Nichts, was uns passiert

Roman

(5)
Taschenbuch
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Ausgezeichnet mit dem ZDF-aspekte-Literaturpreis für das beste literarische Debüt des Jahres 2018.

Anna sagt, sie wurde vergewaltigt. Jonas sagt, es war einvernehmlicher Geschlechtsverkehr. Aussage steht gegen Aussage. Nach zwei Monaten nah an der Verzweiflung zeigt Anna Jonas schließlich an, doch im Freundeskreis hängt bald das Wort „Falschbeschuldigung“ in der Luft. Jonas’ und Annas Glaubwürdigkeit und ihre Freundschaften werden aufs Spiel gesetzt.


Originaltitel: Nichts, was uns passiert
Originalverlag: Verbrecher Verlag
Taschenbuch, Broschur, 176 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-71890-0
Erschienen am  14. Oktober 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Aussage gegen Aussage.

Von: lesebesen.books

15.09.2020

Sommer 2014: Studierendenleben in Leipzig, ausgelassene Partys, Alkohol, Gespräche über Literatur, Fußball-WM, Anna wird vergewaltigt, Jonas sagt es sei einvernehmlich gewesen. Er hat schließlich ein Kondom benutzt und das würde man bei einer Vergewaltigung doch wohl nicht tun. Zwei Monate später beschließt Anna, die Tat zur Anzeige zu bringen. Der Freundeskreis ist hin und her gerissen. Es steht schließlich Aussage gegen Aussage und wem soll man da nur glauben? Jonas ist doch so ein Guter, sowas würde er doch nie tun? Und sie hatten doch vorher auch schon ein One Night Stand und haben sich an dem besagten Abend auf dem Spielplatz geküsst. Schnell hängt das Wort „Falschbeschuldigung“ in der Luft. „Nichts, was uns passiert“ zeigt anhand unterschiedlicher (und glaubwürdiger) Zeugenaussagen sehr umfassend, wie unsere Gesellschaft mit dem Thema Vergewaltigung umgeht. Bemerkenswert finde ich die Umstände, die es den Lesenden selbst schwierig machen, eine Seite einzunehmen. Ist Jonas wirklich davon ausgegangen, es sei einvernehmlich gewesen oder hat er ihr „Nein“ bewusst ignoriert? Es sind diese Umstände, die das Buch zu so einem wichtigen machen. Bettina Wilpert beschreibt in ihrem Debütroman eindringlich die sozialen und psychischen Folgen einer Vergewaltigung und widerspricht dem Vorurteil der Vergewaltigung durch Fremde in dunklen Gassen. Sehr lesenswert!

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Einfach nur grandios! Wahre Literatur

Von: das_lese_wesen

26.03.2020

Man braucht einige Zeit. Zeit, um zu begreifen, zu realisieren, was und wie viel in diesem einzigartigen Debütroman von #bettinawilpert steckt. Der legendäre Sommer 2014. In Brasilien ist Fußball-Weltmeisterschaft. Ganz Deutschland feiert. Auch Leipzig. Auch die Studenten. Auch Anna und Jonas. Die sich an diesem Abend kennenlernen. Sie verbringen eine bedeutungslose Nacht miteinander. Danach keine große Liebe. Keine Dates. Beide haben keine Erwartungen. Zufällig treffen die beiden sich wieder. Auf einer Geburtstagsparty. Landen erneut miteinander im Bett. Sturzbetrunken. Ohne zu ahnen, dass diese Nacht alles verändert. Anna behauptet, Jonas habe sie vergewaltigt. Jonas spricht von einvernehmlichem Sex. Zwei Monate später zeigt sie ihn an. Der Fall zieht Kreise. Freunde. Universität. Die ganze Stadt. Alle wissen Bescheid und stehen vor der Frage: Wer sagt die Wahrheit? Was ist in dieser Nacht tatsächlich passiert? Welche Version der Geschichte stimmt? Bettina Wilpert entzieht sich dieser Frage. Ihr Roman nimmt keine Wertung vor, sie urteilt nicht. Sie legt vielmehr dar, wie unmöglich es ist, sich ein Urteil zu erlauben. Es sind die beiden Versionen von Anna und Jonas, die beide gleichermaßen glaubhaft erscheinen. Könnte Jonas durch zu viel Alkohol doch übergriff gewesen sein? Könnte Anna ihre Enttäuschung über Jonas Wunsch, keine Beziehung zu wollen umgedeutet haben? Brisanter und aktueller kann Literatur diese wichtigen Fragen nicht stellen. Ein anonymes Ich erzählt diese Geschichte. Von Anna und Jonas. In der aber doch viele zu Wort kommen: Freunde, Kommilitonen, Professoren, Mitbewohner. Eine ganze Gesellschaft. Es entsteht ein unfertiges, widersprüchliches Bild. Ein Bild über eine Gesellschaft, in der jeder alles zu wissen glaubt. Fatal.

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Vita

Bettina Wilpert

Bettina Wilpert, geboren 1989, studierte Kulturwissenschaft, Anglistik und Literarisches Schreiben in Potsdam, Berlin und Leipzig, wo sie heute lebt. Sie war Finalistin des Open Mike, Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses, Artist in Residence auf dem PROSANOVA und Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin. Für ihr Debüt »nichts, was uns passiert« wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem ZDF-aspekte-Literaturpreis, dem Förderpreis zum Lessing-Preis und dem Melusine-Huss-Preis.

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