Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle

Kriminalroman

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Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
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Tag für Tag wird sich Evelyn Hardcastles mysteriöser Tod wiederholen – so lange, bis der Mörder endlich gefasst ist.

Familie Hardcastle lädt zu einem Ball auf ihr Anwesen Blackheath. Alle Gäste amüsieren sich, bis ein fataler Pistolenschuss die ausgelassene Feier beendet. Evelyn Hardcastle, die Tochter des Hauses, wird tot aufgefunden. Unter den Gästen befindet sich auch Aiden Bishop. Ihn hat am selben Tag eine seltsame Nachricht erreicht: »Heute Abend wird jemand ermordet werden. Bereinigen Sie dieses Unrecht, und ich zeige Ihnen den Weg hinaus.« Tatsächlich wird Evelyn nicht nur ein Mal sterben. Bis der Mörder entlarvt ist, wiederholt sich der dramatische Tag in Endlosschleife. Doch damit nicht genug: Immer, wenn ein neuer Tag anbricht, erwacht Aiden im Körper eines anderen Gastes und muss das Geflecht aus Feind und Freund neu entwirren. Jemand will ihn mit allen Mitteln davon abhalten, Blackheath jemals wieder zu verlassen.


ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Aus dem Englischen von Dorothee Merkel
Originaltitel: The Seven Deaths of Evelyn Hardcastle
Originalverlag: Tropen
Taschenbuch, Klappenbroschur, ca. 605 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-44115-6
Erscheint am 08. März 2021

Leserstimmen

Die sieben Tode der Spannung

Von: Ein Herz für Leseratten

26.08.2020

Ich habe mich auf diesen Titel wirklich unheimlich gefreut. Das hatte mehrere Gründe: 1. Das Cover. Ja, ich gehöre zu den "Cover-Opfern" und stehe dazu. Dieses hier ist wahrlich ein Träumchen. Die freistehende Treppe eines Herrenhauses, das Schachmuster des Bodens, die Schachfigur. (Endlich hat ein Cover mal wieder einen tollen Bezug zur Geschichte!) 2. Die Thematik. "Und täglich grüßt das Murmeltier" im Krimi-Gewand. Das ist ein Fest für Liebhaber beider Genre wie mich. Ich war ganz aus dem Häuschen über den Klappentext. 3. Stuart Turton - ein britischer Autor. Ich mag einfach wie die Briten schreiben! Ich habe mir also ein tolles Leseerlebnis ausgemalt. Es begann auch wirklich gut: Das Buch ist so schön gestaltet! Im Umschlag findet man eine Karte vom Anwesen der Hardcastles. Hier findet man eine Übersicht des Grundstücks inklusive der Stallungen, des Waldes, des Pförtnerhauses sowie eines Lageplans der Gästezimmer und weiterer Räumlichkeiten von Blackheath. Ich muss zugeben (auch wenn der Plan nicht zu 100 Prozent stimmte), dass ich solche Extras sehr schätze. Zu Beginn des Buchs findet sich dann eine Einladung zum Maskenball. In dieser Einladung sind die wichtigsten Personen inklusive ihrer Funktionen aufgelistet. Diese Seite war eine enorme Hilfestellung für das überaus komplexe Geschehen, das sich auf Blackheath ereignete. Und da kommen wir schon zum ersten großen Problem. Der Einstieg ins Buch fiel mir unheimlich schwer. Nicht, dass ich selbst noch damit beschäftigt war mit all den Namen und Beziehungen der Figuren untereinander zurecht zu kommen, nein - der Ich-Erzähler litt selbst unter Gedächtnisverlust und hatte keine Ahnung, wer all die Personen sind. Dieser Umstand erschwerte es mir sehr im Buch "anzukommen". Eines der nächsten Probleme lag darin, dass der im Klappentext und Titel angekündigte "erste" Tod der Evelyn Hardcastle weit über 100 Seiten lang auf sich warten ließ. Ich weiß nicht, wie andere Leser das sehen, aber mich stört sowas einfach! Auch bei einem Schmöker mit mehr als 600 Seiten möchte ich nicht, dass ich so lang auf die angekündigte Handlung warten muss. Das war leider frustrierend. Erst ab Tag 4 fand ich es richtig spannend, wurde aber aufgrund von Logikproblemen (die keine Logikfehler, sondern eher Verständnisprobleme meinerseits waren) in meiner Neugier wieder ausgebremst. Was mich trotz dieser Anfangsprobleme bei der Stange hielt, war die tolle Sprache, die sich der Autor bediente. Teils altertümlich anmutend, mal ein wenig holprig, dann vornehm britisch, manchmal sogar poetisch... das gefiel mir richtig gut! Der Mann kann mit Wörtern spielen - alle Achtung! Leider kann mich auch ein toller Schreibstil nicht 600 Seiten lang fesseln. Da braucht es schon etwas Spannung und hier liegt das Hauptproblem. Stuart Turton ist detailverliebt. Das ist auch gar nicht so tragisch. Er ergießt sich nicht stundenlang in Landschaftsbeschreibungen oder wiederholt ununterbrochen die Fakten (obwohl es aufgrund des Plots natürlich zu Doppelungen kommt). Turton schafft durch seine Sprache und die gewählte Detailtiefe eine ganz besondere Atmosphäre auf dem Anwesen Blackheath. Diese bedrückende, dunkle, teils unheimliche Stimmung wusste ich auch durchaus zu schätzen, leider hat sie aber das Tempo gedrosselt. Je weiter das Buch voranschritt, umso mehr Tempo hätte ich mir gewünscht. Der Autor blieb aber seiner Detailtiefe treu. In meinen Augen hat dadurch die Spannung des Buchs leider verloren. Ein weiteres Problem des Buchs ist dieser tolle Plot. Ihr denkt sicher, nun ist sie vollkommen durchgeknallt. Wie kann denn ein gelungener Plot ein Problem sein? Tja, ich finde, das Buch ist leider bis in die Haarspitzen konstruiert und bremst sich damit selber aus. Ich schreibe mir sehr gern während des Lesens kleine Spickzettel für die Rezension, damit ich mich auch später an die Handlung und mein Gefühlsleben beim Lesen erinnere. Der Spickzettel hier war dermaßen vollgekritzelt, durchgestrichen, mit Querverweisen und Pfeilen versehen, dass ich schon bei der Hälfte des Buchs nicht mehr durchblickte und ihn weggeschmissen habe. "Die sieben Tode der Evely Hardcastle" ist einfach ein sehr, sehr komplizierter Roman. In 100 Jahren wäre ich niemals auf die Auflösung gekommen. Was natürlich auch nichts Schlechtes ist, aber ich fühlte mich vom Autor um die Möglichkeit betrogen das Rätsel selber lösen zu können. Neben der Sprache hielten mich außerdem die Figuren bei der Stange. Durch die detailierten Darstellungen erfuhren auch die Figuren eine unheimliche Tiefe. Es war sehr interessant zu beobachten, wie Aiden Bishop jeden seiner "Wirte" beeinflusste und wie sie gleichermaßen ihn beeinflussten und veränderten. Hier hat der Autor echt ganze Arbeit geleistet. Das wirkte alles sehr authentisch und auf gar keinen Fall nur schwarz und weiß. Der Roman trieft nur so vor Rätseln und Geheimnissen, Schuld und Trauer, Rache und Vergebung, falschen Erinnerungen und der Frage, was Freundschaft und Liebe alles bedeuten kann. Für mich jedoch war (fast) alles zu lang, zu kompliziert, zu konstruiert. Der unglaublich tolle Schreibstil des Autors verbunden mit den interessanten und authentisch gezeichneten Figuren hat mir leider nicht gereicht. Wäre ich nicht so neugierig, hätte ich das Buch vermutlich abgebrochen. Aber ich wollte dann doch wissen, was es mit den Geschehnissen auf sich hat. Vielleicht war es also doch nicht so schlecht. ;-) Hier muss man sich vermutlich am besten selber eine Meinung machen.

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...atmosphärisch, facettenreich und mit überraschenden Wendungen!

Von: Andreas Kück - LESELUST

17.06.2020

„Heute Abend wird jemand ermordet werden. Es wird nicht wie ein Mord aussehen, und man wird den Mörder daher nicht fassen. Bereinigen Sie dieses Unrecht, und ich zeige Ihnen den Weg hinaus.“ steht in der Nachricht, die ein geheimnisvoller Unbekannter Aiden Bishop zukommen lässt. Auf dem Anwesen Blackheath der Familie Hardcastle wird ein Maskenball zu Ehren der Verlobung von Evelyn Hardcastle, der Tochter des Hauses, mit dem äußerst wohlhabenden und deutlich älteren Lord Cecil Ravencourt vorbereitet, und eben an diesem Abend geschieht ein Selbstmord, der keiner zu sein scheint. Nur wenn Aiden Bishop die Lösung zu diesem Verbrechen findet, kann er aus Blackheath entfliehen. Dabei gehört er weder zur Familie noch zum Hauspersonal und steht auch auf keiner Gästeliste: Wer ist er, und wie kam er nach Blackheath? Dafür wacht er Tag für Tag in einem anderen Wirt sprich im Körper eines anderen Gastes auf und erlebt diesen Tag zum wiederholten Mal incl. des getarnten Mordes. Er kann sich bei den Ermittlungen nur auf seine Kombinationsgabe verlassen und ist gezwungen, die Talente seines jeweiligen Wirtes zu nutzen. Dabei scheint jede und jeder auf Blackheath seine wahren Beweggründe hinter einer Fassade zu verbergen, so dass es schier unmöglich scheint, Freund vom Feind zu unterscheiden. Zudem lauert ihm im Verborgenen eine dubiose Gestalt in der Maske eines Pestdoktors auf. Allein dieser Tatbestand würde schon für reichlich Schrecken sorgen, wäre da nicht dieser brutale Lakai, der nach dem Leben seines jeweiligen Wirtes trachtet. Und dann ist da auch noch Anna…! Wow! Stuart Turton hat – nach 3 Jahren Arbeit an diesem komplexen Werk – ein sensationelles Romandebüt abgeliefert, das gekonnt die Regeln von Raum und Zeit aufhebt, den Lesern nach allerbester „Whodunit“-Manier durch die Handlung treibt und mit den Elementen des Gothic-Thrillers spielt. Die umfangreichen Fakten eines Tages werden in viele kleine Hinweise aufsplittert und nur bruchstückchenhaft – manchmal auch nur rudimentär – dem jeweiligen Protagonisten präsentiert. Da werden Indizien schon auf den ersten Seiten verstreut, die erst zum Ende des Romans an Bedeutung gewinnen und den Leser veranlassen, nochmals zurückzublättern, um die Fakten aus den Blickwinkeln der unterschiedlichsten Protagonisten zu sichten. Das Symbol der Maske ist in diesem Kriminalroman allgegenwärtig: Niemand scheint in dieser Geschichte, die wahre Identität zu offenbaren. Aiden Bishop ist gezwungen, sich hinter den Gesichtern seiner Wirte zu verbergen. Die Familie Hardcastle, ihre Gäste wie auch die Dienstboten verstecken sich hinter Standesdünkel und Allüren, und auch der Pestdoktor verbirgt sein Antlitz hinter der charakteristischen Schnabelmaske. Sie alle treffen sich auf dem Maskenball in Blackheath! Wer nach der obigen Inhaltsangabe fälschlicherweise glaubt, eine äußerst krude Geschichte vor sich zu haben, den kann ich beruhigen: Die Verwirrung ist einzig und allein meiner mangelhaften Fähigkeit, eine kurze, prägnante Inhaltsangabe darzulegen, geschuldet und lässt somit keine negativen Rückschlüsse auf das Talent des Autors zu. Ganz im Gegenteil: Turton versteht es bravurös die einzelnen Puzzleteile zu einem logischen Ganzen zusammenzusetzen. Stellt sich die Handlung anfangs als ein scheinbar undurchsichtiges Wirrwarr dar, entwirrt er an jedem neuen Tag und mit jedem weiteren Protagonisten die Handlung Stück für Stück zu einem logischen Ganzen. In diesem geistreichen Ratespiel haben mich die facettenreichen Charaktere ebenso überzeugt, wie mich die unvorhersehbaren Wendungen, die die Handlung immer wieder in eine neue Richtung lenken, (positiv!) verwirrten. Die Antwort bleibt bis zum Ende im Dunkeln verborgen – oder sollte ich lieber sagen: hinter einer Maske? – und verblüfft mit einer überraschenden Auflösung! Dieses Debüt wirkt – trotz seines klassischen Stils – frisch und unverbraucht: ein Novum in der Krimilandschaft, in der alle schon alles gelesen zu haben scheinen. Bravo!

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Vita

Stuart Turton, ist freiberuflicher Reisejournalist. Sein Debüt «Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle» war ein überwältigender Publikumserfolg in Großbritannien und wurde u. a. mit dem Costa First Novel Award 2018 ausgezeichnet. Das Buch erscheint in 25 Ländern. Stuart Turton lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in London.

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