Im Unterland

Eine Entdeckungsreise in die Welt unter der Erde

(7)
Im Unterland
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Ausgezeichnet mit dem NDR-Sachbuchpreis

In einer großartigen Entdeckungsreise nimmt uns der preisgekrönte britische Autor Robert Macfarlane mit in die Welt unter der Erde, die uns gleichermaßen fasziniert wie ängstigt. Er führt uns zu einem unterirdischen Fluss, in den Untergrund von Paris, die schwindende Gletscherwelt Grönlands, in einen Stollen für Atomabfälle, der 100.000 Jahre überdauern soll. Selten eindringlich schildert er das Wechselspiel zwischen Mensch, Natur und Landschaft – auch als Mahnung, was wir zu verlieren drohen.


ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Aus dem Englischen von Andreas Jandl, Frank Sievers
Originaltitel: Underland
Originalverlag: Hamish Hamilton, London 2019
Taschenbuch, Broschur, ca. 560 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 14 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-328-10651-7
Erscheint am 13. April 2021

Leserstimmen

"Und stets sind es die drei gleichen Aufgaben, die das Unterland [...] erfüllt"

Von: Travel Without Moving

21.06.2020

"Und stets sind es die drei gleichen Aufgaben, die das Unterland für alle Kulturen und Epochen erfüllt: Es soll Kostbares schützen, Wertvolles hervorbringen, Schädliches entsorgen." (Seite 16) Der Naturschriftsteller Robert Macfarlane ist fasziniert vom Unterland, von der Welt unter unseren Füßen. Er erzählt in seinem Buch von Aveline‘s Hole mit 10.000 Jahre alten menschlichen Leichen von Erwachsenen, Kindern und Kleinkindern sowie den Überresten mehrerer Tiere, von Dunkler Materie und Anthropozän, wood wide web und Kommunikation zwischen Bäumen, der Stadt unter der Stadt Paris und Beinhäusern, Hades und Karst, Höhlenmalerei und Mahlstrom, Ölfeldern und Bergbau, Gletschern und Kalbung, Kalevala und Atommüll. In poetischer Sprache berichtet Macfarlane von einer Welt, die den meisten Lesern wahrscheinlich eher weniger bekannt ist, taucht ab in tiefste Tiefen und in längst vergangene Epochen. Dabei gelingt es ihm, ein sehr breit gefächertes Themenfeld zu bearbeiten und dem Leser verschiedene Facetten des Unterlandes nahe zu bringen. Seine Texte sind oft stimmungsvoll und informativ, fesselnd erzählt, aber bisweilen auch ein wenig langatmig, so dass mich nicht jedes Kapitel begeistern konnte und ich bisweilen quergelesen habe. Einige Kapitel sind jedoch sehr gelungen, und stets spürt man Macfarlanes Faszination fürs Thema und die ausgiebige Recherche des Autors. Letztendlich hat mich ‚Im Unterland‘ zwar stellenweise begeistern können, aber unterm Strich eher etwas enttäuscht, weil ich durch den weitschweifigen Schreibstil nicht so gebannt gelesen habe, wie ich mir das gewünscht und wie ich das aufgrund des spannenden Themas erwartet hatte. "Wir sind zu den Toten oft liebevoller als zu den Lebenden, obwohl die Lebenden unsere Liebe viel mehr brauchen." (Seite 39) Robert Macfarlane: Im Unterland. Ein Entdeckungsreise in die Welt unter der Erde. Aus den Englischen von Andreas Jandl und Frank Sievers. Penguin Verlag, 2019, 555 Seiten; 24 Euro.

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Durchwachsene Reise in die Unterwelt

Von: Der Büchernarr

28.04.2020

"Im Unterland" ist sicherlich kein übliches Sachbuch, sondern eine bunte Mischung aus wissenschaftlichem Bericht, Abenteuerroman und Geschichte. Allerdings alles unter dem Oberbegriff des Reichs unter der Erdoberfläche. Vielfalt Dabei streift der britische Autor durch eigene Gefilde in England und begibt sich anschließend nach Europa, wobei diese Aufteilung (ganz ohne Brexit) erkennen lässt, wie tief verwurzelt, die anti-europäische Denkweise bei so manchem Briten ist, obgleich dieses Buch nur wenig politisch ist, mal abgesehen von den schon fast obligatorischen Verurteilungen der Greueltaten die zwei Weltkriege im Unterreich zurückgelassen haben. Diese Streifzüge werden immer wieder von Zusatzgeschichten begleitet, die in meinen Augen zu sehr den Fokus auf das Wesentliche haben verlieren lassen. Macfarlane hat ein sehr facettenreiches Werk geschaffen, dass durch viele Themengebiete streift. Das ist meines Erachtens Fluch und Segen zugleich. Denn auf der einen Seite wird der Leser neben den wissenschaftlichen Informationen mit zahlreichen historischen Details gefüttert, auf der anderen Seite verliert sich so oftmals die Spur ins Unterreich. Sehr oft habe ich mich geärgert, dass er den eingeschlagenen Pfad verlassen hat, wo es doch gerade anfing spannend zu werden, wenn er von seiner Fazination berichtet. Das, was in der Presse allgemeinhin gelobt wird, nämliche diese Mischung aus wissenschaftlichem Bericht und Prosa, ist mir eher negativ aufgefallen, denn ich hätte mich viel lieber auf seine Berichte und Erfahrungen konzentriert, wie es in den jeweiligen Gebieten der Unterwelt ausschaut und was dieser Anblick mit dem Menschen macht. Fazit Die Zusammenstellung der unterschiedlichen Arten der Unterwelt (von Berghöhlen über Gletscher bis hin zur Pariser Unterwelt) ist zwar gut gelungen, aber die jeweiligen Berichte über diese Welten werden immer wieder störend unterbrochen, in dem die Gedanken des Autors immer wieder abschweifen. Das gibt zwar eine Mischung aus verschiedensten Textarten, die ich aber weniger spannend empfand. Und so konnte ich mich nur in Grenzen für dieses Buch begeistern.

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Vita

Robert Macfarlane, geboren 1976 in Nottinghamshire, ist einer der bedeutendsten Naturschriftsteller der Gegenwart. In seinen Büchern »Berge im Kopf«, »Alte Wege« und »Karte der Wildnis« schreibt er in einer einfühlend-poetischen und zugleich präzisen Sprache über Landschaften und Orte, über die Natur und unsere Beziehung zu ihr. Er ist Fellow der britischen Royal Society of Literature und Gründungsmitglied der Naturschutzorganisation Action for Conservation. Sein neuestes Buch »Im Unterland« wurde mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis 2019 ausgezeichnet.

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Andreas Jandl

Andreas Jandl, geboren 1975, studierte Theaterwissenschaften, Anglistik und Romanistik in Berlin, London und Montréal. Er ist Übersetzer aus dem Französischen und Englischen, u. a. von Nicolas Dickner, Elisa Shua Dusapin, Mike Kenney, Marie-Renée Lavoie, Maaza Mengiste und Gaétan Soucy. Gemeinsam mit Frank Sievers erhielt er 2017 den Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis für die Übertragung von John Alec Bakers »Der Wanderfalke«.

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Frank Sievers

Frank Sievers, Jahrgang 1974, lebt als Übersetzer und Autor in Berlin. Er arbeitet regelmäßig für die Reihe »Naturkunden« bei Matthes & Seitz und übersetzt auch Romane und Sachbücher über Themen wie Kunst, Gastrophysik oder Fußball. 2017 erhielt er gemeinsam mit Andreas Jandl den Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis für die Übertragung von John Alec Bakers »Der Wanderfalke«.

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