Madame Bovary

Roman
Die Penguin Classics (deutsche Ausgabe)

(3)
Madame Bovary
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Das faszinierendste Meisterwerk der literarischen Moderne.

Emma Bovary fragt sich Tag für Tag, ob das, was ihr das Leben bietet, schon alles war. Hat sie, eine kluge, begehrenswerte und immer noch attraktive Frau, denn kein Anrecht auf Glück, Sinnlichkeit - auf die Erfüllung weiblicher Leidenschaften? Denn für Erfüllung ist in ihrer Ehe mit einem Landarzt und in ihrem aufopferungsvollen Dasein als Mutter kein Platz. Und so folgt sie der Stimme ihres Herzens, die ihr rät, aufs Ganze zu gehen …

Mit einer in der Romankunst einzigartigen Offenheit schildert Flaubert das Schicksal einer verheirateten Frau, die von ihrer Liebessehnsucht zum Äußersten getrieben wird.

PENGUIN CLASSICS. Zeitlos, kultig, bunt.


Aus dem Französischen von Hans Reisiger
Originaltitel: Madame Bovary
Taschenbuch, Broschur, 588 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10672-2
Erscheint am 08. März 2021

Leserstimmen

Super

Von: Fruneh

06.08.2018

Auf 367 Seiten, die in 36 Kapitel aufgeteilt sind, wird die Geschichte Madame Bovarys und alles, was um sie herum geschieht seit sie Karl Bovary geheiratet hat in 3 Büchern im Buch erzählt. Der Roman beginnt mit dem jungen Karl Bovary, der sich nicht recht im Leben (zu seiner Zeit, also um 1850) zurecht findet. Man wird also sofort in die Handlung hineinversetzt, und diese schreitet dann rasant weiter, bis Herr Bovary dann seine ‚echte’ Frau Bovary heiratet. Von dort an wird die Geschichte größtenteils aus ihrer Sicht wiedergegeben. Die Frau sehnt sich nach Luxus und ist beinahe nie wirklich zufrieden mit dem was sie hat, was zu vielen ‚Ausschweifungen‘ ihrerseits führt, von denen der Roman im Endeffekt größtenteils handelt. Dieser schnelle Einstieg in die Geschichte fand ich gut, zumindest besser als ein seitenlanges Warten auf eine Handlung, die mich annähernd an den Klappentext erinnert. Auch wird hier gleich klar, wie gut Flaubert Hektik und andere Gefühle vermittelt. Die bildliche Sprache und Detailliebe tragen auch dazu bei. An Stellen sind ebendiese eventuell etwas zu ausgeprägt, und wenn man keine Freude an ausschweifenden Formulierungen hat, wird man - ab und an - gelangweilt sein. Im ersten Buch finden sich noch wenige Dialoge, dafür gibt es in den folgenden beiden Teilen viel verbale Interaktion zwischen den Figuren. Teilweise finden sich auch lange Monologe, die nicht wirklich zur Geschichte beitragen, sondern eher eine allgemeine Haltung zu philosophischen/alltäglichen Themen preisgeben. Auch der Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion wird des öfteren thematisiert, zum Beispiel in Streitgesprächen zwischen dem Apotheker und dem Priester. Die Charaktere an sich sind gut ausgebildet. Viele sind sympathisch andere nicht deutlich ‚die Bösen‘, aber nahe dran; man könnte sie, wenn man wollte immer in Schutz nehmen, weil sie nicht explizit nur als schlecht dargestellt werden. Zu Frau Bovary habe ich eine zweigeteilte Meinung. Einerseits finde ich sie einen interessanten Charakter, mit Stärken und Schwächen, andererseits hat mich ihre Sehnsucht und dass sie nie zufrieden mit irgendetwas war ein wenig gestört. Generell wurde ja schon so viel über dieses Buch berichtet, interpretiert und rezensiert, dass ich mich hier kurz halten möchte und meine Sternen-Bewertung sozusagen für sich sprechen lassen.

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Hinreißende sprachliche Eleganz

Von: Wissenstagebuch

27.09.2017

Madame Bovary ist großartig. Das Lesen ist eine wahre Freude, weil hier wirklich jedes Wort sitzt. Auch, wenn mir einige Kleidungsstücke bis dato unbekannt waren (so detailliert sind Flauberts Beschreibungen), hatte ich das Geschehen beim Lesen lebhaft vor Augen: Emma, wie sie ziellos durch das kleine Haus stromert, Charles, der sie bis zuletzt anhänglich liebt, der Apotheker versunken in seinem Kämmerchen, rastlos darum bemüht, endlich Anerkennung in der Wissenschaftswelt zu finden. Richtig sympathisch ist in dieser Geschichte niemand: Charles ist ein Simpel, der allgegenwärtige Apotheker ein Schaumschläger und Madame Bovary – nun ja, die hat so viele Fehler, das Flaubert einen ganzen Roman darüber schreiben konnte. Und zwar einen durchaus umfangreichen. Trotzdem hat man als Leser nie das Gefühl, Überflüssiges serviert zu bekommen. Jede Begebenheit wirft ein Licht auf den Charakter der Figuren, beschreibt eine neue Facette. Dass Flaubert sich ausdrücklich gegen Kürzungen gewehrt hat und sein Manuskript in vollem Umfang als Roman veröffentlicht sehen wollte, überrascht daher nicht. Diese und noch viele weitere interessante Tatsachen über den Charakter des Schriftstellers kann man dem informativen Nachwort von Guy de Maupassant entnehmen. Demnach kann Flaubert fast als „geselliger Misanthrop“ gelten, der sich nur allzu gern über die Fehler der Menschen ausließ – am liebsten in seinen Werken. Insgesamt hatte ich den Eindruck, Flaubert war mit Madame Bovary seiner Zeit voraus. Oder hat einfach aufgeschrieben, was sich sonst niemand getraut hat. In einer Zeit, in der Männer in allen Bereichen des öffentlichen Lebens die Oberhand hatten, widmet er sich dem häuslichen Leben und den Eskapaden einer gelangweilten Arztgattin in der Provinz. Das allein empfand ich schon als bemerkenswert. Dass er dabei das Gefühlsleben und den Charakter einer jeden Figur wie mit dem Seziermesser auseinandernimmt und dafür noch Worte findet, die das Lesen zu einem Genuss machen, lassen das Buch zu einem Schatz werden.

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Vita

Gustave Flaubert

Gustave Flaubert (1821–1880) studierte Jura in Paris und musste aufgrund eines Nervenleidens seinen Beruf aufgeben. Er lebte fortan in strenger Askese in Rouen. Mit großer Präzision und ganz ohne Gefühlsduselei beschreibt er in seinen Romanen und Erzählungen Menschen und ihre Schicksale. »Madame Bovary« (1857) – in den Augen der Öffentlichkeit ein Buch der Unmoral – provozierte bei Erscheinen prompt einen Skandal.

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Guy de Maupassant

Guy de Maupassant wurde 1850 auf Schloss Miromesnil bei Dieppe geboren und stammte aus einer alten lothringischen Adelsfamilie. Er studierte für einige Zeit Jura in Paris und nahm 1870/71 am Deutsch-Französischen Krieg teil. Ab 1871 war er in Paris als Ministerialbeamter tätig. Gustave Flaubert, ein Freund seiner Mutter, unterstützte seine ersten literarischen Versuche. Mit der Veröffentlichung seiner Novelle «Boule de Suif» im Jahr 1880 erlangte Maupassant Ruhm und ein Vermögen, das ihm ausgedehnte Reisen ermöglichte. Er schrieb etwa 260 Novellen sowie einige Romane («Bel Ami», 1885), die in teils pessimistisch-schwermütigem, teils satirisch-groteskem Ton sein Bild vom Menschen als banalem, habsüchtigem und triebhaftem Wesen thematisieren. Seit 1891 in geistiger Umnachtung lebend, starb Maupassant 1893 in Passy bei Paris.



Guy de Maupassant

wurde 1850 geboren und erlebte als Elfjähriger die Scheidung seiner Eltern. Ab 1871 arbeitete er als kleiner Beamter in Paris, wo er Gustave Flaubert kennenlernte und von diesem zum Schreiben angeleitet wurde.

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