Fay

Roman

Taschenbuch
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Der Roman erzählt die Geschichte der 17-jährigen Fay, einer bildhübschen jungen Frau, die von zu Hause, von ihrem gewalttätigen Vater, wegläuft. Mit nichts als einer Packung Zigaretten und zwei Dollar in der Handtasche verlässt sie ihre Hütte im Wald und macht sich auf den Weg Richtung Küste, auf der Suche nach einem bessere Leben. Auf diesem Weg erlebt sie allerhand Bedrohliches, Gewalttätiges, aber auch Liebe und Hoffnung.


Aus dem Amerikanischen von Thomas Gunkel
Originaltitel: Fay
Originalverlag: Algonquin
Taschenbuch, Klappenbroschur, 656 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-67725-8
Erschienen am  12. November 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Grit Lit Deluxe

Von: MeikeReads

27.01.2019

I am a major fan of Cormac McCarthy, the master of Southern Gothic, and after discovering Kentucky's Chris Offutt, I decided that I finally needed to read Larry Brown, grit lit author extraordinaire from - wait for it! - Oxford, Mississippi, home of William Faulkner. In "Fay", a 17-year-old girl flees from her family, where she suffered neglect, abuse, and poverty, and decides to cross the state of Mississippi in order to get to the coastal town of Biloxi and make a new life for herself. At the start of her journey, Fay has two dollars and a pack of cigarettes to her name, so she has to rely on the kindness of strangers - and not all of them have pure intentions when they encounter a naive young girl who knows almost nothing about the world at the side of the road. But while Fay certainly lacks experience and an education, she is clever and resourceful, so there are quite some men who will soon find out that they are mistaken when they think they can take advantage of or dominate her. At the end, three men and one woman are dead. Brown shines when he describes the rough reality of those who are generally referred to as "white trash": Young, poor women who were exploited and then abandoned; alcoholic mothers trapped in abusive relationships; bouncers and barkeepers in sleazy stripclubs; and again and again alcoholics as well as men and women who have stopped expecting anything from their lives. Although this book clearly isn't a comment on current politics (it was first published in 2010), I couldn't help but wonder whether many of these characters - living by a dog-eat-dog mentality, with no social security, no health care, no child services in sight and no mandatory schooling - would be part of Trump's infamous "base". The fascinating center of the text is clearly Fay who tries to navigate a world that is unknown to her, and as the events that start to unfold during her journey slowly pick up speed, the text gets seriously addictive - this tome is a fast read. It also shows that Brown worked as a firefighter (one of the characters is a highway cop who is again and again called to gruesome accidents where people have died), and that he himself drank a lot and spent quite some time listening to guys hanging out in creepy bars - the characters in this novel feel unsettlingly real. Kudos to Heyne for being the first publisher to put out a German translation of the book 17 years after its initial publication - I'm looking forward to reading more Larry Brown.

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Fay - ein gelungener Südstaaten-Roman.

Von: Bücherserien.de

11.04.2018

Die hübsche, 17-jährige Fay ist ein typisches Landei aus den amerikanischen Südstaaten: Absolut ungebildet, ziemlich naiv (zumindest zu Beginn) und total ahnungslos. Bitterarm aufgewachsen, verlässt sie eines Tages ihre Familie – denn woanders kann es eigentlich nur besser sein. Der Vater ist gewalttätig, die Mutter schwach, die Gegend hart und rau. Fay will mehr vom Leben, sie hat Träume. Die sind nicht leicht zu erreichen. Das Mädchen wird die Geliebte des Polizisten Sam und von ihm schwanger, muss nach einem tödlichen Zwischenfall verschwinden und findet in Aaron, dem gewalttätigen Rausschmeißer eines Strip-Lokals, den nächsten Liebhaber. Doch weil der ihr immer zwielichtiger erscheint, möchte sie zu Sam zurück. Das Drama nimmt seinen Lauf … Sehnsucht ist ein großes Thema in diesem Südstaaten-Epos von Larry Brown. Der amerikanische Autor, der bereits 2004 verstarb und erst nach und nach ins Deutsche übersetzt wird, zeigt ein trostloses Bild des typischen “white trash”. Fay weiß nichts von der Welt, kennt nichts – nicht einmal im Kino war sie mit ihren 17 Jahren jemals -, sie kann kaum lesen und will nur eins: ans Meer. Denn dort, so stellt sie sich vor, ist alles besser. Dort soll ihr Leben anfangen. Larry Brown veröffentlichte “Fay” im Jahr 2000, zeitlich angesetzt ist der Stoff jedoch etwa zwanzig Jahre früher. Das aber ist eigentlich egal, denn die Geschichte ist zeitlos: Das junge Mädchen, das nicht weiß wie schön es ist, wird von Männern begehrt; so sehr, dass die für sie sterben würden. Fay ist, ohne es zu wissen, eine Lolita, wenngleich ihr das Berechnende und die Raffinesse fehlen. Sie zieht Männer an, die sich um sie kümmern, aber auch solche, die sie einfach besitzen wollen. Es sind starke und dramatische Beziehungen, die sich in diesem Roman entwickeln, geschrieben in einer trockenen, einfachen Sprache. Browns Stil ist schlicht, aber keineswegs simpel. Seine Figuren wirken authentisch. Larry Brown lebte selbst am Mississippi, er beschrieb Charaktere so, wie er die Menschen dort tatsächlich erlebt hatte. In “Fay” geht sein Sinn für Realismus allerdings an einigen Stellen etwas zu weit: In allen Einzelheiten zu lesen, wie die Protagonistin Kaffee trinkt, fernsieht, sich sonnt und weiteren banalen Alltagstätigkeiten nachgeht, darauf könnte man das Eine oder Andere mal durchaus verzichten. Brown ist etwas zu ausschweifend in seinen Bemühungen, der Geschichte und den Figuren Authentizität zu verleihen und verliert sich gerne in seinen detaillierten Beschreibungen. Auch so manchen Dialog hätte man sich sparen können, trotz des angenehmen und flüssigen Schreibstils. Doch sei es drum, ob die Story nun einhundert Seiten mehr oder weniger hat, es ändert nichts an der schlichten Schönheit der Geschichte. Die 17-Jährige muss an den Dingen reifen, die ihr geschehen. So bleibt sie nicht lange so naiv wie zu Anfang, aber sie verzweifelt nie am Leben. Es ist ein Roadtrip, den sie immer wieder unternehmen muss, unterbrochen von Phasen scheinbarer Stabilität in wechselnden Beziehungen. Zum Ende hin hofft man für das Mädchen, das eine echte Kämpferin ist, dass sie die Kurve bekommt. Und so sehr auch der Beginn eines neuen Lebens für Hoffnung sorgen sollte, so befürchtet man doch bald, dass ein rundes Happy End das Letzte ist, was der Autor seiner Figur gönnen will. Mein Fazit zu “Fay”: “Fay” ist ein fabelhafter Roman, der sich trotz eindeutiger Krimi-Elemente nicht in ein Schema oder Genre pressen lässt. Larry Brown war nie der geborene Schriftsteller; er arbeitete als Feuerwehrmann und schrieb in seiner Freizeit. Er stammte aus einfachen Verhältnissen, er kannte das einfache Leben, und er konnte es beschreiben. Das Buch ist ein Roman für Südstaaten-Fans, für Freunde des sogenannten “großen amerikanischen Romans” und schlicht ein lesenswertes Buch für Menschen, die in eine faszinierende Geschichte eintauchen möchten.

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Vita

Larry Brown, geboren 1951 in Oxford, Mississippi, begann seine Schriftstellerkarriere als schreibender Feuerwehrmann. Nachdem er jahrelang erfolglos versucht hatte, seine Kurzgeschichten und Romane veröffentlicht zu bekommen, erschien 1988 unter dem Titel Facing The Music seine erste Kurzgeschichtensammlung. Weitere Short Storys und fünf Romane komplettieren das Werk des Mannes aus Mississippi, der auch außerhalb der Südstaaten Kultstatus besaß und vielfach ausgezeichnet wurde. Mit seinem Werk beeinflusste er viele Songwriter, von denen einige ihm nach seinem Tod infolge eines Herzinfarkts im November 2004 mit dem Tribute-Album Just One More die Ehre erwiesen. Fay war 2017 der erste ins Deutsche übersetzte Roman.

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Thomas Gunkel

Thomas Gunkel, 1956 in Treysa geboren, arbeitete mehrere Jahre als Erzieher. Nach seinem Studium der Germanistik und Geografie in Marburg/Lahn wurde er 1991 Literaturübersetzer. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören u.a. Larry Brown, John Cheever, Stewart O'Nan, William Trevor und Richard Yates.

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