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Landgericht Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-74649-1

Erschienen: 14.07.2014
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Richard Kornitzer ist Richter von Beruf und ein Charakter von Kohlhaas’schen Dimensionen. Die Nazizeit mit ihren absurden und tödlichen Regeln zieht sich als Riss durch sein Leben. Danach ist nichts mehr wie vorher, die kleine Familie zwischen dem Bodensee, Mainz und England versprengt, und die Heimat beinahe fremder als das in magisches Licht getauchte Exil in Havanna. Mit sprachlicher Behutsamkeit und einer insistierenden Zuneigung lässt »Landgericht« den Figuren späte Gerechtigkeit widerfahren. »Landgericht«, der Roman mit dem doppeldeutigen Titel, handelt von einer deutschen Familie, und er erzählt zugleich mit großer Wucht von den Gründungsjahren einer Republik.

Ursula Krechel (Autorin)

Ursula Krechel wurde 1947 in Trier geboren. Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte. Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten. Erste Lyrikveröffentlichungen 1977, danach erschienen Gedichtbände, Prosa, Hörspiele und Essays. Zahlreiche Auszeichnungen für ihr Werk, insbesondere ihren großen Exil-Roman "Shanghai fern von wo". Für den Roman "Landgericht" wurde sie 2012 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Ursula Krechel lebt in Berlin.

Originaltitel: Landgericht
Originalverlag: Jung und Jung

Taschenbuch, Broschur, 512 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-74649-1

€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 17,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 14.07.2014

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Fiktion und Wirklichkeit der Nazizeit perfekt verbunden ,Lässt mich nachdenklich zurück

Von: HEIDIZ Datum: 07.03.2017

heidizengerling.blogspot.de/

"Landgericht" - der Film kam neulich im TV - ich hatte schon vorher das Buch gelesen - Ursula Krechel ist die Autorin - und habe es mir nun nochmals zu Gemüte geführt. Es gibt ja auch noch passend das Buch "Shanghai fern von wo" - heute möchte ich euch allerdings erst einmal "Landgericht" vorstellen.

Das Buch wurde mit dem Deutschen Buchpreis 2012 ausgezeichnet - zurecht, wie ich finde !!!

Hauptcharakter ist Richard Kornitzer - seines Zeichens Richter - und Jude !!! Wir befinden uns mittendrin in der Nazzizeit. Kornitzer ist mit einer Nichtjüdin verheiratet, die Familie - mit ihren beiden Kindern - bekommt die Schikanen dieser Zeit am eigenen Leib zu spüren. Die Kinder können sie zum Glück in die Kinderlandverschickung verbringen, sie haben natürlich Sehnsucht nach ihnen, aber immerhin sind sie in Sicherheit bis zu einem gewissen Zeitpunkt, aber dort, wo sie sind fühlen sie sich nicht wohl (mehr möchte ich zu diesem Thema nicht verraten ...) ansonsten schafft es Richard, eine Ausreise zu bekommen, leider nicht für seine Frau, die in Deutschland bleibt ... Was ihr passiert, was Richard in der Ferne passiert - all das wird spannend aufbereitet dem Leser präsentiert.

Die Charaktere - gut und böse - werden sehr einfühlsam und bildhaft dargestellt. Der Roman ist tiefsinnig emotional geschrieben, gibt aber auch irgendwie sachlich das zum Besten, was damals Tag für Tag passierte. Man kann sich hineinfühlen, soweit dies überhaupt möglich ist.

Die Familie und ihr Umfeld, die wahnsinnigen Änderungen, die alles anders machten, dass Richard nach Havanna geht ... werden sehr spannend und aufwühlend beschrieben, das Buch hat mich nachdenklich zurück gelassen. Das Buch habe ich gefesselt gelesen und die bedrückende Stimmung wahrlich gespürt.

Es sind aber nicht nur die romanhaft fiktiven Schilderungen während der Nazizeit, die eine Familie erdulden musste, die jüdisch war, sondern auch die tatsächlichen Schwierigkeiten von Rückkehrern und von Wiedergutmachung im Nachkriegsdeutschland, die ich gelesen habe, die mich unterhalten haben, aber, die mich vor allem so zurück gelassen haben, dass ich mir denke, so etwas darf nie wieder passieren und es ist gut, dass die Autorin diesen Roman geschrieben hat. Er ist einer der besten, die ich je zur Thematik gelesen habe, die Autorin hat den Spagat zwischen Fiktion und Realität gut geschaffen.

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