VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Ich will doch bloß sterben, Papa Leben mit einer schizophrenen Tochter

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 9,99 [D] inkl. MwSt.
€ 10,30 [A] | CHF 13,90*
(* empf. VK-Preis)

Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-15863-8

Erschienen: 20.07.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Gebundenes Buch, eBook (epub)

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Service

  • Biblio

Jani ist erst vier Jahre alt, da befürchten Michael und Susan Schofield bei ihrer Tochter schizophrene Halluzinationen. Die Ärzte wiegeln ab, bei einem so kleinen Kind sei das unvorstellbar. Doch tatsächlich, zwei Jahre später lautet die Diagnose: Schizophrenie. Jani lebt in einer Welt aus Halluzinationen und gewalttätigen Vorstellungen mit Hunderten imaginärer innerer „Freunde“. Stimmen flüstern ihr ein, aus dem Fenster zu springen, um sich selbst zu töten, oder ihrem jüngeren Bruder Gewalt anzutun. Und mittendrin in diesem Chaos aus nicht enden wollenden Wahnvorstellungen und Wutanfällen: Janis Eltern, die alles daransetzen, das Leben ihrer beiden Kinder zu schützen, während die Familie unter der Belastung auseinanderzubrechen droht.

Michael Schofield (Autor)

Michael Schofield betreibt einen Blog über die Geschichte der Schizophrenie seiner Tochter und ist Dozent an der California State University, Northridge. Zusammen mit seiner Frau Susan gründete er die Jani Foundation zur Unterstützung von psychisch kranken Kindern und deren Eltern (www.janifoundation.org).

Aus dem Amerikanischen von Carsten Mayer
Originaltitel: January first
Originalverlag: Crown Publishers

Taschenbuch, Broschur, 336 Seiten, 12,5 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-15863-8

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Goldmann

Erschienen: 20.07.2015

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Interessantes Thema, schockierende Familiengeschichte und ein Zwiespalt, der zurück bliebt

Von: Andrea Schmidt  aus Stendal Datum: 23.08.2015

leseblick.blogspot.de/

Ich musste wirklich kurz überlegen, ob ich hierzu eine Rezension schreiben kann, denn ich merke, ich denke hier sehr persönlich.
Zum einen schockieren mich solche Geschichten, zum anderen spielt hier eindeutig mein Beruf als Ergo- und Schmerztherapeutin mit ein, was eine wertungsfreie Rezension kaum zulässt.
(wundert euch nicht, dass ich mal Jani und in den Zitaten Janni schreibe, dass Mädchen hat ihren Namen selbst des Öfteren abgeändert)

Vom Aufbau und Schreibstil ist dieses Buch sehr gelungen. Michael Schofield, der Vater kann uns seine Eindrücke gut vermitteln. Die Kapitel sind mit Daten betitelt.
Das ein Vater und nicht die Mutter so eine Geschichte erzählt, ist selten und das merkte ich beim Lesen immer wieder. Die Ich-Form war ständig da und sehr oft ertappte ich mich, dass ich beim Lesen die Mutter Susan vor mir hatte und nicht Michael. Einfach ein Denkfehler meinerseits, aber ab und zu führte das zu Verwirrung.

Zu den Charakteren selbst wollte ich mich erst gar nicht äußern, denn es sind reale Menschen, die niemand erschaffen hat. Man steckt als Leser nicht in dieser Situation drin, erlebt dieses zum Teil nervenzerreißende Leben nicht mit.
Dennoch erscheinen für mich beide Elternteile im Buch als sehr schwache Persönlichkeiten. Die Mutter meist noch mehr, als der Vater.
Beide gehen das Thema Jani falsch an.
Dass sie das Mädchen über alles lieben, glaube ich sofort. Aber der Weg bis dahin, bis die Diagnose Schizophrenie gestellt wurde, war ein harter Weg und manchmal haben sie ihn sich selbst erschwert.

Jani selbst war von klein auf ein außergewöhnliches Mädchen, fast zu außergewöhnlich, dass ich mich manchmal fragte, ob das wirklich eine wahre Geschichte ist. Zum Beispiel hier:
„Janni war von Anfang an Frühentwicklerin und konnte schon mit acht Monaten sprechen, mit 13 Monaten kannte sie sämtliche Buchstaben, die großen wie die kleinen, selbst wenn sie auf der Seite lagen oder auf dem Kopf standen. Mit 18 Monaten sprach sie in grammatikalisch korrekten Sätzen und stellte sich anderen mit den Worten vor: Ich heiße Janni Paige und bin 18 Monate alt.“ (S. 18)

Dies ist nur ein Beispiel, welches ihr Vater im Buch anführt. Mit 6 besaß Jani einen IQ von 146. ABER der Test, der gemacht wurde reichte nicht aus, denn sie erreichte hier 99,9%, dh. der wahre IQ lag wohl noch deutlich höher.
Diese Tatsachen lassen mich staunen und gleichzeitig bin schockiert, dass es sowas gibt.

Und dann wäre da noch Jani’s Bruder Bodhi. Michael und Susan Schofield bekamen ein weiteres Kind, um Jani in Hinsicht auf ihre soziale Interaktion zu unterstützen. Wenn sie mit anderen nicht spielt, dann vielleicht mit ihrem Bruder und dann kam alles so anders. Bereits beim Lesen, war mir klar, dass Bodhi keine „normale“ Entwicklung durchmachen wird. Er hat als Kleinkind einfach zu viel mitbekommen. Ja, als Schmerztherapeutin waren da einige sehr schockierende Szenen im Buch, bei denen ich mir dachte, dass wird Folgen haben.
Auch hier möchte ich niemanden angreifen, aber die Eltern haben sich oftmals falsch verhalten, was nicht aus Absicht heraus passierte, sondern aus Unwissenheit.

Vor allem das letzte Drittel wurde sehr emotional. Ob der Titel zu hundert Prozent passt, weiß ich nicht. Mich zumindest ließ er anderes erahnen.

Mein Fazit
Wow! Wieder mal hat mich eine wahre Geschichte um das kleine Mädchen Jani komplett erwischt. Dieses Buch lässt einen beim Lesen nicht los und im Nachhinein auch nicht.
Eine Bewertung fällt hier wirklich schwer, denn bewerte ich die Geschichte, die Personen oder einfach nur das Buch (Schreibstil, Aufbau usw.) und blende die Geschichte und meine Meinung dazu aus?
Im Nachhinein ist es jedoch eine Geschichte, die ich weiterverfolgen werde. Vielleicht schreibt Michael Schofield ein weiteres Buch über die Jugendjahre seine Tochter und evtl. bezieht er auch das Schicksal seines Sohnes mit ein.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Gib niemals auf!

Von: Bücher Chaos Datum: 03.03.2016

buecherchaos4u.blogspot.de/

Klappentext:

Jani ist vier Jahre alt, da befürchten Michael und Susan Schofield bei ihrer Tochter schon schizophrene Halluzinationen. Die damit konfrontierten Ärzte wiegeln ab, bei einem so kleinen Kind sei so etwas unvorstellbar. Doch der Verdacht bestätigt sich: Bei dem Mädchen wird Schizophrenie diagnostiziert.
Jani lebt in einer Welt aus Halluzinationen und gewalttätigen Vorstellungen mit Hunderten imaginärer innerer "Freunde". Manche davon sind gute Freunde, viele aber schlechte: Eine Ratte flüstert ihr ein, ihren jüngeren Bruder zu misshandeln, eine Katze sagt ihr, sie solle sich selbst töten, eine Stimme in ihr drängt sie dazu, aus dem Fenster zu springen. Und mittendrin in diesem Chaos aus nicht enden wollenden Wahnvorstellungen und Wutanfällen: Janis Eltern, die alles daransetzen, das Leben ihrer beiden Kinder zu schützen, während die Familie auseinanderzubrechen droht.

Meinung:

Mit zwei Jahren kann Jani lesen und schreiben, mit drei Jahren kann sie rechnen und mit vier Jahren ist sie auf dem geistigen Stand einer 12-jährigen und hat einen IQ von 146. Wenn da nicht ihre Halluzinationen und ihre ständigen Wutausbrüche wären, könnte sie rein theoretisch auf ein College gehen. Aber sie hat ihren ganz eigenen Kopf und isst nur Fast Food, was ihre Eltern auch gewährleisten, denn schließlich möchte man als Elternteil nicht, dass das eigene Kind Hunger hat.
In Gesellschaft anderer fühlt sie sich überhaupt nicht wohl und möchte so schnell es geht wieder nach Hause, doch auch da können ihre Eltern sie nicht zufrieden stellen, denn Jani muss ständig beschäftigt werden und braucht sehr viel Abwechslung und Aufmerksamkeit.

Von klein auf bekommt Jani verschiedene Medikamente, die helfen sollen, ihre Wutausbrüche zu verringern, geht zu einer Psychologin, die irgendwann nicht mehr weiter weiß, denn als Michael und Susan einen Sohn bekommen, scheinen die Wutausbrüche zu eskalieren. Keiner weiß, wie man ihr helfen kann und was sie hat.

Es kommt so weit, dass Jani in eine Klinik kommt, die aber nicht zu helfen und auch nicht die beste zu sein scheint. Die Ärzte sind unfreundlich, man spritzt Jani Medikamente, die nicht helfen und bestraft sie für jede Kleinigkeit - ihr Vater kann dies nicht mit ansehen und will sie zu sich zurück holen. Allerdings scheitert es schon auf dem Parkplatz der Klinik.

Es dauert eine Ewigkeit, bis irgendjemand wirklich weiß, was Jani hat und wie man ihr am besten helfen kann - auf diesem langen und schweren Wege, begleiten wir Michael und seine Frau durch dieses Buch. Man bekommt einen sehr guten Eindruck in die Situation und kann nicht glauben, was sich manche Ärzte, Assistenten etc. erlauben. Ebenfalls kann ich nicht verstehen, wieso keiner - wirklich KEINER - eine Ahnung hat, was mit Jani ist, wo doch schon Susan eine Vermutung hat und diese auch bekannt gibt.

Michael, Susan, Jani und ihr Bruder Bodhi werden von einem Arzt zum nächsten geschickt, von einer Klinik zur nächsten, bis letztlich die Diagnose feststeht: Jani leidet an Schizophrenie, wo doch alle der Meinung waren, dass es bei einem noch so jungen Kind gar nicht der Fall sein könne.
Ich persönlich finde es definitiv nicht in Ordnung, wie mit der Familie umgegangen wird und dass keiner wirklich zu helfen bereit ist. Die Familie leidet und viele schauen einfach nur zu, wobei ich an dieser Stelle erwähnen möchte, dass einige wirklich den Eindruck machten, nicht helfen zu können, da sie mit einem Fall wie diesem noch nie konfrontiert gewesen waren und unwissend sind.
Andere allerdings geben alles, um es der kleinen Familie noch schwerer zu machen, als sie es ohnehin schon haben.

Der Schreibstil ist simpel und man liest das Buch so, wie wenn man an einen Unfall vorbeifährt: Man möchte nicht hinsehen, kann aber nicht anders und liest weiter.
Das Buch ist ein Wechselbad der Gefühle und ließ bei mir die Tränen in die Augen steigen, weshalb ich dieses auch nicht am Stück lesen konnte, so fassungslos und geschockt war ich zum Teil.

Fazit:

Es wird sehr deutlich, dass viele Ärzte überfordert mit dieser Situation sind und keiner wirklich helfen kann. Das Buch regt sehr zum Nachdenken an, bringt einem die Schizophrenie näher und zeigt, dass man niemals aufgeben sollte, denn man kann es schaffen - egal, wie schwer es ist!

Voransicht