Gotland

Roman

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Eine streng katholische Mutter – Zahnärztin mit eigener Praxis neben einer Stiftskirche in Wien und einem fanatischen Glauben, der die Bibel gefährlich wörtlich nimmt. Was macht das mit dem Sohn? Mit einem jungen Mann, der sich nach einem Vater sehnt und allerlei Begierden entwickelt, je älter er wird? Er wird zu einem Suchenden, vor allem nach dem Tod der Mutter. Zu einem Fahrenden in Sachen Gott, den er in Gotland zu finden hofft, jenem fernen Sehnsuchtsort der Mutter, die immer behauptete, dort hätte sie seinen Vater kennengelernt. Ein unheimlicher, heiliger, jedoch auch wahnsinniger Ort …

»Michael Stavaric ist ein unterschätzter Meister des grotesken Humors.«

Der Spiegel

Originalverlag: Luchterhand HC
Taschenbuch, Broschur, 352 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-442-71750-7
Erschienen am  12. November 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Hätte er doch nur mein Herz hervorgeholt (…)

Von: Büchergnom DaRo

10.02.2018

“Gotland” erzählt die Geschichte von “ihm”. Berichtet das Wachsen und Fühlen, Zweifeln und Wissen, Lernen und Streben – die Geburt, wie die individuelle Inkarnation, das Sterben, wie die andauernde Reinkarnation. Eine Welt durch die Augen eines Kindes (ganz gleich, welches Alter der Protagonist tatsächlich besitzt): dem Verständnis weicht die Interpretation. Weniger als Vorwort, denn als Begrüßung, als Novelle für das nun (zu) Erlebende, beginnt die Reise. In seiner beinahe schon typischen unbeschwerten Strenge des Wortes lässt Stavarič nun Gotland wachsen – lässt “sich” (Ich-Perspektive) entwickeln. Wie nur wenige außer ihm, schafft er es, dass man nicht erlebt – vielmehr partizipiert man die Momenthaftigkeit; man begleitet nicht, man wird geführt. Weniger Entwicklung, denn Entschluss; weniger Reise, denn Ankunft: ein Bekenntnis. Das Ende wechselt nun; reißt schon beinahe harsch aus dem Traum in eine Sachlichkeit – mit allen Kanten, Ecken und (nötiger) Sterilität. Ein Psychogramm als Summe der Unvermeidlichkeit. Ein Zwinkern, welches nicht zuletzt dieser einen Träne einer sardonischen Allegorie geschuldet, öffnet zum Ende noch einmal Genesis – Beginn als Ende der (Un)Vermeidlichkeit. Und hier kommt nun nicht die Kunst – vielmehr das Können, diese unbeschwerte (Ent)Gültigkeit, die Michael Stavarič für mich nicht zu einem “jungen Wilden”, sondern einem “jungen Alten” werden lässt: das Wissen, um die Abkömmlichkeit der Stilistik – und hier, und eben so(!) lebt Literatur! Denn wate ich inmitten der Simplifizierung, breche die Kunst zu einer deutbaren Begrifflichkeit (oder Möglichkeit), würde ich bei “Gotland” von einem Entwicklungsroman (gleichwohl soviel mehr) sprechen, was unweigerlich “Leben” impliziert und dadurch, mehr als nur facettenreich, derart mannigfaltig, grenzenlos ist, dass es nur Plural – Perspektiven, Stile – sein kann! Stavarič fesselt nicht, er nimmt ein – weniger unbeschwert, als tatsächlich schwerelos wirkt er in einer Gnadenlosigkeit auf den Leser, welcher man nur mit einem schon beinahe devoten Masochismus zu begegnen weiß. Es ist so unbedingt, wie er sich seiner eigenen Erzählung enteignet – dem Wissen geschuldet, dass nur der Gedanke, der frei sein darf, der eigene – der meine – sein kann… Statt einer unbedarften Mixtur, findet man ein geflissentliches Geflecht aus Epik und Dramatik, welches weniger Anspruch hat, als diesen bietet – als diesen offenbart und sich so eben nicht selbst definiert, denn vielmehr unbeschreiblich macht. Die Vielfalt, welche “Gotland” birgt, schenkt und bietet, blüht aus einem Surrealismus, welchen Stavarič nicht als Metapher vergessen, sondern als Faktum aufglimmen lässt, der Realität den Anspruch auf Wahrheit zu geben. Ein Drama, dass zum lachen einlädt, eine Satire, die trauriger kaum sein könnte, ein farbenprächtiges schwarz-weiß Gemälde, ein stummes Lied, ein Beziehungsroman der Einsamkeit, des Schlafes Bruder in welchem Adonai erwacht… …nicht zu suchen – nur zu finden, nur zu wissen, nur zu glauben. Wenn Kunst von Können kommt, so kommt Können von Stavarič!

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Leider ein Flop

Von: Petra Donatz aus Solingen

08.02.2018

Klappentext Eine streng katholische Mutter – Zahnärztin mit eigener Praxis neben einer Stiftskirche in Wien und einem fanatischen Glauben, der die Bibel gefährlich wörtlich nimmt. Was macht das mit dem Sohn? Mit einem jungen Mann, der sich nach einem Vater sehnt und allerlei Begierden entwickelt, je älter er wird? Er wird zu einem Suchenden, vor allem nach dem Tod der Mutter. Zu einem Fahrenden in Sachen Gott, den er in Gotland zu finden hofft, jenem fernen Sehnsuchtsort der Mutter, die immer behauptete, dort hätte sie seinen Vater kennengelernt. Ein unheimlicher, heiliger, jedoch auch wahnsinniger Ort… Es gibt ihn, diesen Gott, der im Wasser schwimmt, der auf dem Wasser treibt und niemals untergeht, der allen, die am Ufer verharren, nachsieht und zuwinkt, es muss ihn einfach geben. Er scheint nah und zugleich fern, ein Schatten am Plafond, wie dunkel doch heut der Himmel ist, viel dunkler noch als die gekräuselte See, stumm die Fische darin und schwer sind ihre Bäuche. Der Autor Michael Stavarič wurde 1972 in Brno (Tschechoslowakei). Er lebt als freier Schriftsteller, Übersetzer und Dozent in Wien. Studierte an der Universität Wien Bohemistik und Publizistik/Kommunikationswissenschaften. Über 10 Jahre lang tätig an der Sportuniversität Wien – als Lehrbeauftragter fürs Inline-Skating. Zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, zuletzt: Adelbert-Chamisso-Preis, Österreichischer Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur. Lehraufträge zuletzt: Stefan Zweig Poetikdozentur an der Universität Salzburg, Literaturseminar an der Universität Bamberg. Meine Meinung Story Charles Hansson, der Sohn einer Mutter mit fanatischem Glauben, macht sich nach deren Tod auf die Suche nach Gott. Die Reise geht nach Gotland jenem Flecken Erde wo Gott leben soll. Die Suche wird für Charles auch zu einer Befreiung von seiner erdrückenden Mutter. Die Story konnte mich leider absolut nicht in ihren Bann ziehen. Eine sehr langatmige Handlung, die sich sehr hinzieht und eigentlich aus aneinander gereihten Banalitäten besteht. Dazu mehr im Fazit. Schreibstil Das Buch wird aus der Sichte des Protagonisten erzählt. Es ist einfach geschrieben. Man spürt die Kälte, die der fanatische Glaube oft mit sich bringt. Charaktere Zum größten Teil handelt das Buch von Charles, dem Protagonisten. Leider war durch das kühle Ambiente nicht möglich, einen Bezug zu ihm aufzubauen. Auch die Nebencharaktere blieben mir eher suspekt und fremd. Mein Fazit Das Thema des Buches, wie Kinder, denen ungefragt die Last des Glaubens auferlegt wird, sich davon befreien, hat mich bewogen das Buch zu lesen. Leider hat es an der Umsetzung des Themas dann doch gehapert. Die Geschichte ist mehr als konfus, auch den grotesken Humor mit dem das Buch beworben wird konnte ich nicht ausmachen. Die Geschichte zieht sich hin und ist in meinen Augen eine Aneinanderreihung von Banalitäten. Ich kann hier nur zwei von fünf Leseratten/ Sterne geben und falls ihr Interesse habt, bildet euch selber eine Meinung, denn Lesegeschmäcker sind zum Glück verschieden. Autor: Michael Sta

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Vita

Michael Stavarič wurde 1972 in Brno (Tschechoslowakei) geboren. Er lebt als freier Schriftsteller, Übersetzer und Dozent in Wien. Studierte an der Universität Wien Bohemistik und Publizistik/Kommunikationswissenschaften. Über 10 Jahre lang tätig an der Sportuniversität Wien – als Lehrbeauftragter fürs Inline-Skating. Zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, zuletzt: Adelbert-Chamisso-Preis, Österreichischer Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur. Lehraufträge zuletzt: Stefan Zweig Poetikdozentur an der Universität Salzburg, Literaturseminar an der Universität Bamberg.

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Zitate

»Wie Rauch geistert ›Gotland‹ in einem herum, ein Erkundungsrausch, der das eigene Kopfkino mit furiosen Bildern antreibt.«

FAZ

»Ein wilder, poetischer Roman.«

Sigrid Brinkmann / Deutschlandfunk Kultur

»Stavaric erzählt das alles mit sicherer Eleganz und sprudelnder Fantasie ...«

DIE ZEIT

»Ein gewaltiger Roman, der vor Augen führt, wie nahe Vernunft und Irrationalität, Normativität und Wahnsinn, Wissenschaftsglaube und Fantasie beieinanderliegen.«

Der Standard

»Michael Stavarič hat einen bizarren und doch stimmigen Roman vorgelegt, der durch seine Konstruktion genauso brilliert wie durch seine mutigen Erkundigungen ins Innere eines Beschädigten.«

Radio Ö1

»›Gotland‹ ist ein beherztes Buch, das Werk eines Phantasten mit deutlichem Hang zum Skurrilen.«

Radio FM4

»Er artikuliert Zweifel ohne anzuklagen und stellt, abseits von Überhöhung und Verdammnis, dafür mit viel Gespür und Humor, die Grundfeste des Glaubens in Frage.«

ORF 2

»Verrückter kann eine Geschichte wohl kaum sein.«

NZZ

»Michael Stavaric (...) ist zuallererst ein Spracharbeiter, der einen auf die Reise mitnimmt in eine zauberhafte, verwunschene Welt.«

DIE ZEIT

»Ein Erkundungsrausch, der das eigene Kopfkino antreibt, mit furiosen Bildern von „Gotland“ als mysteriösem Ort, irgendwas zwischen Paradies und Zombieland.«

Anja Hirsch / FAZ

»Die Geschichten, die er erzählt, sind so monströs wie rätselhaft und verwirrend. Manchmal ist es auch, als kriege man eine über den Schädel gezogen.«

Sebastian Fasthuber / Falter

»Heute zählt der Glamour-Rocker unter Österreichs Literaten zur heimischen Autorenelite.«

ORF 2

»Ein absurder Trip, der seinen Spannungsbogen so leise aufbaut, dass er einen schon lange fest im Griff hat, bevor man ihn bemerkt.«

Franziska Reif / Kreuzer

»Ein Meister der sprachlichen Dosierung, der wortmächtig über das Auseinanderbrechen von Lebensentwürfen, das Einbrechen von Sehnsüchten und das Ausbrechen von Krankheiten schreibt.«

ORF 2

»Kafka und Popzitat, Coming-of-Age-Geschichte und Endzeitvision sind die Zutaten dieses erstaunlichen, formidabel geschriebenen Genre-Cocktails.«

Julia Schröder, Deutschlandfunk

»›Gotland‹ ist ein literarisches Universum, ein wuchtiges Werk, in dem viel Kraft und Energie steckt, ein fantastischer, satirischer Roman.«

Servus TV

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