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Murmeljagd Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-74192-2

Erschienen: 13.06.2011
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Einer der wichtigsten Exilromane

Albert Trebla, Wiener Journalist, flieht im Frühjahr 1938 mit seiner Frau aus dem von deutschen Truppen besetzten Österreich ins Engadin. Aber für den Verfolgten gibt es in der Schweizer Bergwelt keine Zuflucht. Trebla fühlt sich durch eine Serie rätselhafter Todesfälle bedroht. Wie ein Murmeltier versucht er, in Deckung zu gehen, aber wo er auch hinkommt, wird er in merkwürdige Geschichten verstrickt. Mit »Murmeljagd« wird einer der großen Romane der deutschen Literatur wieder zugänglich: eine Tour de Force über Vertreibung und Exil, über das Leben im Ausnahmezustand, absurde Irrtümer und eine Menschenjagd.

»Zweifelsohne einer der wichtigen Romane der so genannten Emigrantenliteratur.«

Aargauer Zeitung

Ulrich Becher (Autor)

Ulrich Becher, geboren 1910 in Berlin, studierte Jura und war der einzige Meisterschüler von George Grosz. 1932 erschien sein Debüt »Männer machen Fehler«, das 1933 von den Nationalsozialisten als sogenannte entartete Literatur verbrannt wurde. Becher verließ Deutschland, lebte in verschiedenen europäischen Städten und floh 1941 nach Brasilien. Er übersiedelte 1944 nach New York und kehrte 1948 nach Europa zurück, zunächst nach Wien, 1954 nach Basel, wo er 1990 starb. »Murmeljagd« erschien erstmals 1969.

»Zweifelsohne einer der wichtigen Romane der so genannten Emigrantenliteratur.«

Aargauer Zeitung

Geradezu virtuos wechselt er die Tonlagen – von gnadenloser satirischer Schärfe zu komödiantische-grotesken Dialogsequenzen. Das Werk Ulrich Bechers verdient eine (Wieder-)Entdeckung.«

Augsburger Allgemeine

»Eine satirisch überzeichnete Milieustudie voll grotesker Figuren, die der Schöpfer des Bockerer mit unendlicher Sprachvielfalt durch die Handlung manövriert.«

ORF TV

»Ulrich Becher blieb trotz seines grandiosen Erzähltalents ein Außenseiter der Literaturgeschichte, einer, den zu entdecken sich lohnt.«

Bayerischer Rundfunk

Taschenbuch, Broschur, 704 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-74192-2

€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 17,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 13.06.2011

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Schweizer Exil

Von: wal.li Datum: 12.02.2017

wallis-buechersichten.blogspot.de/

Im Frühjahr 1938 flieht der österreichische Journalist Albert Trebla mit seiner Frau in die Schweiz. Doch auch in dem vermeintlich neutralen Land fühlt er sich nicht sicher. Zwar lernen die Eheleute schnell neue Menschen kennen und treffen alte Bekannte. Doch schon bald nach der Ankunft bekommt Trebla das Gefühl, er werde von zwei Blonden beschattet. Und bald darauf verstirbt ein Jurist, mit dem Trebla sich anzufreunden begann. Die Meldungen aus der alten Heimat stimmen auch nicht eben fröhlich, der Krieg schickt seine Boten voraus, die Gefahr scheint immer näher zu kommen.

Wem kann man noch trauen in dieser verrückten Zeit? Hilfe kommt manchmal ebenso unerwartet wie eine Bedrohung von einer Seite, die man sicher glaubte. Auf der Flucht ist auch das Geld verdienen keine leichte Aufgabe, will der Journalist Trebla etwas veröffentlichen, braucht er eine Erlaubnis, für eine Erlaubnis braucht er einen gültigen Ausweis. Doch er hat nur Papiere eines Landes, das es seit kurzem so nicht mehr gibt. Dauernde Geldsorgen, das Gefühl der Bedrohung, die Sorge um die Gesundheit seiner Frau. Wie eine Schlinge, die sich langsam zuzieht, scheint sich das Schicksal um Treblas Hals zu legen. Schlechte Nachrichten aus der Heimat tun ein Übriges dazu, Treblas Nervenkostüm aufzureiben.

Am Vorabend des zweiten Weltkrieges angesiedelt ist dieser Roman ein bedrückendes Dokument, dass Flüchtlinge damals ebenso wie heute nicht freudig empfangen wurden. Mit Mühe finden die Eheleute Trebla Unterschlupf, eher noch bei Ihresgleichen. Widersinnig wirkt so manches fröhliches Beisammensein vor dem Hintergrund der politischen Lage. Doch vielleicht bedarf es einfach der Ablenkung, ein stundenweises Kopf in den Sand. Denn die Gefahr lauert. Die Flucht will organisiert sein, sie macht Wege notwendig, das Herauswagen aus dem Bau, der auch nicht sicher ist. Das Gefühl der Bedrohung, des Unwillkommenseins, der Angst vor schlechten Nachrichten ist immer gegenwärtig. Wie ein Tanz auf der Rasierklinge wirkt Treblas Weg durch die unsichere Zeit. Wenn auch dieser Roman in manchen Belangen undurchsichtig bleibt, so fesselt er in besonderem Maße durch die Beklemmung, die er bei dem Gedanken an ein Flüchtlingsschicksal auslöst. Wobei hier der Flüchtling Trebla durch seine Beziehungen und seine gewisse Bekanntheit noch begünstigt wirkt. Wie mag es da erst jenen ergangen sein oder ergehen, auf die tatsächlich niemand wartet?

Ulrich Becher: Murmeljagd (1969). Berg- und Talfahrt im Exil – Fix Laudon!

Von: Claudio Miller  aus Augsburg Datum: 31.03.2015

www.saetzeundschaetze.com

Dieses Buch haut einen um wie eine Naturgewalt. Es macht atemlos. Und zunächst auch sprachlos. Als ich es zur Seite legte, war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt eine halbwegs anständige Besprechung dazu zustande bekäme. Sicher bin ich mir immer noch nicht. Aber es sollte, ja, es muss vorgestellt werden – denn jeder, der Sprache und das Spiel mit ihr liebt, der Wortkapriolen zu schätzen weiß, der sehen und lesen und lernen möchte, wie phantastisch phantasievoll man mit Sprache umgehen kann, der wird daran seine Freude haben. Und noch mehr: Einen langen, nachklingenden Genuss.

http://saetzeundschaetze.com/2015/03/31/ulrich-becher-murmeljagd-1969-berg-und-talfahrt-im-exil-fix-laudon/

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