Dunkelgrün fast schwarz

Roman

(6)
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Drei Freunde, eine zerstörerische Abhängigkeit und eine folgenschwere Liebe

Moritz und Raffael waren schon als Dreijährige beste Freunde. Doch dann taucht eines Tages eine Neue in der Schule auf: Johanna. Vom ersten Augenblick an sind beide von ihr fasziniert. Eigentlich ist klar, wer die Zuneigung des Mädchens gewinnen wird. Schon immer war Raffael der Selbstbewusste, der mit dem entwaffnenden Lächeln, und Moritz nur der Mitläufer. Doch Johanna spielt ihr eigenes Spiel – bis die Freundschaft der beiden Jungen zerbricht. Jetzt, 16 Jahre später, steht Raffael plötzlich vor Moritz‘ Tür. Und auf einmal scheint die Vergangenheit wieder da zu sein, die Erinnerung an ihre Jugend und an all das, was zwischen ihnen kaputtgegangen ist – und an Johanna, die immer noch zwischen ihnen steht.

»Was für ein Plot, was für Figuren, welche Sprache, welche Tiefe.«

Focus

ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Originaltitel: Dunkelgrün fast schwarz
Originalverlag: Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt 2018
Taschenbuch, Broschur, 480 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10484-1
Erschienen am  12. August 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Leserstimmen

Eine starke, spannende Geschichte, die mitreißt

Von: buchlady

19.09.2019

Moritz ist ein sensibler Mensch mit einer besonderen Eigenschaft: Er kann Menschen als Farben sehen. Für ihn hat jeder Mensch eine Art farbige Aura, die sich stimmungs- und situationsabhängig verändern kann. Sein bester Freund Raffael zum Beispiel ist dunkelgrün, fast schwarz. Die beiden haben sich in dem Dorf, in dem sie aufgewachsen sind, schon als Kinder kennengelernt. Dabei sind sie grundverschieden. Moritz ist ein lieber Junge, der einfach dazugehören möchte. Raffael sucht stets seinen Vorteil, setzt seinen Willen durch und ist manchmal ganz schön hässlich zu anderen. Zu dem Tandem gesellt sich in ihrer Jugendzeit Johanna, genannt Jo. Sie hat einen Schicksalsschlag erlebt, der sie aus der Bahn geworfen hat. Aber mit Motz und Raf kommt Jo gut aus. Außer dem Dreiergespann erzählt uns auch Moritz‘ Mutter Marie einen Teil dieser vielschichtigen Geschichte. Sie möchte nur das Beste für ihre Kinder und ist daher mit ihnen aufs Dorf gezogen, als es sich so ergab. Dort lernt sie Raffaels Mutter Sabrina und deren Mann kennen. Eine wirkliche Freundschaft wird daraus nicht. Der Roman springt zwischen verschiedenen Zeitebenen und Personen hin und her, von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter der drei Freunde, und webt so ein Beziehungsgeflecht zwischen Familien, Freunden und Nachbarn. Wer kann es entwirren? Wer ist mit wem befreundet? Und verstehen überhaupt alle das Gleiche unter dem Begriff Freundschaft? Wem kann man vertrauen und vom wem Hilfe erwarten? Wann ist es in einer Beziehung wichtig, einfach loyal zu sein und wann muss man sich abgrenzen, seine Meinung sagen, etwas anders machen? Und wenn etwas schief läuft – sollte man das ansprechen? Oder ist es nicht doch besser, es bleibt ungesagt? Verletzt es dann weniger? In diesem Buch sehen wir alle Ausprägungen menschlicher Beziehungen von Gleichgültigkeit, Aufrechterhalten einer unechten Fassade über Freundschaft und Liebe bis hin zur Hörigkeit. Wie kommt es zu diesen Beziehungen? Sind wir selbst daran schuld durch unser Verhalten, oder sind manche Menschen einfach von Geburt an so und nicht anders, können nur diese Art der Beziehung leben und keine andere? Je nachdem wie wir unsere Beziehungen leben, werden unsere Zukunftserwartungen geprägt. Folge ich meinem Plan oder nehme ich Rücksicht auf andere, übernehme Verantwortung? Geht beides? Mareike Fallwickl hat realistische, interessante Charaktere geschaffen, die Ecken und Kanten sowie menschliche Schwächen haben. Nicht alle sind sympathisch. Auch wenn man ihnen manchmal zurufen möchte, „Tu das und das!“, kann man doch nachvollziehen, warum sie anders handeln. Wer von uns kann sich schon von allen Abhängigkeiten und familiären Erwartungen befreien, wen treibt nicht die Sehnsucht nach etwas. Mir gefällt die wunderschöne bildhafte Sprache der Autorin, mit der sie die Gefühle der Figuren schildert. „MORITZ – 2017 Die Musik wummert ihm den Herzschlag weg. Sie dringt in seinen Körper ein, nicht nur durch die Ohren, auch durch die Haut, durch jede Pore, umwickelt seine Knochen, setzt ihn neu zusammen. (…) Der Alkohol schwemmt die Wurzeln fort, die ihn so fest halten. Wenn Gin und Whiskey durch sein Blut jagen, bleibt kein Platz für das Unbeherrschbare, das ihn sonderbar macht und hilflos. Sobald Moritz betrunken ist, haben die Dinge und die Menschen und die Lichter keine Grenzen. Alles verliert sich, er muss sich nicht fürchten vor einzelnen Wahrnehmungen, die herausfallen aus dem Normalen. (…) Er hält der Musik nichts entgegen, sinkt in sie hinein, greift durch ihr weiches Gewebe bis hinunter zu ihrer Struktur, lässt davon seine Bewegungen bestimmen.“ (S. 105) Die Zusammenhänge der Geschichte sind sehr komplex, es bleibt bis zum Schluss spannend. Der Roman hinterlässt mich fassungslos darüber, was Menschen einander alles antun können. Ein sehr gelungener Roman, der mich zwischen Wut, Mitleid und Hoffnung hin und her geworfen hat. Eine starke, spannende Geschichte, die mitreißt. (Ich danke dem Verlag für das kostenlos zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.)

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Abhängigkeit in einer Freundschaft

Von: Ashelia

19.09.2019

"Dunkelgrün fast schwarz" behandelt die Freundschaft zwischen Moritz und Raffael und deren toxische Auswirkungen sowohl auf Moritz, als auch auf andere Personen im Umfeld der beiden. Was genau mich erwartet, wusste ich vor dem Lesen nicht und war besonders von dem Schreibstil begeistert. Mareike Fallwickl schreib sehr bildhaft, weiß, wie man Charaktere mit gezielten Umschreibungen individuell und lebendig wirken lässt. Besonders mit ungewöhnlichen Vergleichen und Farbdarstellungen kann sie sehr gut umgehen, was man auch am Titel schon erahnen kann. Farben spielen in Moritz' Leben eine besondere Beudeutung, sodass auch der Leser durch die farbigen Beschreibungen besondere Einblicke in die Charaktere erhält. Der Schreibstil - manchmal fast schon poetisch und verträumt, dann wieder hart und unerwartet scharf - machte einen der größten Reize des Buches für mich aus und sorgte für eine spezielle Leseatmosphäre, in die ich gerne abgetaucht bin. Allerdings muss man sich auch die Zeit nehmen, das Geschrieben wirken zu lassen, denn unbedingt einfach und schnell zu lesen, ist es nicht. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven und Zeiten im Leben der beiden Jungen. Erzählstimmen sind dabei Moritz, seine Mutter Marie und Johanna, eine Klassenkameradin von Moritz und Raffael. Die Zeitebenen springen abwechselnd zwischen dem Kennenlernen von Moritz' Eltern über die Kindheit und Schulzeit der beiden Jungen bis hin zu Moritz' Leben als Erwachsener 16 Jahre später. Die Handlung baut sich dadurch langsam auf, setzt sich erst nach und nach zusammen und auch die Charaktere verfestigen sich mit jedem weiteren Kapitel, geben neue Einblicke in ihr Leben preis. Ich mochte sehr, dass sich das Bild von Handlung und Charakteren wie ein Puzzle zusammensetzte und die verschiedenen Sichtweisen die Charaktere so unterschiedlich beleuchteten. Jeder hatte seine kleinen oder großen Geheimnisse, jeder hatte eine andere Meinung, anderes Wissen über die anderen Charaktere. Kennt man eine Person jemals wirklich? Das war eine Frage, die sich durch das ganze Werk zog. Die Handlung selbst war wie gesagt durch die Freundschaft von Moritz und Raffael geprägt. Während Moritz stets der ruhige, schüchterne und brave Junge war, war Raffael laut, undurchsichtig, grob und egoistisch. Dennoch verbindet die beiden seit sie drei Jahre alt sind eine enge Freundschaft, in der Moritz sich von Raffael abhängig macht und dessen Schattenseiten nicht wahrhaben will oder kann. Auch nachdem sie 16 Jahre gar keinen Kontakt haben, verfällt Moritz sofort in alte Muster, hinterfragt Raffaels Verhalten nicht, widerspricht ihm nicht, nimmt nur hin - und fühlt sich gleichzeitig lebendiger durch ihn. Raffael ist ohnehin der wohl interessanteste Charakter in dem Buch. Auch der Leser weiß nie, was genau ihn umtreibt, warum er so handelt wie er es tut, was er damit bezwecken will. Daher fand ich es auch sehr schade, dass es keine tieferen Einblicke aus seiner Sicht gab, sondern nur das, was Marie, Moritz und Johanna über ihn wissen und denken. Und das sind eben sehr unterschiedliche Sichtweisen auf Raffael, aus denen sich nur zögerlich ein Gesamtbild ergibt. Auch am Ende wusste ich allerdings nicht, ob Raffael nun ernsthaft gesagt hat, was er wollte, oder es wieder nur eines seiner Spiele war... Doch auch Marie und Johanna waren interessante Charaktere. Marie, die durch eine ungeplante Schwangerschaft plötzlich in einer fremden Umgebung auf dem Land landet und keinen richtigen Anschluss findet, ist stets bemüht, eine gute Mutter zu sein, kann aber auch nur schlecht für sich selbst einstehen. Sie findet etwas Anschluss bei Raffaels Mutter, die widerum eine tief zerrütettete Person ist. Johanna hingegen gerät in eine noch tiefere Abhängigkeit zu Raffael als Moritz... Die Charaktere zeichnen, gemeinsam mit dem Schreibstil, den Roman aus. Sie kennenzulernen, fand ich faszinierend und fesselnd, die Probleme und toxischen Verhältnisse, in die sie sich begeben und wie sie diese jahrelang mit sich herum tragen und letztlich lernen müssen, davon loszulassen - oder auch nicht - gefielen mir. Doch leider war die Auflösung von Allem dann doch etwas ernüchternd und nicht so spektakulär, wie ich erwartet hatte. Besonders Raffaels Sicht kam mir da zu kurz. Auch zieht sich der Roman sehr in die Länge und auch, wenn mir die tiefen Einblicke in das Leben der Charaktere einerseits gefielen, hätten sie doch dennoch stellenweise kürzer ausfallen können.

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Vita

Mareike Fallwickl

Mareike Fallwickl, 1983 in Hallein bei Salzburg geboren, arbeitet als freie Texterin und Lektorin und schreibt für eine Salzburger Zeitung eine wöchentliche Kolumne. Für ihr literarisches Debüt »Dunkelgrün fast schwarz« erhielt sie ein Stipendium des Bundeskanzleramts Österreich und wurde 2018 für den Hotlist-Preis der unabhängigen Verlage sowie den Österreichischen Buchpreis nominiert.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Mareike Fallwickl zieht die Leser in einen Sog, dem man kaum entkommen kann. Ein tiefgründiger und spannender Roman.«

HR2 Kultur

»Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite.«

Elle

»Das Frühjahr 2018 hat ganz klar eine Trendfarbe: Dunkelgrün fast schwarz.«

Salzburger Nachrichten

»Dieses Buch nimmt dich in die Mangel, treibt dich in ein Wechselbad der Gefühle und lässt dich nicht mehr los.«

Florian Valerius, Buchhändler bei der Buchhandlung Stephanus in Trier

»Fallwickl beherrscht ihr Handwerk. [...] Schon lange hat mich keine Geschichte so gefangen genommen, mich spekulieren, mich hoffen, mich zittern lassen, mich aufgeregt.«

Florian Valerius, Buchhändler bei der Buchhandlung Stephanus in Trier

»Fallwickl hat ein unglaubliches Gespür für ihre Figuren, für deren Innenleben, deren Hoffnungen, Wünsche und Verletzungen.«

Florian Valerius, Buchhändler bei der Buchhandlung Stephanus in Trier

»›Dunkelgrün fast schwarz‹ ist ein hochspannender, psychologischer Beziehungsroman! Einnehmend, vereinnahmend und sprachlich zupackend, ein strahlendes Debüt.«

Sophie Weigand, Blog »LITERATUREN«

»Für mich war die Lektüre ein einziger Rausch. Atemlos folgte ich den Protagonisten auf ihren verzweifelten Spuren.«

Ruth Justen, Blog »Ruth liest«

»Donnerwetter, ist Dein Buch großartig!!!«

Maria Christina Piwowarski, Buchhändlerin bei Ocelot in Berlin