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Nebel im August - Filmbuch

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Taschenbuch, Klappenbroschur ISBN: 978-3-570-40328-0

Erschienen: 12.09.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Ungekürzte Textausgabe mit zahlreichen farbigen Filmfotos
Deutschland, 1933: Ernst Lossa stammt aus einer Familie von »Jenischen«, Zigeuner, wie man damals sagte. Er gilt als schwieriges Kind, wird von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich – obgleich völlig gesund – in die psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren eingewiesen wird. Hier nimmt sein Leben die letzte, schreckliche Wendung: In der Nacht zum 9. August 1944 bekommt er die Todesspritze verabreicht. Ernst Lossa wird mit dem Stempel »asozialer Psychopath« als »unwertes Leben« aus dem Weg geräumt.

"Was viele nicht wissen (wollen). Erschütternd. Müsste Pflichtlektüre an Schulern werden."

Frankfurter Stadtkurier (27.09.2016)

Robert Domes (Autor)

Robert Domes, geboren 1961 im bayerischen Ichenhausen, studierte Politik und Kommunikationswissenschaften in München. Er arbeitete jahrelang als Redakteur bei der Allgäuer Zeitung, zuletzt als Leiter der Lokalredaktion in Kaufbeuren, bevor er sich 2002 als Journalist und Autor selbstständig machte. Für das vorliegende Buch hat er fünf Jahre lang recherchiert.

"Was viele nicht wissen (wollen). Erschütternd. Müsste Pflichtlektüre an Schulern werden."

Frankfurter Stadtkurier (27.09.2016)

"Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt, zum Nachdenken angeregt und vor allem zur Recherche bewegt. Einen Lesetipp meinerseits gibt's hierfür."

talesofthefairytaleworld.blogspot.de (02.11.2016)

"Ein ausgezeichnetes Buch, das in jeder Hinsicht eine uneingeschränkte Leseempfehlung verdient."

biblio.at/ (07.11.2016)

"Ein Buch gegen das Vergessen, dass es wert ist, gelesen zu werden. Fundiert, erschreckend, berührend. Nicht nur Jugendliche, auch Erwachsene sollten es unbedigt lesen."

kristineliest.blogspot.de (18.11.2016)

»Sowohl der Roman über das Leben von Ernst Lossa als auch der Film sind empfehlenswert.«

ajum.de (17.02.2017)

mehr anzeigen

Taschenbuch, Klappenbroschur, 352 Seiten, 12,5 x 18,3 cm
Mit farbigen Filmfotos

ISBN: 978-3-570-40328-0

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: cbj

Erschienen: 12.09.2016

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Welch ein berührendes Buch

Von: Bloggerhochzwei Datum: 26.01.2017

www.bloggerhochzwei.de

Ernst Lossa wuchs in einer Familie ohne festen Wohnsitz auf. Sie gehörten zu den fahrenden Händlern, die oftmals abwertend als Zigeuner beschimpft wurden. Als die Mutter schwer krank wird und der Vater auf Reisen, nimmt ihr die Erziehungshilfe ihre Kinder weg. Ernst, seine beiden Schwestern und sein kleiner Bruder kommen in getrennte Heime. Ernst fühlt sich von Anfang an nicht wohl und wartet auf seine Mutter, welche ihm verprochen hatte, ihn bald abzuholen. Leider verstarb sie nach 3 Monaten. Ernst kämpft sich durch, fängt aber auch an zu stehlen und zu lügen. Die Nonnen werden mit ihm nicht mehr fertig und lassen Ernst in ein anderes Heim verlegen. Aber auch hier ist er schwierig und wird nochmals zwei Mal verlegt, bis er dann in der Heil- und Pflegeanstalt in Kaufbeuren landet. Hier wird er dann endgültig als „asozialer Psychopath“ abgestempelt und aus dem Weg geräumt.

„Nebel im August“ beschreibt ein sehr düsteres Kapitel deutscher Geschichte. Es geht um das Euthansie Programm im Dritten Reich, bei welchem viele behinderten, geistig erkrankten und auch unbequeme Menschen umgebracht wurden. Einfach so, mit Tabletten oder Spritzen.

Ernst Lossa war erst 14 Jahre alt als das Team aus Ärzten und Pflegern seinen Tod entschieden haben. Warum? Vielleicht weil er zu viel wußte. Er hat es beobachtet, was mit anderen Patienten passiert ist, wie sie ermordet wurden. Vielleicht auch weil er sich dem System einfach nicht beugen wollte. Ernst war ein ganz normaler Junge welcher sich nach seiner Familie, nach Liebe und Geborgenheit gesehnt hat. Aufmüpfige wurden in dieser Zeit nicht geduldet. In der Zeit zwischen 1939 und 1945 wurden ca. 200 000 Menschen auf Hitlers persönlichen Erlass getötet. Das Schicksal von Ernst Lossa steht stellvertretend für die oft namenlosen Opfer.

Die Biographie aus der Feder von Robert Domes wurde zu einem wunderschönen aber auch sehr traurigen Roman verarbeitet. Der Autor musste mehrere Jahre recherchieren um ein Puzzleteilchen zum nächsten hinzufügen zu können. Als Leser muss man mehrmals schlucken und was hier passiert ist, ist einfach unglaublich böse. Die Zeilen haben mich auch nach dem Lesen nicht mehr losgelassen und wahrscheinlich werde ich sie mein Leben lang nicht mehr vergessen.

Fazit

Das Dritte Reich ist nicht umsonst das dunkelste Kapitel in der deutschen Geschichte. Es ist erstaunlich, welche Widerwärtigkeiten einem immer wieder begegnen. Ich dachte eigentlich, dass ich alles kenne, doch dem ist nicht so. Der Film zu diesem Buch kam im September 2016 in die Kinos und er ist mindestens genauso sehenswert wie dieses Buch lesenswert ist. Jeder sollte sich mit dieser Zeit beschäftigen, damit es nie wieder solche Taten gibt. Gerade in der heuten Zeit ist diese Thematik mehr als aktuell.

Nebel im August

Von: Merendina Datum: 15.01.2017

www.merendinabloggt.wordpress.com

Über Ernst Lossa, den Augsburger Jungen, der im Zweiten Weltkrieg ermordet wurde, hatte ich in unserer Zeitung, der Augsburger Allgemeinen, schon einige Male gelesen und ich war tief bewegt von dem Schicksal dieses Jungen. Nun hatte ich erfahren, dass es über Ernst Lossa ein Buch und einen Film gibt. Den Film habe ich noch nicht gesehen, aber Robert Domes‘ Buch habe ich in den Weihnachtsferien gelesen.

Mir ging bzw. geht das Schicksal dieses Jungen und das vieler anderer, die auf ebenso ungerechte, grausame Art ermordet wurden, sehr nahe. In „Nebel im August“ wird das kurze Leben des Ernst Lossa geschildert. Da mir fast alle Handlungsorte, u.a. Augsburg bekannt waren, war das Ganze für mich noch schlimmer.

Ernst Lossa, 1929 geboren, wuchs als Kind von Jenischen in Augsburg auf. Jenische sind keine Sinti oder Roma, aber auch Fahrende. So ist auch Ernst oft mit den Eltern und seinen kleineren Geschwistern unterwegs um Dinge zu verkaufen. Sind die Jenischen schon vor dem Krieg bei vielen Menschen nicht gern gesehen, so wird ihre Situation im Dritten Reich einfach unsagbar schlimm. Als Ernsts Mutter an Schwindsucht erkrankt und sein Vater weiter Geld verdienen muss, werden Ernst und seine Geschwister auf Befehl des Jugendamtes in verschiedene Heime in Augsburg verteilt. Ernst ist dabei erst vier Jahre alt. Mit seinem ersten Tag im Kinderheim beginnt Ernsts schreckliches Schicksal. Er wird schlimm in den Heimen behandelt, gemobbt und als schwer erziehbar eingestuft. Er wird immer wieder in noch schlimmere Heime verlegt und landet schließlich als „schwer erziehbarer, asozialer Psychopath“ in einer psychiatrischen Klinik, wo er mit 15 Jahren mit einer Todesspritze ermordet wird.

Mir ging die Geschichte, die ja auf wahren Tatsachen basiert, sehr, sehr nah. Ernst ist ein lieber, kleiner Junge, dem das Schicksal schlimm mitspielt. Noch dazu wird er als „Zigeuner“ ausgegrenzt. In den Heimen wird er geschlagen, beschimpft, gemobbt. Seine Taten sind mehr oder weniger harmlos. So stiehlt er beispielsweise für sich und andere hungernde Kinder Äpfel oder kleinere Gegenstände seiner Zimmergenossen.

Das Buch hat eine sehr gut lesbare Sprache und zieht einen sofort in seinen Bann. Ich konnte es kaum noch aus meinen Händen legen und hatte es in nur zwei Tagen ausgelesen. Es ist meist aus der Sicht des Ernst Lossa geschrieben, was das Ganze noch authentischer macht. Sehr oft war ich sprachlos, geschockt.

Diese Buch hat mich sehr berührt und ich kann es bestens weiterempfehlen. Ich gebe diesem sehr emotionalen Buch volle Punktzahl: fünf Sternchen!

Nun bin ich auf den Film gespannt, den ich mir unbedingt ansehen möchte.

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