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Krieger des Nordens Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-7341-0189-2

Erschienen: 21.12.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

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Nichts kann diese Wikingerflotte aufhalten – außer der Kampf zweier Brüder um die Anführerschaft.

Die Langbootflotte des Wikingerfürsten Grimr Schädelspalter befindet sich auf dem Rhein mitten im Reich der Franken, als er nach einer Schlacht an seinen Wunden stirbt. Für seinen Sohn Olav ist klar, dass er nun die Führung der Flotte übernimmt. Doch sein Bruder Thorbrand greift ebenfalls nach der Macht. Plötzlich sind die Nordmänner in zwei Lager gespalten und können sich auf kein gemeinsames Vorgehen einigen, während sich ein Heer der Franken nähert. Was als gewinnbringendes Abenteur begann, endet in einem gewaltigen Kampf. Dem einen bringt er Ruhm, dem anderen den Tod.

Jonas Herlin (Autor)

Jonas Herlin studierte alte Sprachen, bevor er als Lehrer tätig wurde. Wenn er gerade nicht an seinem nächsten Roman schreibt, segelt er (auch mal auf einem Wikingerschiff). Er lebt mit seiner Familie in Nordrhein-Westfalen.

ORIGINALAUSGABE

Taschenbuch, Broschur, 480 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung

ISBN: 978-3-7341-0189-2

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blanvalet

Erschienen: 21.12.2015

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Abenteuer mit Variationen

Von: der Michi Datum: 13.11.2016

www.seilerseite.de

Die Wikinger sind nicht aufzuhalten. Ihre Renaissance in Literatur und Fernsehen zieht eine Flut von Neuveröffentlichungen nach sich, bei der man nicht umhin kommt, ein wenig auszusortieren. Einen Wikingerroman der kreativeren Sorte liefert Jonas Herlin ab, zwischen dessen Zeilen trotz des nichtssagenden Titels irgendwo ein ganz großes Historienabenteuer versteckt sein könnte.

Das fränkische Reich, Anno 842: Eine Flotte abenteuerlustiger Nordmänner wagt sich den Rhein hinauf, um die reichen Klöster und Städte zu plündern. Die Könige des Frankenreichs sind mit Erbstreitigkeiten beschäftigt, was den Wikingern vorerst zugute kommt. Doch dann stirbt ihr Anführer Grimr Schädelspalter und hinterlässt nicht nur eine Schar uneiniger Gefolgsleute, sondern auch seine beiden um die Nachfolge ringenden Söhne Olav und Thorbrand. Währenddessen nähert sich ein mächtiges Heer der Franken, was die Plünderer in eine heikle Lage bringt.

Die Geschichten von den abenteuerlichen Rache- oder Beutezügen der nordgermanischen Völker sind bestens bekannt. Jonas Herlin (ein Pseudonym des Fantasyautors Alfred Bekker) umgeht jedoch viele Klischees elegant und nimmt die historisch tatsächlich nachgewiesenen Einfälle der Wikinger in Städten wie Novaesium (Neuss) und Xanten zum Anlass, um die Abenteurer auf das für ihre Verhältnisse hochentwickelte Volk der Franken treffen zu lassen. Natürlich gibt es in den Reihen der Nordmänner die üblichen Berserker, lockere Moralvorstellungen und man beschwört allenthalben die Götter, doch die der Handlung zugrunde liegenden Konflikte machen die Lektüre spannend genug, um bis zum Ende dabei zu bleiben.

Nachdem sich Herlin reichlich Zeit für die Einführung der handelnden Charaktere genommen hat, verschlägt es einen der Krieger zu den Franken, was wiederum für einen interessanten Perspektivenwechsel sorgt. Hier bricht der Roman aus dem Schema der einfachen Abenteuergeschichte aus und entwickelt sich vorübergehend zum ernstzunehmenden Historienroman. Der Culture Clash, den der Nordmann bei den Franken erlebt und der zuweil an Rebecca Gablés "Das Haupt der Welt" erinnert, birgt reichlich Potential, wird aber kürzer als nötig abgehandelt. Vor dem großen Finale verschwindet schließlich ein nicht ganz unwichtiger Charakter mir nichts dir nichts aus dem Blickfeld und der Einblick in die frühmittelalterliche Politik im geteilten fränkischen Reich bleibt eine vergleichsweise knappe Episode.

Mit etwas mehr Fokus auf die geschichtlichen Umstände, weniger pragmatischer Sprache und dreidimensionaleren Charakteren hätte "Krieger des Nordens" ein ausgezeichneter tausendseitiger Historienschmöker werden können. Aber vielleicht ist das gar nicht unbedingt nötig. Die Handlung ist geradlinig, spannend und transportiert bekannte Muster in eine Gegend, in der man die Wikinger bisher noch nicht erlebt hat. Mal was anderes, als alle Nase lang nach England zu segeln oder sich aus reinem Heldenmut untereinander zu bekriegen. Für Freunde kurzweiliger und gut zugänglicher historischer Romane in jedem Fall ein Lesetipp, der aus dem Einheitsbrei ähnlicher Werke heraussticht.

Seitenzahl: 480
Format: 11,8 x 18,9 cm, Taschenbuch
Verlag: Blanvalet

Dies ist einer der seltenen Fälle, wo ich mich zuerst in das Buchcover (diese eisblauen Augen!) verliebt habe und erst dann der Klappentext mein Interesse geweckt hat. Aber hinter dem schönen Cover verbirgt sich auch ein guter historischer Roman mit einer eher ungewöhnlichem Kombination von Epoche und Handlungsort.

Der Roman steht insofern etwas in der Tradition von Bernard Cornwell oder Simon Scarrow, als vor allem Schlachten und Eroberung im Vordergrund stehen. Und wie der Klappentext schon andeutet, gibt es davon auch genug. Dementsprechend gibt es auch genug brutale Szenen, wobei der Autor zwar nicht davor zurückschreckt Dinge beim Namen zu nennen, aber sie auch nicht unnötig detailliert beschreibt. Es entwickelt sich schnell eine Spannung, die den Leser gefangen nimmt und bis zum Ende der Handlung auch nicht mehr loslässt.

Die beiden Brüder im Mittelpunkt des Romans, Olav und Throbrand, erinnerten mich mit ihren vorherrschenden Eigenschaften manchmal an an Loki und Thor aus den Marvel-Filmen, was ich doch etwas erheiternd fand. Wobei mir hier Olav deutlich sympathischer war und ich seine Gedanken und Aktionen auch besser nachvollziehen konnte als die des ungestümen Thorbrand. Leider hatte ich etwas den Eindruck, dass die Sympathien des Autors genau gegensätzlich verteilt waren als meine. Dementsprechend hab ich mir ohne jetzt zu viel verraten zu wollen auch ein etwas anderes Ende gewünscht.

Aber auch so fand ich es wirklich gut zu lesen und interessant. Gerade dadurch, dass Thorbrand durch gewisse Entwicklungen in einen engeren Kontakt zu einigen Franken kommt und der Leser so mit ihm von außen einen Blick auf diese dem Wikinger doch recht fremde Gesellschaft werfen kann, fand ich sehr faszinierend.

Ein gelungenes Debüt des Autors, dem hoffentlich noch viele weitere Romane folgen. Vielleicht sogar eines über die Abenteuer von Branagorn von Corvey, den ich hier schon sehr interessant fand und über dessen Erlebnisse ich gern mehr lesen würde.

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