Ich gegen dich

Ab 13 Jahren
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Taschenbuch
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Eine Geschichte über die Liebe und den Mut zur Wahrheit ...

Seit Mikeys fünfzehnjährige Schwester Karyn von Tom, Sohn reicher Eltern, vergewaltigt worden ist, verlässt sie ihr Zimmer nicht mehr. Mit der Mutter, die trinkt, ist nicht zu rechnen. Alles bleibt nun an Mikey hängen, auch um die kleine Schwester Holly kümmert er sich. Und diesem Tom würde er es am liebsten heimzahlen. Ein Flirt mit Toms Schwester Ellie scheint das einfachste Mittel, um näher an ihn ranzukommen. Doch als Liebe daraus wird, wird die Sache kompliziert: Hält Mikey zu seiner Schwester oder steht er zu Ellie? Und für welche Seite entscheidet sich Ellie? Für ihren Bruder und ihre Familie – oder für den Jungen, den sie liebt?


Aus dem Englischen von Astrid Arz
Originaltitel: Ich gegen dich
Originalverlag: cbt HC
Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten, 12,5 x 18,3 cm
ISBN: 978-3-570-30877-6
Erschienen am  09. September 2013
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Wichtiges Thema, doch der Schreibstil bremst den Leser aus

Von: Readtweetie

01.07.2020

Warum habe ich das Buch gelesen? – Der Klappentext hat ein sehr ernstes, wichtiges und zugleich schreckliches Thema angesprochen und ich wollte wissen, wie die Autorin damit umgeht. Und ich muss sagen, dass sie das ganz gut macht. Hier geht es nicht direkt um die misshandelte Person, sondern um den Bruder und die Schwester des Täters. Sie sind also trotzdem involviert. Dies nimmt auch den Großteil der Geschichte ein und der Leser erhält Einblick in beide Seite, was mir unglaublich gut gefallen hat. Dadurch wird dem Leser nicht vorgeschrieben, wem er glauben soll und er kann mit dem Fortschritt der Story entscheiden, wem er Recht geben möchte. Doch auch die Beziehung von Mikey, dem Bruder des Opfers, und Ellie, der Schwester des vermeintlichen Täters, steht im Fokus. Denn entgegen aller Vernunft entwickeln die beiden Gefühle füreinander. Dieser Zwiespalt bildet einen tollen Grundstein für eine außergewöhnliche Story und die Autorin weiß diesen auch zu nutzen. Das Gefühlschaos der beiden mischt die Geschichte richtig auf und verleiht ihr das gewisse Extra. Doch auch wenn dies positiv erscheint, so ist die Beziehung von Mikey und Ellie viel zu schnell und gefühlsarm von statten gegangen. Dazu trägt leider auch der Schreibstil etwas bei. Dieser war zunächst echt gewöhnungsbedürftig, da die Autorin irgendwie auf einer sachlichen Ebene schreibt und die Gefühle eher zwischen den Zeilen stehen. Das liegt auch an der Erzählperspektive, denn der Erzähler ist ein Allwissender und wir erfahren es nicht aus der Ich-Perspektive. Doch ich fand es ziemlich schwierig eine Bindung zu den beiden Protagonisten aufzubauen, doch je weiter die Geschichte voranschritt, desto besser konnte ich mich in die beiden hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen. Mikey und Ellie sind unsere Hauptpersonen und könnten unterschiedlicher nicht sein: Ellie ist das gut behütete Good Girl, das immer lernt und sich an (fast) alle Regeln hält. Mikey der Bad Boy, der aus schwierigen Verhältnissen kommt, sich gerade so über Wasser hält und sehr viele weibliche Bekanntschaften hat. Doch die Autorin wirbt nicht mit diesem Klischee, sondern sie setzt diese einfach sehr gut in ihre Geschichte ein. Mikey wirkt zunächst sehr ruppig, doch nach einiger Zeit konnte ich mich sehr gut mit ihm anfreunden. Bei Ellie hat das allerdings ein bisschen länger gedauert, da sie mir viel zu naiv vorkam. Doch auch das hat sich zum Ende gebessert. Das Ende lässt viel Spielraum offen, es gibt viele Dinge, die noch ungeklärt sind. Das finde ich schade, denn die Autorin hat so viel Spannung aufgebaut, da kann sie die Leser doch nicht so zurück lassen. Ein paar letzte Worte zum Cover, Titel oder Klappentext? – Das Cover ist mir nicht sonderlich ins Auge gesprungen, dafür macht es der Klappentext aber wieder wett. Fazit: Ein gutes Buch, das wichtige Themen anspricht und aus der Geschichte viel macht. Doch leider gingen mir viele Dinge viel zu schnell und mit dem Schreibstil der Autorin hatte ich sehr lange zu kämpfen. Nichtsdestotrotz kann ich dieses Buch sehr empfehlen, um sich mit dem Thema Vergewaltigung auseinander zu setzen. Ich vergebe daher 3,5 von 5 Sternen.

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Ernste Thematik, grandios erzählt

Von: Friedelchen

27.03.2015

Für wen entscheidest du dich, für deine Familie oder deine Liebe...? Eigentlich erschien es Mikey wie ein idealer Plan: um sich an Tom Parker zu rächen, der seine Schwester Karyn vergewaltigt hat und nun scheinbar ungestraft damit davonkommt, würde er sich an dessen Schwester Ellie ranmachen. Über sie würde er schon genug Informationen über Tom kriegen, um ihn fertigmachen zu können. Doch da hat er nicht mit Ellie gerechnet, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Bald schon müssen sich beide entscheiden, was ihnen mehr bedeutet - ihre Familie oder ihre Gefühle füreinander... "Ich gegen dich" hatte vor einiger Zeit aufgrund seines merkwürdig unpassenden Covers Aufsehen erregt (Klick). Wesentlich mehr Aufmerksamkeit hat in meinen Augen jedoch die glänzend geschriebene, brisante Geschichte verdient, mit der die Autorin mal wieder ihr Talent unter Beweis gestellt hat. Jenny Downham, die Autorin des erfolgreichen Buches "Bevor ich sterbe" behandelt in diesem Buch erneut ein sehr ernstes Thema: es geht um den Vorwurf der Vergewaltigung, bei dem ein Wort gegen das andere steht. Aber es geht auch um die Liebe und die Loyalität seiner Familie gegenüber. Mikey McKenzie lebt zusammen mit seinen zwei Schwestern und der alkoholabhängigen Mutter in einer Sozialsiedlung. Seine Tage verlaufen im immerselben Trott - Arbeiten, sich um seine Schwestern Holly und Karyn kümmern und abends gemeinsam mit seinem Kumpel Mädchen aufreißen. Bis ihn Karyn eines Tages mit einer schockierenden Neuigkeit aus dem gewohnten Trott herausreißt: sie wurde vergewaltigt! Die Vorwürfe, die sie erhebt, sind schwerwiegend: Tom Parker, der reiche Junge aus gutem Hause, soll Karyn nach einer Party betrunken gemacht und sich an dem ohnmächtigen Mädchen vergangen haben. Einzige weitere Zeugin: Ellie Parker, Toms Schwester, die angibt, zum Zeitpunkt der vermeintlichen Tat geschlafen zu haben. Doch ist das tatsächlich die ganze Wahrheit? Mikey beschließt, Ellies Vertrauen zu gewinnen und so vielleicht an Tom heranzukommen. Doch keiner von beiden hat damit gerechnet, dass sie sich dabei ineinander verlieben würden... Auf der Suche nach den wahren Geschehnissen der Nacht begleitet man sowohl Mikey als auch Ellie und bekommt so tiefen Einblick in die Gedankenwelt der beiden Teenager, die aus so unterschiedlichen Verhältnissen stammen. Beide stehen unheimlich unter Druck: Mikey muss unbedingt seiner Schwester beistehen, die mit ihrer freizügigen Art vor Gericht wohl kaum eine Chance haben wird. Ellie dagegen, stets die perfekte Tochter, ist die Hauptentlastungszeugin für ihren Bruder und wird von den Eltern mächtig unter Druck gesetzt. Und dann sind da ja auch noch ihre Gefühle füreinander; ist es richtig, so für jemanden zu empfinden, der eigentlich zum "Feind" gehört? Jenny Downham stellt in diesem Buch viele ernste Fragen und gibt auch keine leichtfertigen Antworten, sondern schildert die verfahrene Situation sehr realistisch und erschafft dabei komplexe, glaubwürdige Charaktere. Als Leser bekommt man hier neben der traurig zarten Liebesgeschichte zwischen Mikey und Ellie auch Einblick in die Vorurteile und Schwierigkeiten, mit denen sich sowohl Tom als auch Karyn konfrontiert sehen und auch die Perspektive der Eltern wird vermittelt, die natürlich ihre Kinder beschützen wollen, koste es, was es wolle. Die Gedanken und Handlungen der Personen erschienen mir sehr real und authentisch. Jenny Downham schreibt so vollkommen aus dem Leben gegriffen, als könnte sich die Handlung genau so gerade irgendwo in der Realität abspielen. Kurz und gut, mich konnte die Autorin mit dieser ernsten und berührenden Geschichte absolut überzeugen. Jenny Downham hat jetzt einen neuen Fan :-)

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Vita

Jenny Downham hat als Schauspielerin in einer freien Theatergruppe gearbeitet, bevor sie anfing zu schreiben. Ihr erster Roman »Bevor ich sterbe« wurde von der internationalen Presse hoch gelobt und war ein weltweiter Erfolg. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in London.

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Astrid Arz wurde 1958 in Sibiu (Rumänien) geboren und kam 1965 nach Deutschland. Sie studierte Germanistik und Skandinavistik in München. Zudem gründete sie die Literaturzeitschrift federlese, welche sie ebenfalls mit herausgab. Seit 1981 übersetzt sie literarische Werke aus dem Schwedischen, Norwegischen und Englischen, darunter Titel von Märta Tikkanen, Emma Tennant, Larry McMurtry, Barbara Kingsolver, Ann-Marie MacDonald, Louise Doughty und Amy Gentry.

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