manchester, Großbritannien

Leserstimmen

Der Mantel des Schweigens…

Von: Marlen Blume

13.01.2020

… wird so oft um Dinge gehüllt, die zwiespältige oder negative Meinungen hervorrufen. So ist es auch bei den Behandlungsmethoden und dem Klinikalltag in der psychiatrischen Anstalt Ambergate in England in den 1950er Jahren. Die Schwesternschülerin Ellen Crosby hat es anfangs nicht leicht an ihrem neuen Arbeitsplatz. Die Patientinnen scheinen unberechenbar, die ihr überstellten Schwestern und Ärzte gefühlskalt. Dass man den Alltag in einer solchen Klinik oft nur meistern kann, wenn man abstumpft, hat Ellen noch nicht gelernt. Sie ist noch besessen von dem Eifer, ihren Patientinnen zu helfen, ihnen zur Seite zu stehen und einen Alltag zu biegen, der möglichst nah an „normal“ ist. Doch was ist überhaupt normal und wo beginnen Auffälligkeiten? Dass dies gar nicht so einfach zu erkennen ist, merkt Ellen, als Amy eingewiesen wird – eine junge Frau in ihrem Alter, die auf den ersten Blick gesund wirkt und ein ausgeprägtes Ego hat. Nur langsam kommt Ellen der Geschichte auf die Spur, die Amy nach Ambergate gebracht hat: sie soll versucht haben, sich und das Neugeborene ihrer Stiefmutter umzubringen. Für die Gründe scheint sich zunächst kaum jemand zu interessieren – Amy wird traktiert mit zum Teil grausamen Methoden zur „Heilung“. Dann erkennt auch der Arzt Dr. Lambourn, dass Amy eine ganz besondere Patientin ist und geht mit ihr Schritte, die den bisher anerkannten Heilmethoden widersprechen. Er setzt damit eine Kettenreaktion in Gang, die erst 50 Jahre später ihre Auflösung finden wird. Mich hat Amy als Charakter fasziniert, denn ich war mir bei ihr bis zum Schluss nicht wirklich sicher, wie ich sie einordnen soll – ist sie einfach nur eine traumatisierte junge Frau, deren Erlebnisse mit entsprechender Behandlung und ggf. Medikation gut aufzuarbeiten sind? Oder steckt mehr dahinter und sie ist tatsächlich psychisch krank? Die Grenzen verwischen und die Autorin beantwortet diese Frage im Buch – bewusst oder unbewusst – nicht. Was das angeht, machte es auf mich den Eindruck, als wolle sie an der einen Stelle mal den Eindruck erwecken, Amy sei tatsächlich sehr krank und nicht berechenbar, an anderer Stelle klingt es eher so, als sei sie „nur“ ein Opfer der Umstände. Hier wäre es für mich als Leser schöner gewesen, einen „roten Faden“ zu haben – aber vielleicht war das auch bewusst nicht gewollt. Insofern dann ein sehr cleverer Schachzug der Autorin, denn das zeigt, wie schwer es ist, psychische Krankheiten zu diagnostizieren und zu behandeln. Dennoch war es kein Buch, was mich runtergezogen hat – der Fokus liegt ganz klar auf dem Familiengeheimnis rund um Amy, das im Laufe der Geschichte aufgedeckt wird, und bei dem sowohl Schwester Ellen als auch die junge Historikerin Sarah im Jahr 2006 eine Rolle spielen. Insoweit ist es doch irgendwie ein klassischer historischer Familienroman. Nur das Thema ist eben doch irgendwie besonders. Einen Minuspunkt muss ich jedoch für den Titel vergeben. Er ist aus meiner Sicht vom Verlag nicht glücklich gewählt, da sich erst im letzten Drittel des Buches, wenn die Zusammen-hänge langsam offenbar werden, erschließt wieso das Buch „Die Tochter des Arztes“ heißt. Da hätte man vielleicht etwas wählen können wie „Das Haus der verlorenen Seelen“ oder so ähnlich – das hätte keinen direkten Bezug zur Entwicklung der Handlung gehabt und doch neugierig gemacht. Wer geheimnisvolle Familienromane alà Katherine Webb oder Kate Morton mit einem Hauch Düsternis liebt, der trifft mit diesem Buch eine gute Wahl und wird sicher beim Lesen seine Freude haben.

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Kathryn Hughes wurde in Altrincham, in der Nähe von Manchester, geboren. Neben dem Schreiben ist Reisen ihre große Leidenschaft. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern zieht es sie immer wieder in die Ferne an ungewöhnliche Orte. Ungewöhnlich sind auch die Schauplätze ihrer Romane, die Leserinnen auf der ganzen Welt begeistern. »Der geheime Schlüssel« ist ihr erster Roman im Blanvalet Verlag. Kathryn Hughes lebt und arbeitet in Manchester.

Zur AUTORENSEITE

Links