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Kommission der Tränen Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-71404-9

Erschienen: 08.08.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Gebundenes Buch, eBook (epub)

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Im Werk des weltberühmten Schriftstellers Lobo Antunes haben die Kolonialkriege seines portugiesischen Heimatlandes schon immer einen festen Platz. Nun geht er einen Schritt weiter und schreibt über das postkoloniale Angola, über die Zeit nach der Befreiung von der portugiesischen Herrschaft, als die damalige kommunistische Regierung auf brutale Weise gegen Oppositionelle in den eigenen Reihen vorging. Und es wäre kein Roman von Lobo Antunes, dem Meister der Polyphonie, wenn es nicht viele widerstreitende, melodische und rhythmisch sich abwechselnde Stimmen wären, die von der »Kommission der Tränen« und ihren fatalen Folgen erzählen und davon, wie ein Land seine Unschuld verlor.

António Lobo Antunes (Autor)

António Lobo Antunes wurde 1942 in Lissabon geboren und hat Medizin studiert. Während des Kolonialkrieges war er als Militärarzt in Angola, arbeitete danach in der Psychiatrie und war lange Jahre Chefarzt in einer Psychiatrischen Klinik in Lissabon. Heute lebt er als Schriftsteller in seiner Heimatstadt. Lobo Antunes zählt zu den wichtigsten Autoren der europäischen Gegenwartsliteratur. Sein umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen Preisen, zuletzt dem Camões-Preis, ausgezeichnet und ist in vierzig Sprachen übersetzt.


Maralde Meyer-Minnemann (Übersetzerin)

Maralde Meyer-Minnemann, geboren 1943 in Hamburg, erhielt 1992 den "Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzungen", 1997 den Preis "Portugal-Frankfurt", 1998 den "Helmut-M.-Braem-Preis" und wurde 2005 für den "Preis der Leipziger Buchmesse" nominiert.

Aus dem Portugiesischen von Maralde Meyer-Minnemann
Originaltitel: Comissão das Lágrimas
Originalverlag: Don Quixote

Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-71404-9

€ 11,99 [D] | € 12,40 [A] | CHF 16,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 08.08.2016

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Erinnerungen einer zerrissenen Seele

Von: AG Datum: 14.09.2016

https://storiesonpaper.wordpress.com

„Das ist existenzielles Schreiben, das man nur bewundern kann“, lautet das Zitat, das aus einer Kritik aus „neues deutschland“ auf dem Rücken von „Kommission der Tränen“ (btb Verlag) abgedruckt ist. António Lobo Antunes beschreibt in diesem in einer Art Gedankenschrift die Erinnerungen Christinas, die nach der Flucht aus Angola in Lissabon lebt und versucht, sich von der grausamen Vergangenheit zu lösen, in der ihr Vater als der Teil der gefürchteten titelgebenden „Kommission der Tränen“ in der alten Heimat Angst und Gewalt verbreitete. Den Eindruck des Journalisten kann ich nur bestätigen, denn was Antunes seinen Lesern regelrecht zumutet, ist eine Mischung aus Erinnerungen, Gedankenfetzen und Träumen, die ohne Satzende und Schriftlicher Rede auskommen und wild durcheinander geworfen werden. Über knapp 370 Seiten spannt sich so ein beeindruckender, aber auch herausfordernder Blick in eine „zerrissene Seele“, wie sie auf dem Buchrücken bezeichnet wird.

Antunes stellt einen vor die Herausforderung, sich mit voller Konzentration der vom Stil doch sehr anstrengenden Erzählung zuzuwenden. Die Leser müssen sich darauf einlassen, in den Situationen zu springen und mit vielen Details und Nebensätzen überhäuft zu werden, die sich ähnlich wie in Birgit Vanderbekes „Muschelessen“ über das ganze Buch ziehen. Ich konnte den Text leider nicht komplett lesen. Zu oft schweiften meine eigenen Gedanken geprägt von den erzählten Bildern ab und zu viele Stimmen lassen sich in Christinas Erzählungen vernehmen, die sich nur schwer trennen lassen. Gerne hätte ich alles in einem Rutsch gelesen, doch es wurde schnell zu viel.

Ich möchte dem Buch keine feste Bewertung geben, da ich es zwischendrin immer wieder abbrechen musste und Passagen übersprungen habe, was ich sehr schade finde, denn ich hätte gerne mehr über die „Kommission der Tränen“ und die Situation in Angola erfahren. Es ist schwer, diesen Roman weiterzuempfehlen, denn er ist wirklich schwer zu lesen und zu folgen. Antunes schreibt sehr literarisch und bringt sicher auch reale Begebenheiten in die Geschichten mit ein. Was bleibt, ist das erschütternde Bild einer Frau, die ihre Vergangenheit nicht hinter sich lassen kann und von dieser verfolgt wird. Es ist nicht nur ihre Seele, die sich im Text offenlegt, sondern auch die Seele ihrer Familie, ihrer Nachbarn und den Opfern der Geschichte Angolas. Der Roman ist ein mutiger Text, der diese Geschichte nicht einfach als simple Erzählung darstellt, sondern die Leser auffordert, sich komplett auf diesen einzulassen. Ich möchte „Die Kommission der Tränen“ noch einmal lesen, Stück für Stück mit vielen Pausen, um der Erzählung gerecht zu werden. An dieser Stelle auch ein großes Lob an die Übersetzerin Maralde Meyer-Minnemann!

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