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Memory Wall Novelle

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-71554-1

Erschienen:  12.02.2018
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Was, wenn wir unsere Erinnerungen verlieren?

Unser Leben, unsere Welt werden durch unsere Erinnerungen zusammengehalten. Was geschieht mit uns, wenn wir sie verlieren, und welche Möglichkeiten tun sich auf, wenn andere unsere Erinnerungen wiederbeleben können? Der 74-jährigen Alma Konachek, die in einem Vorort von Kapstadt lebt, widerfährt genau dies. Sie verliert ihr Gedächtnis ...

Wie alle Werke Doerrs zeugt auch dieses von der Größe des Lebens – von der geheimnisvollen Schönheit der Fossilien, Wolken, Blätter – von dem atemberaubenden Glück, in diesem Universum zu leben. Die Vorstellungskraft und Sprachmacht, das Einfühlungsvermögen und die Erzählkunst Anthony Doerrs sind unvergleichlich.

Anthony Doerr (Autor)

Anthony Doerr, 1973 in Cleveland geboren, lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Boise, Idaho. Neben Erzählungsbänden wie „Der Muschelsammler“ veröffentlichte Doerr die Romane „Winklers Traum vom Wasser“ und „Alles Licht, das wir nicht sehen“, für den er 2015 den Pulitzer Prize erhielt. Der Roman, der in den USA annähernd 2 Millionen Exemplare verkaufte, wurde auch in Deutschland zu einem Bestseller, und in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Für seine Erzählungen hat Doerr bislang vier Mal den renommierten O. Henry Prize erhalten, neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er auch drei Mal den Pushcart Prize. Im Jahr 2007 wurde Anthony Doerr von der Britischen Literaturzeitschrift Granta auf die Liste der „21 Best Young American Novelists“ gesetzt.


Werner Löcher-Lawrence (Übersetzer)

Werner Löcher-Lawrence, geb. 1956, studierte Journalismus, Literatur und Philosophie, arbeitete als wissenschaftlicher Assistent an der Universität München und als Lektor in verschiedenen Verlagen. Er ist der Übersetzer von u.a. Ethan Canin, Patricia Duncker, Michael Ignatieff, Jane Urquhart.

Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence
Originaltitel: Memory Wall
Originalverlag: Scribner

Taschenbuch, Broschur, 144 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung

ISBN: 978-3-442-71554-1

€ 8,00 [D] | € 8,30 [A] | CHF 11,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen:  12.02.2018

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Memory Wall - von der Schönheit

Von: Thursdaynext Datum: 12.06.2018

https://feinerbuchstoff.wordpress.com/

Ich bin bezogen auf Preise, Awards und Auszeichnungen oft ein wenig dégoutant, seit Edward St. Aubyns „Der beste Roman des Jahres“ hat sich das noch deutlich verstärkt.

Ein Pulitzerpreisträger ist nicht unbedingt ein Garant für Hochklassiges. Diese Novelle von Pulitzerpreisträger Anthony Doerr hingegen hat mich, in all ihrer schlichten Poesie und Komplexität umgehauen. Sie ist so rund, spannend, berührend und packend, dass man sie quasi inhaliert. Bereits der Titel lässt zwei unterschiedliche, beides zutreffende Bedeutungen zu. Memory Wall ist einerseits die Zettelwand die sich Alma errichtete um sich dort und in der Realität zurechtzufinden. Memory Wall kann aber auch als Wand, die sich allmählich immer schneller selbst errichtet zwischen den Erinnerungen und dem Geist der demenzkranken Alma, einer kinderlosen, reichen vierundsiebzigjährigen Witwe aus Kapstadt deren Gehirn meist nicht mehr funktioniert und die sich dubiosen Behandlungsmethoden unterzieht um den Verfall ein wenig abzumildern.

„Ohne diese Behandlungen neigt das Gedächtnis dazu sehr schnell zu verfallen“, sagte er. „Mit jedem Tag wird es schwerer für sie in dieser Welt zu leben.“

So betrachtet thematisiert die Wand ihren sich abzeichnenden kompletten Gedächtnisverlust.

Alter, Tod, Abschiede und Neuanfänge. Erinnerungen aus der Retorte zum schnellen Konsum und Relikte aus der Frühzeit des Lebens auf der Erde, all das verwebt Anthony Doerr zu einer sachten ergreifenden Geschichte aus Kapstadts verschiedenen Schichten. Arme Schwarze, wohlhabende Weiße, Verantwortung, ein Hauch mysteriöse Erfindung zur Erinnerungsaufbewahrung, Loyalität, Freundlichkeit und Menschlichkeit, Liebe und diese wunderbare Welt auf der wir leben dürfen. Einen mysteriösen futuristisch anmutenden Erzählstrang mit einem Hauch Verschwörungstheorie.

Dabei ist diese Erzählung keinesfalls überfrachtet, sie liest sich wie von selbst, ist dabei so kunstvoll gewoben und geschrieben, dass man die Kunstfertigkeit eher spürt als merkt und entfaltet so ihren ganz eigenen charmanten Reiz. Abgesehen von der Schachnovelle, die mich faszinierte und fesselte, und etlichen SciFi Shortstories habe ich diese Literaturgattung, aufgrund ihrer Kürze, meist gemieden. Doerrs wunderbare Erzählung die auf wenigen Seiten ein ganzes, langes Leben, und etliche weiter beschreibt hat mich für Novellen wieder begeistern können.

„Wasserreste in der Vase, die an den Stängeln der Rose saugen. Rost, der die Stifte eines Schlosses erobert. Zucker, der das Zahnbein zerfrisst, ein Fluss, der seine Ufer auswäscht. Alma fielen tausend Metaphern ein, und alle trafen es nicht.“

Das ist so unaufdringlich poetisch, so voller Charme und Wehmütigkeit und Lebenslust erzählt, dass es mich hingerissen zurückließ.

Chapeau!

Utopie, Apartheid, Demenz – wie passt das zusammen?

Von: Liselotte Wunderlich Datum: 10.05.2018

lesenodernicht.de

Nicht vergessen, sich selbst nicht vergessen, sich selbst nicht verlieren. Eine Novelle die sich futuristisch mit dem Versuch beschäftigt, demenzielles Vergessen aufzuhalten.

Doerr konfrontiert den Leser mit Überbleibseln der Apartheid, mit Vorurteilen die er durch eine der Protagonisten ausdrücken lässt. Und entkräftet diese , widerlegt den rassistischen Gedanken durch verschiedene starke Figuren ohne es direkt zu thematisieren oder direkt Stellung zu beziehen.
Die Thematik ist eingebettet in die Geschichte um Alma, die mittels einer Apparatur ihre Erinnerungen aus ihrem Gedächtnis auf Film-Bänder kopiert, da sie an einer Demenz-Erkrankung leidet. Mit den Bändern versucht sie, die Erinnerungen an ihren bereits verstorbenen Mann und ihre gemeinsamen Erlebnisse zu bewahren. Und es gibt auch eine Erinnerung, die mehr als nur emotionales Gewicht hat. Diese Erinnerung suchen auch zwei weitere Figuren der Erzählung. Einer von ihnen ist Luvo und seine Persönlichkeit und Geschichte sind von einer ganz eigenständigen Tragik.

Eine besonders tiefgreifende Figur ist auch Pheko, der Hausdiener Almas, der für eine Frau arbeitet, die voller Vorurteile und Abschätzigkeiten gegenüber People of Color war und sie auch während ihres demenziellen Verfalls pflegt, motiviert durch väterliche Verantwortung. Seine innerlichen Konflikte hat Doerr sehr gut herausgearbeitet.

Doerr fragt den Leser was der Mensch ohne seine Erinnerungen wäre und beantwortete die Frage auf mittels der zwei Charaktere Alma und Luvo, die beide ohne eigene Erinnerungen sind und doch beide an völlig verschiedenen Punkten stehen.

Die Sprache ist sehr ergreifend, wirkt authentisch und nahe. Die Sätze wirken keinesfalls konstruiert, was sie aber zweifelsohne sind, da sich keine Dopplungen von Wortkombinationen oder Redewendungen finden.

Fazit: Eine wirklich sehr schöne Novelle, die in ihrer Kürze eine Tiefe erreicht, die ich als herausragend beschreiben möchte. Das Thema ist sehr interessant gewählt und durch den utopischen Rahmen erübrigen sich umnotwendige Erklärungen und Beschreibungen. Klare Leseempfehlung!

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