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STRAFE Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-71452-0

NEU
Erschienen: 12.12.2016
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Der Brief kommt überraschend, und er holt den Schriftsteller Max Schmeling aus seiner Komfortzone: einen Gefallen soll er ihm tun, seinem ehemaligen Schulkameraden Tibor Schittkowski, den er seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat und den er aus vielen Gründen auch nicht sonderlich gut leiden konnte. Dass er sich auf ein Spiel mit gefährlichem Einsatz einlässt, ist ihm da noch nicht klar...

Håkan Nesser (Autor)

Paula Polanski ist das Pseudonym einer deutschen Publizistin, die dieses Buch gemeinsam mit Håkan Nesser verfasst hat. Warum sie lieber anonym bleiben möchte, erschließt sich aus der Lektüre des Romans.

Håkan Nesser ist einer der beliebtesten Autoren Schwedens. Er gilt als der "Philosoph unter den Krimiautoren Skandinaviens" (Hannes Hintermeier, FAZ). Nesser begegnete Paula Polanski während einer seiner Lesereisen in Deutschland, wo sie ihm ihre Geschichte erzählte.


Paula Polanski (Autorin)

Paula Polanski ist das Pseudonym einer deutschen Publizistin, die dieses Buch gemeinsam mit Håkan Nesser verfasst hat. Warum sie lieber anonym bleiben möchte, erschließt sich aus der Lektüre des Romans.

Håkan Nesser ist einer der beliebtesten Autoren Schwedens. Er gilt als der "Philosoph unter den Krimautoren Skandinaviens" (Hannes Hintermeier, FAZ). Nesser begegnete Paula Polanski während einer seiner Lesereisen in Deutschland, wo sie ihm ihre Geschichte erzählte.


Paul Berf (Übersetzer)

Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, KjellWestö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

Aus dem Schwedischen von Paul Berf
Originaltitel: Straff
Originalverlag: Albert Bonniers Förlag

Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-71452-0

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

NEU
Erschienen: 12.12.2016

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Strafe

Von: Miss.mesmerized aus Deutschland Datum: 26.12.2016

https://missmesmerized.wordpress.com/2016/12/26/hakan-nesser-strafe/

Unerwartet wird der Schriftsteller Max Schmeling von der Vergangenheit eingeholt. Schon viele Jahrzehnte war er nicht mehr in seiner schwedischen Heimatstadt, als ihn ein Brief eines Schulfreundes erreicht, der um einen Besuch bittet. Tibor Schittkowski, eigentlich kein wirklicher Freund, aber zweimal hat er Max das Leben gerettet und nun, kurz vor seinem Dahinscheiden aufgrund von ALS im Endstadium, bittet er ihn um Hilfe. Er hat seine Lebensgeschichte niedergeschrieben, aus den Seiten werde sich ergeben, was Max für ihn tun solle. Widerwillig beginnt Max wieder zu Hause zu lesen. Von Tibors Zeit nach der Schule, der Begegnung mit einer gemeinsamen Schulkameradin, in die auch Max verliebt war, und Tibors Zeit in einem spanischen Gefängnis, nachdem er einen Mord begangen hatte. Eine Sache in seinem Leben möchte er noch erledigen und Max scheint der richtige zu sein, um ihm hierbei zu helfen. Doch was so einfach scheint, hat einen ungeahnten Haken.

Viele Krimis habe ich von Håkan Nesser gelesen, weshalb ich nicht verwundert war, was er mit seinen Figuren anstellt. Was mich jedoch zunächst irritierte, war der Ko-Autorenschaft mit Paula Polanski, laut Verlag einer deutschen Publizistin, die jedoch unter Pseudonym schreibt und ihre Identität nicht preisgeben möchte. Im Laufe der Handlung erklärt sich die Mitautorin und mit schmunzeln muss man am Ende auf dieses Detail schauen. Nesser gelingt es immer wieder seine Leser zu überraschen und das auf ganz unterschiedliche und unerwartete Weise.

Die Handlung selbst wird geprägt von den beiden älteren Herren, die im fortgeschrittenen Alter auf ihr Leben zurückblicken, manches bedauern, anderes gelernt haben zu akzeptieren. Es sind die bekannten durchschnittlichen Schweden, die man in Nessers Roman so oft findet und deren Kinderjahre insbesondere einen nachhaltigen Einfluss auf ihre Persönlichkeit hatten. Die Kindheit und Jugend in den 1960er/70er Jahren sind für mich einmal mehr erzählerisch Nessers größte Stärke und hier folge ich ihm am liebsten. Doch auch sein Händchen für Krimis ist bemerkenswert und erreicht hier seinen Höhepunkt. Man kann kaum etwas zur Handlung schreiben, ohne schon vorwegzunehmen, was sich der Schwede ausgedacht hat. Es ist frappierend, wie er mit seinem Protagonisten und dem Leser spielt und wie sich die erschaffene Welt doch auch ganz anders darstellen kann.

Ein Buch mit Autorenduo und doppeltem Boden, Geschichte in der Geschichte, schlichtweg überzeugend konstruiert und mit einem überraschenden Ende, das alles, was man über „den typisch schwedischen Krimi“ zu wissen glaubte, über den Haufen wirft.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

„Unschwedische Scheinliteratur“

Von: Besser Nord als nie! Datum: 30.01.2016

www.besser-nord-als-nie.net/nordnovelle/unschwedische-scheinliteratur/

"Strafe" von Håkan Nesser und Paula Polanski

Über diesen Roman zu schreiben, gestaltet sich schwierig, ist er doch ein raffiniertes Konstrukt der Täuschung, über das man nicht zu viel verraten will. Schon bei der Angabe des oder der Verfasser tappt man entweder in eine Falle oder offenbart ein Teil des literarischen Spiels. Doch zunächst zur Handlung:

„Am fünften September erhält der Schriftsteller Max Schmeling einen Brief in einem Brief seines Verlags.“

Mit diesem Brief in einem Brief beginnt die doppel- oder gar mehrbödige Erzählung. Absender ist Max‘ ehemaliger Schulkamerad Tibor Schittkowski, der von ihm einen Gefallen einfordert, da er Max in der Jugend zweimal das Leben rettete. Tibor liegt im Sterben und bittet Max um Hilfe bei der Regelung einer letzten Angelegenheit. Obwohl die beiden keine Freundschaft verbindet und Max‘ Widerwillen nicht größer sein könnte, gibt es Tibors Bitte nach. Doch worin der Gefallen genau besteht erfahren Max und die Leser erst nach Tibors schriftlichen Bericht über sein Leben. Gleichermaßen ahnungslos werden Max Schmeling und die Leser in eine Intrige verwickelt, bei der am Ende nichts so ist, wie es am Anfang schien.

Der deutsche btb-Verlag gibt Håkan Nesser und Paula Polanski als Autoren des Buches an. Paula Polanski sei „das Pseudonym einer deutschen Publizistin, die dieses Buch gemeinsam mit Håkan Nesser verfasst hat. Warum sie lieber anonym bleiben möchte, erschließt sich aus der Lektüre des Romans“, so die (Des-)Information des Verlags.

In Schweden erschien „Strafe“ schon 2014 und wurde zuvor vom Bonnier-Verlag als „unschwedische Scheinliteratur“ angekündigt. Als alleinige Autorin wurde dort Paula Polanski genannt, deren Buch von Håkan Nesser ins Schwedische übersetzt wurde. Aus welcher Sprache blieb zunächst offen, doch auch dieser Roman spielt in Nessers namenlosen, fiktiv niederländisch-nordeuropäischen Land.

Wer hinter dem Autoren-Pseudonym Paula Polanski steht, dürfte klar sein. Doch welche Rolle sie spielt und wer eigentlich welche Geschichte erzählt und wer von wem zum Bestandteil seiner Geschichte gemacht wird, noch lange nicht. Zwischendurch fühlt man sich als Leser fast wie in einem Spiegelkabinett, in dem man die Reflexion nicht mehr von der Wirklichkeit unterscheiden kann und in dem sich scheinbare Wege auftun, die doch nur Irrwege sind.

„Strafe“ bietet viel Lesevergnügen – und zwar nicht unbedingt mit der eigentlichen Handlung, sondern vielmehr durch Nessers Spiel mit dem Leser, mit Autorenschaft, mit Realität und Fiktion. „ich habe mir immer eingebildet, dass eine ganze Menge von dem, was uns die Schriftsteller auftischen, ein bisschen arg konstruiert ist,“ so Tibor Schittkowski in seinem Bericht über sein Leben.

Es scheint fast so als wolle Nesser mit diesem Buch ein für alle Mal beweisen wie unzulänglich das Schwedenkrimi-Etikett für ihn ist. Wie schon in früheren Romanen blitzt ein Vergnügen durch die Zeilen, den Leser zu verwirren und zu täuschen, kunstvolle literarische Anspielungen einzubauen und falsche Fährten zu legen.

Der Roman enthält noch so viel mehr und man könnte noch so viel mehr darüber schreiben. Etwa über die schwer zu leugnenden Parallelen zwischen Håkan Nesser und Max Schmeling – dem Protagonisten in „Strafe“, nicht dem Boxer – obwohl Nesser selbst biografisch Literaturdeutungen für überschätzt hält oder auf welche Weise Nesser und seine Literatur sonst noch mit diesem Roman verwoben sind. Doch mehr sei an dieser Stelle nicht über dieses Werk „unschwedischer Scheinliteratur“ verraten.

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