Die vergessene Heimat

Roman nach einer wahren Geschichte

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Die Geschichte von der Flucht ihrer Eltern aus der DDR kennt Britta Hofmeister seit Kindesbeinen. Sie selbst kam in der Bundesrepublik zur Welt, wuchs mit ihren Geschwistern behütet auf und hatte nie Grund, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Bis ihr Vater an Demenz erkrankt. Zunehmend verwirrt, beginnt er, von früher zu erzählen. Und bald wird klar: Was bei der Flucht 1961 wirklich geschah, hat er jahrzehntelang verschwiegen. Nun kommt die dramatische Wahrheit ans Licht und stellt die Familie vor eine Zerreißprobe …

»Eine sehr persönliche Geschichte (…) sehr spannend.«

Radio Salü (29. September 2020)

ORIGINALAUSGABE
Taschenbuch, Klappenbroschur, 448 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-49100-1
Erschienen am  21. September 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Leserstimmen

Ein sehr persönliches Werk der Autorin von der Flucht der Eltern und der Demenzerkrankung ihres Vaters

Von: Claudia aus Leinach

17.11.2020

Mit dem Roman "Die vergessene Heimat" hat die Autorin ein sehr persönliches Werk über die Flucht aus der DDR ihrer Eltern und der Demenzerkrankung ihres Vaters geschrieben. Klar, wusste sie von der Flucht, aber vieles kommt erst jetzt ans Licht, nachdem der Vater während seiner Erkrankung vieles nochmal durchlebt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, die Kapitel sind kurz gehalten und in 2 Zeitebenen geschrieben und wechseln sich mit den Jahren 1961 mit der Vergangenheit zur Vorbereitung und Durchführung der Flucht und 2014/15 mit der zunehmenden Demenzerkrankung des Vaters ab. Besonders gut gefiel mir die Idee mit dem Glückssäckchen, welches sich durch das ganze Buch in der Gegenwart zieht, was allerdings leider immer leerer wird. In diesem Roman blieben die Nebenprotagonisten namenlos, was ich teilweise vom Verständnis her schwierig fand, wenn z.B. von "Der Schwägerin des jüngeren Bruders" oder "Der Mann der Schwester" die Rede war. Da hätte ich mir fiktive Namen gewünscht, weil es das Verständnis und den Lesefluss blockierte. Allerdings hatte die Autorin ihre Gründe, warum sie das so gehandhabt hat, aus Rücksicht ihrer Familie, was ich auch durchaus verstehen kann. Irgendwann gewöhnte ich mich daran und es störte mich nicht mehr so. Was hier wirklich gut geschildert wurde in der Gegenwart war die fortschreitende Demenzerkrankung des Vaters und auch wie die Angehörigen damit umgehen, die Ängste, die Gefühle und die Akzeptanz der Erkrankung und wie man sich gemeinsam Hilfe holt in einem Demenzkurs. Die Vorbereitung der Flucht war zwar langwierig, musste aber natürlich auch gut vorbereitet werden, vorallem weil es dann doch mehr Flüchtige in der Gruppe gab wie anfangs geplant war. Die Durchführung der Flucht war dann unglaublich spannend und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Auch wenn im Klappentext stand "Als ihr Vater an Demenz erkrankt, verrät er unabsichtlich Details aus dem Jahr des Mauerbaus 1961" kam das zwar beim Lesen nicht so bei mir an, als wenn der Vater der Autorin dies aus seinem Munde erzählt hat, aber doch werden Themen der Flucht in der Gegenwart des demenzkranken Vaters aus der Vergangenheit aufgegriffen, so als ob er alles nochmal durchlebt. Das gefiel mir doch ausgesprochen gut und entspricht dem Krankheitsbild eines an Demenz erkrankten. Fazit: Mir hat die sehr persönliche Geschichte der Autorin richtig gut gefallen, es ist sehr emotional und ich erfuhr vieles, was ich noch nicht wusste in Bezug auf Sperrbezirk, Zonengrenze und den Notaufnahmelager, wie hier beschrieben Marienfelde. Die Demenzerkrankung des Vaters ist sehr realistisch dargestellt mit all dem Kummer, den Ängsten und das Akzeptieren der Erkrankung. Auch die Darstellung der Vorbereitung und Durchführung der Flucht spannend und nervenaufreibend. Sehr gerne empfehle ich diesen Roman weiter.

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Spannendes Stück Zeitgeschichte

Von: Martinas Buchwelten

12.11.2020

Deana Zinßmeister ist Leserinnen, die wie ich historische Romane lieben, wohl bekannt. Normaler Weise schreibt sie Bücher, die im 16. oder 17. Jahrhundert spielen. In ihrem neuen Buch ist sie allerdings neue Wege gegangen. In ihrem halbbiografischen Roman hat sie die Geschichte ihrer Eltern Ernst und Leni aufgeschrieben, die im damaligen Ostberlin gelebt haben und als eine der Letzten während des Mauerbaus flüchten konnten. Der Roman basiert auf zwei Zeitebenen: einmal der oben beschriebene Zeitpunkt im Jahr 1961 und in der Gegenwart in den Jahren 2013-2016. Die Kapitel wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Während wir im Jahr 1961 gebannt die Vorbereitungen zur Flucht von Leni und Ernst verfolgen, erlebt man in der Gegenwart die fortlaufende Demenz von Ernst mit. Selten fesseln mich beide Erzählstränge gleich stark, doch Deana Zinßmeister hat es mit "Die vergessene Heimat" problemlos geschafft. Im Jahr 1961 leben Leni und Ernst im Grenzgebiet. Während Leni als Friseurin in der sowjetischen Zone arbeitet, pendelt Ernst jeden Tag nach Westberlin. Er ist ein Grenzgänger und sieht die Differenz zwischen Ost- und West sehr genau. Er überlegt relativ früh sich nach Westberlin abzusetzen, denn die vermehrte Überwachung setzt ihm zu. Als ein Freund verhaftet wird, weil er öffentlich Kritik am System äußerst, ist für ihn die Zeit gekommen. Nicht zu früh, denn es wird bereits mit dem Aufziehen des Stacheldrahtes begonnen. Der Leser erlebt die folgenden Wochen sehr intensiv mit. Die Planung, die ständige Angst und der Fluchtversuch selbst, sind wahnsinig spannend geschrieben. Gänsehaut garantiert! Im Gegenwartsstrang ist Ernst fast achzig Jahre alt und leidet an beginnender Demenz. Die Autorin schlüpft in die Rolle als Britta Hofmeister, Kochbuchautorin, und schreibt in der Ich-Form über die Krankheit des Vaters. Bis seine Frau Leni, Britta und ihre Geschwister sich endlich eingestehen, dass dieser krank ist, ist die Demenz bereits fortgeschritten. In all den Jahren haben die Eltern nie über die dramatische Flucht aus der Deutschen Demokratischen Republik aus Furcht von der Stasi gesprochen. Britta erlebt nun diese Zeitspanne im Leben ihrer Eltern bei den Besuchen mit und erfährt dabei Unglaubliches. Äußerst lebendig und gefühlvoll erzählt die Autorin von dieser furchtbaren Krankheit, die vorallem die Familie an ihre Grenzen bringt. Auch meine Mutter litt die letzten Jahre ihres Lebens daran und oftmals erkannte ich bei einigen Begebenheiten und Zwischenfällen einige typische Reaktionen wieder. Gott sei Dank kam es nicht mehr so weit, dass sie uns nicht mehr erkannte oder vergaß wie man isst und trinkt. Ich habe tiefstes Verständnis für alle Familienmitglieder, die einfach nicht mehr weiter wissen und Vater oder Mutter in eine Pflegeeinrichtung bringen. Die Spannungen und zusätzliche Belastung werden mit dem unaufhörlichen Fortschritt der Demenz immer mehr. Die Alten werden wieder zu Kinder und verlernen mit der Zeit alles. Manche werden agressiv und handgreiflich, was noch schwerer zu ertragen ist. Man reibt sich zwischen der eigenen Familie und den Eltern auf und erfährt keinerlei Dank. Diese Situation muss man mal jahrelang verkraften können! Genauso schlimm finde ich den Beginn der Krankheit beim Patienten, wenn er erkennt, dass er laufend Dinge vergisst und langsam sein Gedächnis verliert. Ein furchtbarer Gedanke! Der Schreibstil der Autorin ist hier etwas einfacher gehalten, als bei ihren historischen Romanen. Die Kapitel sind eher kurz und wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Deana Zinßmeister schreibt fesselnd und gefühlvoll. Ich bin durch die Seiten geflogen und war tief in dieser spannenden Geschichte versunken, die wohl die persönlichste der Autorin ist. Deana Zinßmeister weist im Nachwort die Leser darauf hin, dass Demenz nicht einfach nur "Honig im Kopf" ist. Sie zeigt völlig ungeschönt auf, wie diese Krankheit Familien zerstören kann. Die Autorin hat mit dem persönlichen Einverständis ihrer Mutter und Geschwister die Geschichte aufgeschrieben und uns ein Stückchen Zeitgeschichte näher gebracht. Ich danke ihr herzlich dafür! Fazit: Ein spannendes Stück Zeitgeschichte aus ganz persönlicher Sicht der Autorin. Der halbbiografische Roman konnte mich fesseln und hat mich sehr bewegt. Die Geschichte wird sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Vielen Dank, dass du uns an deiner Geschichte hast teilhaben lassen!

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Vita

Deana Zinßmeister widmet sich seit einigen Jahren dem Schreiben historischer Romane. Mit »Die vergessene Heimat« betritt die Autorin Neuland: In ihrem halb autobiographischen Roman schildert sie die Flucht ihrer Eltern aus der DDR kurz nach dem Mauerbau, deren Details erst ans Licht kommen, als ihr Vater an Demenz erkrankt und im verwirrten Zustand das ausplaudert, über das bisher nicht gesprochen wurde. Deana Zinßmeister lebt mit ihrer Familie im Saarland.

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Pressestimmen

»Packend!«

Neue Woche (06. November 2020)

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