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Ein Sommer in Corona del Mar Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-71471-1

Erschienen:  13.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Es ist Sommer in der südkalifornischen Stadt Corona del Mar. Die beiden Freundinnen Mia und Lorrie Ann sind unzertrennlich. Doch als Lorrie Anns Vater stirbt, weiß Mia nicht, was sie für ihre Freundin tun kann. Und dies ist nur der erste von vielen schweren Schicksalsschlägen, die Lorrie Ann treffen werden … Jahre später steht Lorrie Ann plötzlich wieder vor Mias Tür: barfuß, hungrig und vom Leben gezeichnet. Und Mia kann nicht verstehen, wie das Leben ihrer scheinbar makellosen Freundin so aus dem Ruder laufen konnte. Kann es sein, dass sie Lorrie Ann nie wirklich gekannt hat?

Rufi Thorpe (Autorin)

Rufi Thorpe wuchs in Kalifornien auf und studierte in New York Literatur und Kreatives Schreiben. Ihr erster Roman »Ein Sommer in Corona del Mar« war nominiert für den International Dylan Thomas Prize und den Flaherty-Dunnan First Novel Prize. Rufi Thorpe lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Kalifornien.

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Amerikanischen von Beate Brammertz
Originaltitel: The Girls from Corona del Mar
Originalverlag: Knopf

Taschenbuch, Broschur, 352 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung

ISBN: 978-3-442-71471-1

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen:  13.03.2017

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Die perfekte Freundin

Von: daslesendesatzzeichen Datum: 10.12.2017

https://feinerbuchstoff.wordpress.com

Die Zitate „Unwiderstehlich.“ und „Bezaubernd!“ von Elle und Glamour auf der Rückseite des Buches sind irreführend. Sie sind es deshalb, weil allein die bloße Nennung dieser Lifestyle-Blättchen mich sofort in eine ganz andere Richtung gelenkt hat. „Ah,“ dachte ich. „Also doch eher etwas Seichtes …“

Doch weit gefehlt! Der Erstling „Ein Sommer in Corona del Mar“ von der kalifornischen Newcomerin Rufi Thorpe war immerhin gleich mal nominiert für den International Dylan Thomas Prize und den Flaherty-Dunnan First Novel Prize und enttäuscht den mutigen Leser, der sich trotz Glamour und Elle ins Lesevergnügen stürzt, nicht! Und er ist sicher vieles, aber bestimmt nicht „bezaubernd“ …

Mia und Lorrie Ann sind beste Freundinnen, wahrscheinlich vor allem deshalb, weil sie sehr unterschiedlich sind. Der Roman startet gleich voll durch, es gibt keine Einleitungsphase. Der erste Satz, um einen Eindruck zu vermitteln, was ich meine, lautet:

„Du musst mir einen Zeh brechen“, erklärte ich.

Mia hat nämlich ein akutes Problem. Sie ist in der 10. Klasse und schwanger, und das von einem Kerl, den sie nicht mal besonders toll findet. Daher gibt es auch nur einen Ausweg für die Fünfzehnjährige: Abtreibung in der Frauenklinik. Lorrie Ann muss sie fahren, sie ist glücklicherweise schon sechzehn und hat den Führerschein. Am Tag nach dem Eingriff, das ahnt Mia, wird sie beim Meisterschaftsspiel nicht Softball spielen können. Also soll Lorrie Ann ihr den Zeh brechen, um ihr ein Alibi zu verschaffen.

Zu Beginn des Buches scheint die Freundschaft nicht im Gleichgewicht. Es wirkt, als gäbe es da ein klares Gefälle. Mia ist die verrücktere, unstetere von beiden. Sie ist chaotisch und auf Lorrie Ann angewiesen, denn diese erdet sie immer wieder. Lorrie Ann hat nicht nur eine stabiler wirkende Persönlichkeit, sie hat auch so viel, um was sie von Mia und sämtlichen Mädchen aus Corona del Mar beneidet wird: Sie sieht gut aus, sie ist nett, sie hat Eltern, die sie lieben und die sie sehr liebt, Brüder, mit denen sie sich gut versteht und die sie wiederum abgöttisch lieben.

Mias eigene Mutter ist Kosmetikerin und meistens betrunken. Der Vater ist irgendwann abgehauen und die ein, zwei Male, die Mia ihn pro Jahr sieht, sind meist grauenvoll, weil sich die beiden herzlich wenig zu sagen haben und bemüht sind, dies nicht zu deutlich zu zeigen.

Doch irgendwann drehen sich die Verhältnisse in der Freundschaft um hundertachtzig Grad. Bei Mia geht es bergauf, bei Lorrie Ann beginnen sich die Unglücksmomente zu häufen. Alles beginnt mit dem plötzlichen und gänzlich unerwarteten Tod ihres Vaters. Die Familie, zwischen deren Mitglieder kein Blatt passte, wird in ihren Grundfesten erschüttert und zerbricht langsam, aber sicher an diesem Schicksal. Die „Unglücksgeier“, wie Mia sie bezeichnet, lassen Lorrie Ann nicht mehr in Ruhe, sie klopfen von nun an in regelmäßigen Abständen bei ihr an.

Die ganze Geschichte wird aus Mias Perspektive erzählt. Sie hat mittlerweile eine steile Unikarriere absolviert und lebt und arbeitet heute mit ihrem Freund in Istanbul. Dort erreicht sie auch aus dem Nichts heraus der Telefonanruf von Lorrie Ann, die in der Stadt ist und sich unbedingt mir ihr treffen will. Wie bei jedem Treffen nach jahrelanger Funkstille, muss Mia entsetzt feststellen, dass ihre Freundin noch ein bisschen tiefer gefallen ist. Lorrie Ann, die von ihr ein halbes Leben lang auf einen Thron gehoben und angehimmelt wurde, wirkt wie ein abgestürzter Engel. Drogenabhängig, pleite und sozial völlig am Boden – so steht ihr ehemaliges Jugendidol in Istanbul vor ihr. Was ist nur geschehen?

Rufi Thorpe stellt genaue Charakterstudien an, sie skizziert feinsinnig, wie scheinbar bedeutungslose Situationen ein Leben in eine komplett andere Richtung lenken können, sei es zum Guten oder zum Bösen hin. Keine der beiden Freundinnen hat jemals wirklich eine objektiv falsche Entscheidung getroffen, sie haben immer einfach nur das getan, was ihnen in dem jeweiligen Moment – oft nach langen Gesprächen – am sinnvollsten erschien. Wie so oft ist das Leben aber einfach nicht fair. Das Schicksal hätte sich auch nochmals drehen können und Mia eine Pechsträhne verpassen können – doch sie blieb auf der sonnigen Seite des Lebens. Und doch, denkt man am Ende, ist auch bei Lorrie Ann nicht alles schlecht. Em Ende ist es doch vor allem wichtig, dass man nicht auf der Stelle tritt, dass man jeden Tag seinem Leben eine neue Chance gibt. Auch wenn bislang vieles schief lief, kann der morgige Tag ein guter werden. Man muss ihm nur eine Chance geben.

Und so entwickeln sich die beiden ehemals besten Freundinnen weiter, nicht zusammen, sondern jede für sich. Und sie erkennen ihre eigene Stärke, ihre Persönlichkeit vielleicht gerade deshalb, weil sie nicht mehr zusammenglucken wie früher.

Für mich ist der schonungslose Roman die Überraschung meines Bücherstapels schlechthin, hatte ich mir doch nicht viel mehr als ein paar belanglose angenehme Lesestunden von ihm erwartet – und dabei bietet er einem so viel mehr. Klarer Aufruf: Lesen!

Vom Aufstieg der Einen und Fall der Anderen

Von: Catgirl loves Books Datum: 28.09.2017

www.catgirl82.blogspot.com

Zusammenfassung: Mia und Lorrie Ann verbringen ihre Kinder- und Jugendtage in Corona del Mar, Kalifornien. Während Mias Familie alles andere als durchschnittlich ist, reflektiert Lorrie Anns Familie Perfektion.

Mias Eltern haben sich getrennt, als sie noch klein war. Nun lebt sie mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater sowie ihren beiden Brüdern zusammen. Ihre Mutter ist eine egoistische Frau, die mit den drei Kindern überfordert ist. Sie haben wenig Geld und zudem vergisst sie oft einzukaufen oder für die Kids zu kochen. So bleibt alles an Mia hängen, da auf ihren Stiefvater Paddy auch kein Verlass ist. Denn dieser fühlt sich mehr zur Flasche und zum Lotterleben hingezogen, als ein Familienvater zu sein. Dementsprechend, kommt das junge Mädchen mit Paddy auch nicht gut aus und die beiden gehen sich aus dem Weg.

Lorrie Anns Eltern sind dass genaue Gegenteil. Ihre Mutter ist berufstätig und kümmert sich hingebungsvoll um ihre Kinder. Der Vater ist ein christlicher Rocksänger und hat eine eigene Band. Lorrie Ann wächst behütet und beschützt auf, sie wird von allen angehimmelt und ein sehr gutes Verhältnis zu ihre Eltern - vorallem zu ihrem Vater. Ihre Mutter Dana sammelt Zwerge, die im Wohnzimmer auf einem Regal stehen.

Mia und Lorrie Ann sind die besten Freundinnen und teilen jedes Geheimnis miteinander.

Der Roman beginnt damit, dass Mia ihre Freundin bittet ihr mit einem Hammer den Zeh zu brechen. Denn sie ist ungewollt schwanger mit 15 Jahren - und will eine Abtreibung. Der Termin steht schon fest und Lorrie Ann wird sie begleiten, damit sie aber am kommenden Softball Turnier nicht teilnehmen kann, müssen Knochen gebrochen werden.

Doch Lorrie Ann weigert sich, und so lässt Mia den Hammer nach der Abtreibung selber auf ihren Zeh sausen. Jedoch fester als geplant und so beschädigt sie ihren kleinen Zeh irreparabel.

Die kleine heile Lorrie Welt bricht jedoch entzwei, als ihr Vater bei einem Unfall getötet wird. Sie verändert sich und zieht sich komplett zurück. Mia kann ihr nicht helfen und beginnt hier schon sich auch von ihr zurückzuziehen...

Mia verlässt dann Corona del Mar, um auf ein College zu gehen und Lorrie Anne wird ungewollt schwanger von ihrem Freund. Er steht jedoch zu ihr und dem Sohn, der schwer behindert zur Welt kommt.

Als Mia Lorrie Anne nach der Geburt besucht, wird sie nach 2 Tagen vom Mann ihrer Freundin (Jim) hinaus komplementiert. Und sie selber hat auch das Gefühl, nur im Weg zu stehen, da sich die junge Mutter nicht um sie kümmert und auch nicht mehr nach ihr fragt.

Um die Rechnungen der Krankenhäuser und Ärzte bezahlen zu können, tritt Jim der Army bei. Er wird nach kurzer Zeit im Einsatz getötet und Lorrie Anne steht alleine mit ihrem Sohn da. Nachdem die Trauerzeit vorbei ist, muss sie das Armygelände verlassen und landet in einer Sozialwohnung mit ihrem Sohn Zach...

Meine Meinung: Der deutsche Titel hätte nicht unpassender sein können. Im Original heißt das Buch "The Girls from Corona del Mar", und hätte viel besser gepasst. Zwar spielt der Anfang in Corona del Mar und ja, auch im Sommer - aber der restliche Roman spielt meistens immer irgendwo anders.

Ich fand das Buch sehr gut, aber ich lese generell gerne ernste Bücher oder mit problematischen Thematiken. Es war erschütternd und traurig (wieder mal) zu sehen, was das Leben aus den Menschen macht. Ein Schlag nach dem Anderen und schon befindet man sich einer Abwärtsspirale.

Lorrie Anne aber auch Mia fand ich auf ihre eigenen Weisen sympathisch, keine der beiden ist die typische Sympathie Protagonistin. Lorrie Annes Leben entgleitet ihr immer mehr, während Mia versucht ihren Weg und sich selbst zu finden. Sie hebt ihre Freundin auf einen Sockel und sieht in ihr eine Heilige. Und sie sieht nicht, dass das andere junge Mädchen alles andere als perfekt ist.

Im Laufe des Romans verändert sich die Lage und Mia (die sich selbst immer als die Böse und Schlechte sieht) wird die Starke, die ihr Leben meistert - trotz der zerrütteten Familienverhältnisse und der Abtreibung als Teenager.

Lorrie Anne hingegen scheint ihr nie komplett vertraut zu haben. Wie sich im späteren Verlauf zeigt, hat sie Mia nie die Liebe und das Vertrauen entgegengebracht, wie diese sich das wünschte. Nur ist es ihr nicht aufgefallen....

Der Roman ist aus Mias Sicht geschrieben und wir erfahren viel über ihr Leben und ihre Gefühlswelt.

"Ein Sommer in Corona del Mar" - ein Roman über den Fall und den Aufstieg zweier Menschen, die dachten sie wären Freundinnen. Ein labiles Mädchen, dass sich nicht äußern kann und auf der anderen Seite ein starkes Mädchen, dass keine Hilfe anbieten kann.

Definitiv kein Buch für zwischendurch oder um es in der Sonne zu lesen. Es erschüttert, berührt, macht hilflos und macht wütend.

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