Nordwasser

Roman

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Henry Drax kennt kein Gewissen. Er ist Maschinist auf der Volunteer, einem Walfangschiff, das im Jahr 1856 von England Kurs auf die arktischen Gewässer der Baffinbucht nimmt. Ebenfalls an Bord ist Patrick Sumner, ein Arzt von zweifelhaftem Ruf, der glaubt, schon alles gesehen zu haben. Er ahnt nicht, dass seine größte Prüfung noch bevorsteht, nachdem er Drax einer ungeheuerlichen Tat überführt hat. Während sich der Konflikt zwischen den beiden Männern zuspitzt, wird auch der eigentliche Sinn der verhängnisvollen Expedition zunehmend klar . . .

»Ian McGuire kommt dem Schrecken des Eises und der Finsternis inmitten einer grandiosen Natur ganz nahe.«

Hannoversche Allgemeine Zeitung

Aus dem Englischen von Joachim Körber
Originaltitel: The Northwater
Originalverlag: Scribner
Taschenbuch, Broschur, 368 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-48868-1
Erschienen am  19. August 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Reise in die Abgründe menschlicher Verkommenheit.

Von: ulrike rabe

27.07.2019

England im Jahr 1859, der Walfänger „Volunteer läuft aus Hull vom Hafen. Die Besatzung, ein Sammelsurium von „Abschaum und Dreck“, wie Kapitän Brownlee behauptet. Im Mittelpunkt der Handlung steht der nach Laudanum süchtige abgehalfterte Schiffsarzt Patrick Sumner. Dieser wurde unehrenhaft aus der Armee entlassen. Sein Bündel aus der Vergangenheit sind die blutigen Kämpfe in Indien. Ihm gegenüber steht der bösartige und absolut skrupellose Henry Drax, der als Harpunier angeheuert hat. Niemand auf diesem Schiff hat eine reine Weste, niemand spielt mit offenen Karten. Eine ganz unglückliche und gefährliche Mischung auf einem Schiff, diesem Mikrokosmos von Testosteron, Zorn und Gewalt, Mann gegen Mann, bis die eiskalte Natur der Arktis das Kommando übernimmt. „Nordwasser“ ist ein Abenteuerroman ohne Romantik und hehre Motive. Dreckig, verkommen, brutal nimmt Ian McGuire uns mit auf eine Reise in die tiefsten Abgründe menschlichen Seins. Wort- und bildgewaltig, von der ersten Seite an. „Er schlurft aus Clappison’s Courtyard heraus auf die Sykes Street und schnüffelt die vielschichtige Luft – Terpentin, Fischmehl, Senf, Grafit, der übliche durchdringende morgendliche Pissegestank geleerter Nachttöpfe. Er schnaubt einmal, streicht sich über den borstigen Kopf und rückt sich den Schritt zurecht. Er riecht an den Fingern, dann lutscht er langsam jeden einzelnen und leckt die letzten Rest ab, um auch wirklich alles für sein Geld bekommen zu haben.“ Sumner versucht anfangs noch, einen Anschein von Normalität und Zivilisation zu wahren, liest Homer, diskutiert mit dem bibelfesten Otto noch über Gott und die Welt. Letztlich verroht auch ihn der simple Kampf ums Überleben. „…dass großes Böses die Abwesenheit von Gutem ist und Sünde eine Art von Vergesslichkeit…“ So derb die Männer auf dem Schiff beschrieben werden, so atemberaubend sehen wir die unerbittliche Kälte und Reinheit des ewigen Nordeises. Nichts in diesem Buch ist eindeutig, die Charaktere nicht, das Genre eine gelungene Mischung, ein Alptraum und Lesevergnügen gleichermaßen.

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Vita

Ian McGuire, 1964 geboren, aufgewachsen in Hull, East Yorkshire, studierte in Manchester und Sussex und promovierte an der University of Virginia. »Nordwasser«, sein zweiter Roman, war ein New York Times-Bestseller und nominiert für den Man Booker Prize 2016. Ian McGuire lebt mit seiner Familie in Manchester.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»(...) in seiner Mischung aus Kriminal- und Abenteuerroman so klug wie mitreißend spannend erzählt (...).«

Süddeutsche Zeitung

»Ein brillant geschriebener Albtraum (...) McGuires Hyperrealismus und die ungeheure Präsenz, die er erschafft, sind in jeder Zeile zu spüren.«

Deutschlandfunk

»Wer sich also traut, mit dem Walfangschiff Volunteer in See zu stechen, muss sich warm anziehen, wird aber mit einer Lese-Extremerfahrung belohnt.«

Brigitte

»Urgewaltig und brutal, nichts für schwache Gemüter! (...) von einer sprachlichen Sinnlichkeit und Direktheit, die einem mitunter fast den Atem nimmt. (...) ein fantastischer Roman.«

hr2 Kultur

»Ein mitreißendes Buch über Typen, die an ihre Grenzen gehen und darüber hinaus. Spannend!«

Wienerin

»›Nordwasser‹ ist ein Roman über Extreme und ein extrem guter, wilder Roman von dunklem Zauber.«

Falter

»Wer Jack London liebt, garniert mit einer Prise Herman Melville, sollte sofort die Leinen losmachen.«

Hannoversche Allgemeine Zeitung

»Der Abenteuerroman ist auch ein Krimi, aber vor allem ist er großartig.«

Kurier

»Eis, Blut und Dreck: Ein ebenso faszinierender wie brutaler Eintrag ins Genre des arktischen Abenteuerromans.«

Radio FM4

»McGuire (...) erzählt seine Geschichte mit so viel Sachverstand und Wucht, dass der Roman den Leser unverzüglich in eine vollständig erdachte Welt eintauchen lässt.«

The New York Times