Fünf Tage in Paris

Roman

Fünf Tage in Paris
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Ein aufwühlendes Familientreffen in Paris

Als die Malegardes sich zu einem Familienfest in Paris treffen, gehen monsunartige Regenfälle auf die Stadt nieder. Die beinahe apokalyptischen Wetterverhältnisse spiegeln das Schweigen wider, das zwischen den Eltern und ihren erwachsenen Kindern vorherrscht. Und je länger die Familie durch den Regen gezwungen ist, gemeinsam im Hotel auszuharren, umso mehr spitzt sich die Situation zu. Nachdem der Vater im Restaurant zusammengebrochen ist, fasst Linden, der Sohn, endlich den Mut, sich ihm an seinem Krankenbett zu offenbaren. Doch auch der Vater hat ein erschütterndes Geheimnis, das ans Licht drängt …


ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Aus dem Französischen von Nathalie Lemmens
Originaltitel: Sentinelle de la pluie
Originalverlag: Éditions Héloise d'Ormesson, Paris 2017
Taschenbuch, Broschur, 304 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10648-7
Erscheint am 08. Oktober 2021

Leserstimmen

Tiefgründig und nachdenklich

Von: book.mytruepassion

09.06.2020

Es sollte ein ganz normales Familientreffen werden, doch durch den nicht endenden Regen und einem Haufen Familiengeheimnisse werden es fünf nervenaufreibende Tage in Paris. Linden hat ein Geheimnis, dass er seinem kranken Vater vorenthält, weil er viel zu viel Angst vor seiner Reaktion hat. Auch der Rest seiner Familie hat Geheimnisse, die Stück für Stück gelüftet werden. Das Buch beinhaltet viele spannende, interessante und unerwartete Ereignisse. Am Anfang war es jedoch schwer durchzublicken aus welcher Perspektive bzw. Person die Geschichte erzählt wird. Nach dem ersten Kapitel legt sich die Verwirrung. Mir hat es wirklich gut gefallen, dass am Anfang der Kapitel aus der Sicht von Lindens Vater, als er ein kleines Kind war, erzählt wurde. Diese Abschnitte haben besonders viel Spannung aufgebaut und sie haben gut zu dem gepasst, wie Linden seinen Vater wahrnimmt. Aber im Großen und Ganzen war es ein sehr ruhiges und teilweise dramatisches Buch. Die Schicksalsschläge jedes Einzelnen sind emotional, traurig und herzzerreißend. Mich hat vor allem Tilias Geschichte beeindruckt und zu tiefst berührt. Es wurde ziemlich viel beschrieben und manchmal sind die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart verschwommen, sodass ich manchmal ganz schön durcheinander kam. Die Entwicklung der Protagonisten ist wirklich erstaunlich, man kann ihnen ganz genau dabei zusehen wie sie sich näher kommen und Gefühle zu lassen. Aus diesem Grund wachsen sie einem auch schnell ans Herz. Das Einzige was mich gestört hat, war die Länger der Kapitel. Auch wenn sie einem nie zu langatmig vorkamen, war es doch anstrengend ein Kapitel mit 80 Seiten zu lesen. Vieles erschien mir unnötig. Paul (Lindens Vater)liebt Bäume und zu erst kam es mir etwas albern vor, doch im Laufe der Geschichte konnte ich ihn immer besser verstehen. Ich finde es sehr inspirierend, wie er sich für Bäume einsetzt und sie versteht, auch wenn der Grund dafür sehr traumatisch ist. Aber ich glaube, dass es alles noch viel bedeutender und gefühlvoller aussehen lässt. Der Schreibstil der Autorin war wirklich gut und mir hat es überraschend gut gefallen, dass sie kaum Dialoge im Buch verwendet. Die Erzählperspektive ist zwar nicht meine Liebste, da ich schwer in die Geschichte reinkomme, doch bei "Fünf Tage in Paris" wurde ich positiv überrascht. Das Cover passt auch extrem gut zu der ganzen Geschichte.

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Bewegende Familiengeschichte

Von: Petra Radtke

29.08.2019

Vor dem düsteren Hintergrund eines Jahrhunderthochwassers 2016 in Paris, taucht der Leser in eine Familiengeschichte ein, die voller unerwarteter Wendungen, Geheimnisse, Zweifel, Beziehungskrisen und Liebe ist. Die Schreibweise ist sehr bildhaft und teils voller Poesie. Man fühlt sich voll in der Geschichte gefangen und bangt und hofft mit dem Haupthelden Linden mit. Linden, ein berühmter Fotograf, der in Los Angeles lebt, reist nach Paris, denn er möchte mit seinen Eltern und seiner Schwester den 70. Geburtstag seines Vaters und den 40. Hochzeitstag seiner Eltern feiern. Tilia lebt mit Tochter und Ehemann in London. Seit Tagen regnet es ununterbrochen in Paris und es droht eine Überschwemmung. So wie diese Bedrohung immer stärker wird, droht auch das Familientreffen sich zu einem Desaster zu entwickeln. Seit Jahren liegt die Last von Lebensgeheimnissen über der Familie, die von den einzelnen Familienmitgliedern kaum noch selbst zu tragen sind. Die Katastrophe beginnt, als der Vater während der Feier plötzlich ins Koma fällt...Dann erkrankt auch noch die Mutter an einer Lungenentzündung...Durch das Hochwasser wird noch alles komplizierter... Linden, der versucht alles Menschenmöglich zu machen, um den Vater und die Mutter in gute ärztliche Betreuung zu bekommen, trägt eine schwere persönliche Last mit sich rum. Er ist homosexuell und lebt in Los Angeles mit seinem Mann. Doch er hat sich noch nie gegenüber seinem Vater geoutet und auch mit seiner Mutter hat er sich noch nie länger darüber ausgesprochen. Seine Schwester hat auch ein schweres Trauma erlebt, über das sie mit niemanden bis jetzt reden konnte. Als auch noch ihr Ehemann, der ein Alkoholiker ist, im Hotel auftaucht, spitzt sich die Situation zu...Doch auch der Vater hat ein Geheimnis, über das er mit niemanden gesprochen hat...Seine Geschichte erfährt der Leser als Rahmenhandlung zwischen den Kapiteln des Romans. Die Mutter verschweigt auch einen wichtigen Teil ihres Lebens gegenüber der Familie...Wird es nun im Angesichts der extremen Lage zu Aussprachen kommen? Wacht der Vater aus dem Koma wieder auf und gibt es noch die Versöhnung zwischen Vater und Sohn? Die Schilderung der Überflutung der Stadt ist sehr detailgenau. Anhand eines Pariser Stadtplanes auf den inneren Seiten des Einbandes, kann man als Leser die gefährdeten Gebiete der Stadt sehen. Hautnah beschrieben werden die Auswirkungen des Hochwassers für Paris, mit allen seinen Begleiterscheinungen wie Evakuierung, Plünderungen, aufopferungsvolle Hilfe, die oftmals zu spät kommt, Medien- und Touristenrummel und führt ganz nebenbei plastisch vor Augen wohin es kommen kann, wenn auf die Natur keine Rücksicht genommen wird. Auch über die Arbeit des Vaters, der sich für die Rettung der Bäume sein ganzes Leben lang einsetzt, werden viele Details deutlich gemacht und regen den Leser zum Nachdenken an. Die Familiengeschichte zeigt deutlich, wie wichtig es ist für den Zusammenhalt der Familie, über alles offen zu reden, die Gefühle der anderen verstehen zu lernen und Geheimnisse nicht zuzulassen, denn es kann schnell für eine Aussprache zu spät sein. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es hat mich sehr berührt und auch gut unterhalten. Ich wünsche ihm viele begeisterte Leser.

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Vita

Tatiana de Rosnay lebt als Tochter einer Engländerin und eines französischen Biologen in Paris. Sie hat bisher elf Romane geschrieben, von denen fünf ins Deutsche übersetzt wurden. Ihr größter Bestseller war »Sarahs Schlüssel«. Ihre Romane wurden weltweit über 13 Millionen Mal verkauft. Mehrere wurden verfilmt, neben »Sarahs Schlüssel», »Moka« und »Boomerang«. »Fünf Tage in Paris« eroberte auf Anhieb den Platz 1 der französischen Bestsellerliste und war auch in den USA ein großer Erfolg.

Zur AUTORENSEITE

Nathalie Lemmens

Nathalie Lemmens, geboren 1976, stammt aus dem deutschsprachigen Teil Belgiens. Sie studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und übersetzt seitdem aus dem Französischen, Englischen und Niederländischen, u.a. Jean-Christophe Rufin, Adam Zamoyski und Gustaaf Peek.

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