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Galveston Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-7341-0181-6

Erschienen: 14.03.2016
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Ein Antiheld, der im Untergang zu wahrer Größe findet – kraftvoll, gnadenlos, mitreißend

Normalerweise erledigt Roy Cady, ein kleines Licht in der Unterwelt von New Orleans, die dreckige Arbeit für seinen Boss. Jetzt muss er sich seinem eigenen Tod stellen: Zuerst erfährt er von seinem Lungenkrebs, kurz darauf entgeht er nur knapp dem Mordanschlag seines Chefs, der ihn aus Eifersucht umlegen lassen will. Am Ende überleben das Blutbad nur Roy und die Teenager–Prostituierte Rocky, die sich fortan an seine Fersen heftet. Zusammengehalten von ihrer gemeinsamen Herkunft aus den trostlosen Weiten Texas’ und der schwachen Hoffnung auf einen Ausweg flüchten die beiden tief in den amerikanischen Süden, in die Hafenstadt Galveston.

Nic Pizzolatto (Autor)

Nic Pizzolatto wurde in New Orleans geboren und ist in Lake Charles, Louisiana, aufgewachsen. Bereits an der Universität erhielt er zahlreiche Auszeichnungen für sein Schreiben und war später auch als Dozent tätig. 2006 erschien seine Kurzgeschichtensammlung Between here and the Yellow Sea, die im selben Jahr auf der Longlist des Frank O’Connor International Short Story Awards stand. Seit 2010 ist Pizzolatto ebenfalls als Drehbuchautor tätig, u. a. für The Killing und die hoch gelobte HBO-Serie True Detective.

ERSTMALS IM TASCHENBUCH

Aus dem Amerikanischen von Gunter Blank
Originaltitel: Galveston
Originalverlag: Scribner, New York 2011

Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-7341-0181-6

€ 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 12,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blanvalet

Erschienen: 14.03.2016

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Wie lange noch

Von: wal.li Datum: 16.12.2016

wallis-buechersichten.blogspot.de/


Der Auftragsaufräumer Roy Cady bekommt die Diagnose Lungenkrebs. Eigentlich könnte ihm also alles egal sein. Trotzdem will er nicht gerade jetzt sterben als ihm sein Boss, weil Roy angeblich ein Auge auf dessen Freundin geworfen haben soll, ein Falle stellen lässt. Letztlich überlebt Roy das Massaker und mit ihm eine junge Frau, die den Fallenstellern auf anderen Wegen zu Diensten sein sollte. Die beiden entfernen sich vom Ort des Geschehens. Roy weiß nicht warum, aber er erzählt von seiner Krankheit und Rocky macht den Vorschlag, sie könnten doch zusammen bleiben. Nicht, weil er sie braucht, aber vielleicht könnte er sie mal brauchen. Gewöhnt allein unterwegs zu sein, ist Roy unsicher, wie er sich zu diesem Vorschlag stellen soll. Als Rocky ihn überredet, ihre kleine Schwester abzuholen, möchte er allerdings am liebsten abhauen.

Besonders zu Beginn überzeugt dieser Roman wegen seines ungewöhnlichen Ansatzes. Natürlich, denkt man, kann ein Verbrecher nicht sympathisch sein, aber so eine Diagnose ist auch für so einen nicht einfach zu verarbeiten. Und dann kommt so ein Mädchen daher, die fast wie eine Rettung erscheint vor der Aussicht, alleine sterben zu müssen. Wie lange hat er noch? Lohnt es sich überhaupt, sie auf die Bekanntschaft mit Rocky einzulassen. Oder soll er sie lieber gleich alleine lassen, schließlich wird er bald nicht mehr da sein. Die Gespräche Roys mit der jugendlich frischen Rocky, die ihn aufrütteln und seine eingefahrenen Gedanken durcheinander bringen, haben etwas Spezielles, welches einen großen Teil des Reizes des Buches ausmacht. Auch wie Rocky ihm die kleine Tiffany unterjubelt, ist mit Witz und Verve dargestellt. Je weiter allerdings die Handlung voranschreitet, desto mehr verliert sich dies und die Story wird zum einen ernster aber auch lückenhafter. Irgendwie bekommt man den Eindruck, dass Roy sich bei seinem Ritt auf der Rasierklinge geschnitten hat. Zwar ist er schließlich schon ein anderer Mensch geworden, dennoch wirkt er unvollendet.

Vorgetragen wird dieses sehr gute Hörbuch von Walter Kreye, der die handelnden Personen mit seiner wandelbaren und sonoren Stimme zum Leben erweckt.

Ein großer Roman über Verbrechen, aber kein Krimi!

Von: Detlef Knut Datum: 29.05.2016

dk-literatur.blogspot.de/

Es ist der Debütroman des Autors der amerikanischen Serie "True Detectives", der eine spannende Geschichte aus dem Milieu der Verbrechen schildert und dennoch kein Kriminalroman ist. Im Mittelpunkt steht der Geldeintreiber und Killer Roy Cady, wegen seiner hünenhaften Erscheinung Big Country genannt. An dem Tage, als er von seinem Arzt erfährt, dass er wegen Lungenkrebs bald sterben wird, wird er von seinem Chef zu einem Auftrag geschickt, soll dieses Mal aber keine Schießeisen mitnehmen. Als er mit seinem Kollegen Angelo dort eintrifft, wo sie das Geld einkassieren sollen, treffen sie den Mann tot an. Im selben Moment werden sie beide angegriffen, es wird auf sie geschossen. Während Angelo tödlich verletzt wird, erledigt Big Country die unbekannten Gegner, wird selbst verletzt und trifft in dem Chaos auf eine junge Frau, die vor lauter Angst nur so schlottert. Bog Country vermutet, dass er selbst in eine Falle gelockt wurde und nimmt sich in der ersten Reaktion der jungen Frau mit Namen Raquel, genannt Rocky, an. Die erkennt ihre Chance, zusammen mit ihrem "Retter" aus ihrem beschissenen Verhältnissen zu fliehen. Alle Versuche Roy Cadys, Rocky wieder loszuwerden, scheitern. Sie hängt sich wie eine Klette an ihn, erzählt ihm eine neue rührselige Geschichte nach der anderen. Weil Big Country weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat, zählt für ihn nur eines: Rocky und sich außer Reichweite seines Chefs zu bringen und sich dann an diesem zu rächen. Denn nur der kann ihn in die Falle gelockt haben.

Pizzolatto hat diesen Roman aus der typischen Ich-Perspektive eines Privatdetektivs erzählt. Zwar ist der Protagonist kein solcher, aber er ist ähnlich heruntergekommen, fühlt sich ähnlich schlecht, sehnt sich nach einer Familie und hat den Rest durch die Todesnachricht seines Arztes und den Anschlag auf ihn bekommen. Er ist ein Verlierertyp durch und durch (In Hollywood wäre aus meiner Sicht Tommy Lee Jones der geeignete Schauspieler, aber ich habe ja keinen Einfluss auf ein Casting.), der aus seinem Leben erzählt. Das ist stimmig und überzeugt. Die ungewöhnliche Figur des Protagonisten hat darüber hinaus ihren besonderen Reiz und bricht jedes Klischee. Aber auch Rocky, die als freche Rotznase in die Szenerie einsteigt, wird wachsen und versuchen, ihrer Verliererrolle zu entkommen.

Die raffinierte Montage der Geschichte, die Ende der 1980er Jahre beginnt und zwölf Jahre später endet, schafft einen besonderen Spannungsbogen. Die Frage, ob man einen Killer mögen kann, stellt sich gar nicht. Ein sehr zu empfehlender Roman.

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