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Eine zweite Chance Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-74828-0

Erschienen: 09.02.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

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Sind wir bereit für Veränderungen, um dem Glück die Tür zu öffnen?

Die fünfundvierzigjährige Helena erfüllte sich einen alten Traum, als sie aus Stockholm nach Norrland zog, um ein kleines Hotel zu eröffnen. Doch nun liegt alles in Scherben. Ihr Mann hat sie verlassen und sie alleine mit dem Hotel, einer verlorenen Existenz und einer unglücklichen Tochter zurückgelassen. Anders Strandberg könnte sein Leben genießen. Der Verkauf seiner Firma hat ihm finanzielle Unabhängigkeit geschenkt, doch umso mehr Geld er verdient, desto bedeutungsloser erscheint ihm sein Leben. Das Schicksal führt ihn ganz in den Norden Schwedens, wo er in ein kleines Hotel eincheckt – Helenas Hotel … Ein herzerwärmender Roman über zwei Menschen, denen es vergönnt ist, noch einmal von vorne anzufangen.

»Ich habe gelernt, dass es ebenso viele Wahrnehmungen der Realität gibt, wie es Menschen gibt.« Zum Interview mit Karin Alvtegen

Karin Alvtegen (Autorin)

Karin Alvtegen, geboren 1965 in Stockholm, hat als Großnichte von Astrid Lindgren sozusagen literarisches Blut in den Adern. Sie lebt mit ihrer Familie in Stockholm und arbeitete in der Filmbranche, zuletzt als Drehbuchautorin, bevor sie ihren ersten Roman schrieb.

Aus dem Schwedischen von Verena Reichel
Originaltitel: En sannolik historia (A Probable Story)
Originalverlag: Brombergs

Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-74828-0

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 09.02.2015

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Die zweite Chance

Von: Monika Stutzke Datum: 19.02.2015

lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/

Helena hat sich gemeinsam mit ihrem Mann ihren Traum erfüllt. Sie hat sich den Bauernhof gekauft, in dem sie als Kind jährlich glückliche Ferientage verbrachte, während ihr Zuhause mit einer alkoholkranken Mutter geprägt war. Dafür ist die Familie aus Stockholm weggezogen. Nun soll der Bauernhof ein Hotel werden.
Helena merkte nicht, oder wollte es nicht merken, dass sich ihr Mann und ihre Tochter zurück nach Stockholm sehnten, worüber ihre Ehe zerbrach.
Nun steht sie da, allein mit ihrer Tochter, die sich mehr und mehr zurückzieht und einem Hotel, in dem noch lange nicht alles getan ist, um Gewinn einzubringen.
Anders Strandberg, ein Investmentbanker, kennt nur alles oder nichts. Ein Workaholic im wahrsten Sinne des Wortes. Dann verkauft er eines Tages seine Firma, ist jedoch im allgemeinen unzufrieden. Selbst die Jagd auf Raritäten, der er sich intensiv widmet, bringt nicht das nötige Zufriedenheitsgefühl.
Als er von der Gitarre Lucy hört, die ein Hinterwäldler besitzen soll, macht er sich auf den Weg, er muss sehen, ob es wirklich die Gitarre ist, die einst einer der Beatles gespielt hat und wenn ja, muss er sie kaufen, egal zu welchem Preis.
Auf dem Weg dahin bekommt er die Anwandlung, den Zufall entscheiden zu lassen, ob er Leben soll oder nicht, schließt im Auto die Augen und fährt mit dem Auto weiter. Seine nächste Wahrnehmung erlebt er im Krankenhaus ...

Anders, dem es nicht gelungen ist, die Gitarre zu kaufen, strandet im Hotel von Helena. Dort will er erst mal nichts anderes, als seine Ruhe haben.
Nach einem Gespräch mit Helena, die ihm erzählt hat, dass noch viele Arbeiten am Haus nötig sind, entscheidet er sich spontan, ihr zu helfen und lässt sich für 4 Wochen als Maler von ihr anstellen. Natürlich weiß Helena nicht, dass Anders alles andere als ein armer Schlucker ist. Ihm macht die Arbeit Spaß, er kommt zum nachdenken.

Helena befindet sich in einer Zwickmühle. Immer wollte sie für ihre Tochter eine andere Mutter sein als ihre eigene Mutter für sie gewesen ist. Zeit wollte sie sich für sie nehmen und immer für sie da sein. Die Realität sieht anders aus, denn ihr Hauptaugenmerk liegt im Hotel, das sie weiter aufbauen will und so entgleitet ihr ihre Tochter.
Ihre ehemalige Freundin aus Kindertagen Anna-Karin hilft ihr, wenn Not am Mann ist.
Briefe ihres getrennt lebendes Mannes, der inzwischen eine andere hat, ignoriert sie, wie auch Anrufe und Mails. Alles entgleitet ihr, ihre Tochter hält heimlich Kontakt zu ihrem Vater.

Helena und Anders sind zwei völlig zerrissene Menschen. Beide hatten eine schwere Kindheit hinter sich.
Anders' Mutter starb, als er 7 Jahre alt war und ihn und seinen lebensuntüchtigen Vater zurückließ. Anders fühlte sich für ihn verantwortlich, was für ein Kind in dem Alter alles andere als leicht ist.
Helena wuchs bei einer Alkoholikern auf und atmete auf, wenn sie ihre Ferien in Norrland verbringen durfte.
Jeder der beiden kämpft mit seinen eigenen Dämonen.

Aber nicht nur die beiden Protagonisten sind interessante Persönlichkeiten im Buch. Ebenso bereichern Anna-Karin und Verner die Geschichte.
Anna-Karin, eine Frau, die immer und mit allem unzufrieden ist und über andere nur schlechtes reden kann. Verquere Ansichten, das Leben betreffend, machen sie nicht unbedingt sympathisch. Trotzdem Helena das alles erkennt, kann sie nicht von Anna-Karin als Freundin lassen.

Verner, ein Eigenbrödler und als Sonderling im Ort bekannt, lebt allein in einem Häuschen im Wald. Er war für mich die größte Überraschung im Buch und auch trotz seiner Eigenheiten, ein sympathischer Zeitgenosse.

Ein Buch, das vieles beinhaltet. Einsamkeit, Liebe, Neid, Hoffnung, Voreingenommenheit sowie Bewältigung der Vergangenheit. Viele Probleme stehen an, einige werden gelöst oder zumindest auf den Weg gebracht.

Ein Buch zum Nach- und Mitdenken und einfühlsam geschrieben.
Es hatte anfangs ein paar Längen, wo ich am Text vorbeigelesen habe, aber nachdem die Geschichte mich gepackt hatte, konnte ich sie nicht mehr aus der Hand legen.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (eBook)

Wenn sich eine Tür schließt ...

Von: Frau Goethe Datum: 25.03.2015

https://www.facebook.com/fraugoetheliest

Helena und Martin sind von Stockholm in die Abgeschiedenheit Schwedens gezogen, um dort einen Bauernhof zu einem Hotel umzubauen. Längst ist nicht alles fertig und das Paar scheint nur noch zu funktionieren. Langsam haben sich beide auseinander gelebt. Als Martin zurück in die Stadt zieht, leidet vor allem ihre gemeinsame Tochter darunter und zieht sich immer mehr zurück.

Eines Tages verschlägt es den Investor Anders in die Gegend. Er sammelt Raritäten und möchte dem Eremiten Verner eine Gitarre der Beatles abkaufen. Nach seinem Autounfall beschließt er, sich noch ein paar Tage in diesem ruhigen Hotel zu erholen. Doch es kommt anders. Helena bietet dem Fremden einen unterbezahlten Job als Renovierungshelfer an, den er für einen Monat annimmt.

Bisher war die schwedische Autorin Karin Alvtegen ob ihrer spannenden Krimis bekannt. Dass sie auch tiefsinnige Romane schreiben kann, beweist sie mit diesem Buch. Sie greift gutbekannte Themen auf und beleuchtet sie von allen Seiten durch ihre Figuren. Zum einen ist da Helena, die nach fast zwei Jahrzehnten von ihrem Mann verlassen wird. Das Paar hatte sich schon geraume Zeit nichts mehr zu sagen. Für Martin war es die einzige Konsequenz, für Helena bedeutet es vielleicht das Ende ihres Traums vom eigenen Hotel. Auch Anders steht an einem Scheideweg des Lebens. Der vielbeschäftigte Banker erkennt, dass Arbeit nicht alles im Leben ist und nimmt sich diese Auszeit. Während er sonst nur am Schreibtisch gearbeitet hat, muss nun sein Körper etwas tun.

Es geht aber auch um andere Formen der Beziehungen. Helena erkennt, dass die bisher so tiefe Freundschaft zu Anna-Karin durch einen einzigen Streit Risse bekommen hat. Beide Frauen erkennen, dass sie nur dem Idealbild einer Freundschaft gefolgt sind, vom anderen aber wohl nicht richtig verstanden wurden. Auch ihre Vorstellung vom Muttersein muss Helena überdenken. Jede Sache hat mindestens zwei Ansichten und jeder Mensch hat davon eine eigene Wahrnehmung.

Es geht in dieser Geschichte vor allem um Trennungen, Verletzungen, Trauer, Angst, Liebe und Vorurteile. All diese Emotionen wirken auf den Umgang mit anderen Menschen. Die komplex gezeichneten Charaktere werden in ihren Positionen glaubhaft dargestellt. Sie regen mit ihren Erfahrungen dazu an, dass auch der Leser gewisse Dinge überdenkt. Vor allem Wünsche und Erwartungen anderer werden hier in Frage gestellt und geben dem Handlungsverlauf die nötige Tiefe. Das eBook ist zwar mit 258 Seiten in kurzer Zeit gelesen, jedoch nicht schnell vergessen. Großnichte von Astrid Lindgren schafft eine lebendige und gleichzeitig nachdenkliche Stimmung. Der Erzählstil ist dabei ganz leise und kann doch so viel bewegen.

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