Idaho

Roman

Taschenbuch
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Ein flirrend heißer Sommertag in Idaho, USA: eine Familie im Wald, die beiden Mädchen spielen, die Eltern holen Brennholz für den Winter. Die Luft steht, die Mutter hat ein Beil in der Hand – und innerhalb eines Augenblicks ist die Idylle zerstört. Eine Tochter ist tot, die zweite flieht in den Wald und verschwindet spurlos. Ist es Gnade, dass der Vater Jahre später langsam sein Gedächtnis verliert? Während Wade immer mehr vergisst, erkundet seine zweite Frau Ann tiefer und tiefer die Tragödie jenes heißen Augusttages und nimmt schließlich Kontakt zu seiner Exfrau im Gefängnis auf.

Ein atemberaubender Roman über das Unbegreifliche in uns, erzählt mit einer Zärtlichkeit und Schönheit, die die Möglichkeit der Gnade und vergebenden Liebe erfahrbar machen.

»Mich hat schon lange kein Buch mehr so angerührt. Idaho ist pure Magie.«

Daniel Schreiber

ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs
Originaltitel: Idaho
Originalverlag: Carl Hanser Berlin
Taschenbuch, Broschur, 416 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-36043-3
Erschienen am  09. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein unfassbares Familiendrama zwischen 1973 und 2025

Von: Birgit Pirker

30.03.2020

„Idaho“ von Emily Ruskovich thematisiert ein unfassbares Familiendrama zwischen 1973 und 2025 im idyllischen Idaho. Jenny und Wade sind bereits seit elf Jahren ein Paar, als sie beschließen in den gebirgigen Bundesstaat zu ziehen. Sie genießen die bewaldete, unberührte Natur und die absolute Stille auf dem Mount Iris. Dort kommt auch ihre erste Tochter June zur Welt und wenige Jahre später ihr Nesthäkchen May. An einem warmen Frühlingstag des Jahres 1995 passiert dann das Unfassbare: Jenny hat plötzlich ein Beil in der Hand und nichts ist mehr, wie es war … Anders als vermutet, geht es in „Idaho“ aber nicht um die Straftat an sich oder dem Umgang der Angehörigen mit dem Verlust der Kinder. Die Tat bildet viel mehr den Rahmen für viele miteinander verknüpfte Beziehungen. Oft mutet das Erzählte auch sehr poetisch an, was nicht zuletzt an der malerischen Umgebung liegt. Eine genaue psychologische Aufarbeitung des Geschehenen bleibt jedoch aus. Anfangs natürlich etwas befremdlich! Ich muss aber ehrlich gestehen, dass diese Erzählweise genau richtig gewählt wurde. Die Hütte, in der Wade zuerst mit Jenny und später mit seiner zweiten Frau Ann lebt, liegt acht Meilen vom nächsten Ort entfernt. Am zweithöchsten Punkt des Mount Iris ohne befestigter Straßen oder gar Siedlungen. Eine Landschaft, die wirklich detailliert und mit wunderschönen Worten von Emily Ruskovich beschrieben wurde. Eine Umgebung, die Ruhe und Entspannung verspricht, die während des Lesens aber auch ihre radikale Einsamkeit vermittelt. Für mich war es diesmal ungewohnt schwer, sich diese Lebensbedingungen in der heutigen Zeit vorzustellen. Das Drama um seine Familie lässt Wade über Jahre nicht los, auch wenn er, durch eine vererbte Frühdemenz, immer mehr vergisst. Ann hilft ihm während seiner Krankheit wo sie nur kann und ist entschlossen, dem Unglück auf die Spur zu kommen. Obwohl die Zeitspanne mehr als fünfzig Jahre umfasst, wirkt die Geschichte in keinem Fall langatmig. Ganz im Gegenteil! Emily Ruskovich schreibt so einfühlsam und emphatisch, dass ihr ganz eigener Stil trotz wechselnder Perspektiven immer erkennbar bleibt. Die vielen Nebenschauplätze intensivieren den Spannungsbogen und lassen den Leser weitere Charaktere und deren Schicksale kennen lernen. Die Autorin vereint große Liebe und tiefe Schuld mit der unfassbaren Schönheit der Natur, die sie sprachlich so authentisch schildert, dass man sich direkt an die Orte des Geschehens versetzt fühlt. Ein wunderschön geschriebener Roman, der trotz einer grausamen Tat versöhnlich scheint!

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Ergreifend und fesselnd

Von: Helenas_buchliebe

27.01.2020

An einen ganz normalen Tag, ohne scheinbar besondere Vorkommnisse erschlägt eine Mutter ihre 6 jährige Tochter, die ältere Tochter verschwindet spurlos und der Vater ist Zeuge dieser unfassbaren und unvorsehbaren Tat. Die Mutter erklärt sich sofort beim eintreffen der Polizei für schuldig und der Vater bleibt alleine zurück. Und das alleine sein wird im Laufe der Geschichte immer deutlicher, da er Demenzkrank ist und die Krankheit schnell und früh ausbricht. Die Geschichte hat mich über sehr viele Aspekte zum Nachdenken gebracht und selten hat mich ein Buch mit so vielen offenen Fragen zurück gelassen und gleichzeitig mir so viele Antworten gegeben. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven und Zeitabschnitten erzählt, so dass der Leser viel zum Nachdenken angeregt wird,denn in diesem Buch geht es um so viel mehr, als nur diesen Mord. Es geht um Krankheit, Aufopferung, Mut, Verzweiflung, Liebe... Die Autorin hat durch ihren Schreibstil eine ruhige und doch fesselnde Atmosphäre geschaffen, so dass mich die Geschichte komplett in ihren Bann gezogen hat.

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Vita

Emily Ruskovich

EMILY RUSKOVICH wuchs im Idaho Panhandle auf dem Hoodoo Mountain auf. Sie gewann den O. Henry Award 2015, ist Absolventin des Iowa Writers’ Workshop und lehrt an der Boise State University. Ihr beeindruckendes Debüt »Idaho« wurde in den USA und Deutschland von der Presse gefeiert.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Ein dramaturgisch wie sprachlich meisterliches Debüt.«

Süddeutsche Zeitung

»Emily Ruskovich entfaltet einen so komplexen wie spannenden Roman, der auf überzeugende Weise die Grenzen der Erinnerung und der Vorstellungskraft auslotet … Bewegend!«

NZZ am Sonntag

»Die Lektüre lohnt, und mit anderen darüber zu sprechen noch mehr.«

Die Zeit

»Dieses Buch hat die kühle Schärfe frischer Limonade. Ruskovich erzählt unerschrocken, schnörkellos und vielschichtig – umwerfend schön und vernichtend zugleich.«

Rachel Joyce