Eisgesang

Meine Reise durch die Nordwestpassage

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Die Nummer-1-Bestsellerautorin aus Kanada.
Gastland Kanada 2020

Auf der Fahrt an Bord eines russischen Eisbrechers durch die legendäre Nordwestpassage erlebt die kanadische Journalistin und Nummer-1-Bestsellerautorin Kathleen Winter hautnah, wie fragil und gefährdet die Welt der Arktis ist. In wunderbaren Bildern und luzider Sprache schildert sie ihre Begegnungen mit dieser großartigen Landschaft und ihren Bewohnern. Winters eindringlicher Reisebericht ist zugleich die Geschichte ihrer persönlichen Lebensreise, eine Geschichte vom Verlieren und Finden, vom Suchen und vom bei sich selbst Ankommen.


Aus dem Amerikanischen von Elke Link
Originaltitel: Eisgesang
Originalverlag: btb HC
Taschenbuch, Broschur, 320 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
Farbiger Bildteil
ISBN: 978-3-442-71902-0
Erscheint am 10. Februar 2020

Leserstimmen

Ruhig, kalt, nachdenklich

Von: Anni K. Mars

01.02.2019

Die kanadische Journalistin Kathleen Winter geht an Bord eines russischen Eisbrechers, um die Arktis hautnah zu erleben. Sie begegnet anderen Reisenden, Einheimischen und den Erinnerungen an vergangene Versuche, die Nordwestpassage zu durchfahren. Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, weil das Thema 'Nordwestpassage' durch diverse Bücher und Filme in aller Munde war. Ich habe das Buch gern gelesen. Es war interessant und informativ; ich fand vor allem gut, dass die Autorin auch von Neufundland berichtet hat. Der Schreibstil des Buches war locker und leicht. Die Autorin beschreibt ihre Umgebung, die anderen Reisenden und das Leben auf dem Schiff sehr detailreich, aber nicht zäh. Sie erzählt auch ihre eigene Lebensgeschichte und wie es überhaupt dazu kam, dass sie diese Reise macht. Zum Ende hin kam es mir vor, als würde der Schreibstil etwas ins Esoterische abrutschen. Das hat mir nicht mehr so gut gefallen. Sehr gut fand ich die Fotos in der Mitte des Buches. Die Beschreibungen waren zwar detailreich, aber einige seltsame Dinge konnte man sich so doch besser vorstellen (zum Beispiel die Momente in Grönland). Ich hätte gern noch mehr Bilder gehabt. Die Karte im Buch war mir persönlich zu grob. Man konnte nicht genug darauf erkennen, daher war sie etwas überflüssig. Der Fokus des Buches liegt nicht auf der Erkundung der Legende von der Durchquerung der Nordwestpassage im 19. Jahrhundert. Allerdings werden einige Stationen der 'Terror' angesprochen und verarbeitet. Alles in allem war es ein informativer Erfahrungsbericht mit einer eisigen, aber einnehmenden Atmosphäre.

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Selbstfindung in urtümlicher, rauer Natur

Von: Michael Lehmann-Pape

27.02.2017

Durch das Polareis auf der „Nordwestpassage“ führt Kathleen Winter ihre Reise. Von Kanada nach Grönland. Auch heutzutage immer noch kein Zuckerschlecken, ein Eisbrecher sollte, muss es schon sein, dem man sich für diese Passage anvertraut. Die Autorin Kathleen Winter bekam diese Chance durch eine Einladung geboten und besann sich nicht lange, bevor sie zusagte. Was für den Leser ein Glück ist, denn Winter versteht es zum einen sprachlich, den Leser zu fesseln und mit ihrem großen, differenzierten Sprachschatz viele Details der rauen Natur, des Eises, der unwegsamen Landmassen, der Begegnungen auf See vielfache Atmosphäre und Farben zu verleihen. Wie sie andererseits auch die „Innenseite“ dieser Reise hervorragend in Worte zu fassen versteht. Denn nicht nur, dass diese urwüchsige Natur, die Vielfalt der Einöde, auf jeden Menschen Wirkung ausübt, gerade Kathleen Winter vollzog die Reise in einer Phase der inneren Suche und Findung und vermag so, die Korrespondenz zwischen äußerem Erleben und innerer Bewegung sehr griffig und emotional dicht zu schildern. „Höhlen, Säulen, monumental und blau erleuchtet, mit einer Dunkelheit in den tiefen Spalten – so rätselhaft und imposant, dass ich stundenlang sprachlos blieb“. Was hilft, denn nur, wer nicht redet, ist überhaupt in der Lage, nach innen zu hören. Was Winter unprätentiös und ebenfalls nicht zu ausufernd, sondern genau in der richtigen Art und Weise im Buch vollzieht. Ohne den Blick von den äußeren Erlebnissen zu wenden samt dem Unglück, dass die Reisegruppe ebenfalls zu bestehen haben wird. „Am nächsten Tag versuchte der Kapitän noch einmal, das Schiff vom Felsen weg zu drücken“. Aufgelaufen. Mitten in unwirtlicher Umgebung. Zum Stillstand gekommen, ohne das gewollt zu haben Wieder aber auch eine Chance, nach vielen Begegnungen mit Einheimischen in den paar kleinen Ortschaften entlang der Route, noch einmal innezuhalten und, kurz or Ende der Reise, sich und die Erlebnisse zu sammeln. „Meine Zeit im Norden hat mir einen neuen Sinn geschenkt, einen Sinn wie das Sehen und Tasten…nur war das wahrnehmende Organ mein ganzes Ich, ein Ich, dass sich nun nicht mehr vom Land getrennt fühlt. Ein sensibles Buch mit sehr persönlichen Momenten, das aber dennoch und zudem auch wie ein Art „Reiseführer“ von der Geschichte der Nordwestpassage erzählt und ebenso viel von der Gegenwart der Flora und Fauna und des menschlichen Lebens dort zu berichten weiß. In einer wunderbar zu lesenden, sehr geraden und präzisen Sprache. Eine berührend zu lesende innere und äußere Reise.

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Vita

Kathleen Winter ist Journalistin, Romanautorin, verfasst Kurzgeschichten und schreibt Drehbücher für das kanadische Fernsehen. Ihr Debütroman »Annabel« war ein Bestseller in Kanada und ein internationaler Erfolg. Ihr Memoir »Eisgesang« war nominiert für den Hilary Weston Writers Trust Prize for Nonfiction und den RBC Taylor Prize. Kathleen Winter hat lange in St John's auf Neufundland gelebt. Heute lebt sie in Montreal.

Zur AUTORENSEITE

Elke Link

Elke Link, geboren 1962 in Erlangen, hat in München und Canterbury studiert. Sie lebt in Berg am Starnberger See, wo sie zeitgenössische und klassische Literatur aus dem Englischen und Amerikanischen übersetzt. Für Ihre Übersetzung des Romans „Silas Marner“ von George Eliot erhielt sie gemeinsam mit Sabine Roth 1997 den Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur.

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