Sechzehn Wörter

Roman

(6)
Taschenbuch
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Es gibt Wörter, die wir nicht kennen. Deren Bedeutung wir aber erahnen. Als hätten sie schon immer in uns gewohnt. Und manchmal wollen sie endlich ausgesprochen werden. Als ihre Großmutter stirbt, diese eigenwillige Frau, die stets einen unpassenden Witz auf den Lippen hatte, beschließt Mona, ein letztes Mal in den Iran zu fliegen. Gemeinsam mit ihrer Mutter wagt sie die Reise in die trügerische Heimat. Der Rückflug in ihr Kölner Leben ist schon gebucht. Doch dann überredet sie ihr iranischer Langzeitliebhaber Ramin zu einem Abschiedstrip nach Bam, in jene Stadt, die fünf Jahre zuvor von einem Erdbeben komplett zerstört wurde. Die Fahrt wird für Mona zu einer Konfrontation mit ihrer eigenen Identität und ihrer Herkunft, über die so vieles im Ungewissen ist.

»Nava Ebrahimi erzählt in ihrem klugen, poetischen Roman ‚Sechzehn Wörter‘ von einer jungen Frau ‚in zwei Ausprägungen‘«

Norbert Mappes-Niediek, Frankfurter Rundschau

Originalverlag: btb HC
Taschenbuch, Broschur, 320 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 16 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-442-71754-5
Erschienen am  14. Januar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Bittersüß und melancholisch!

Von: Juliane - I AM JANE

22.02.2019

Ab und zu wage ich es aus meiner Genre-Komfortzone zu entwischen und suche mir ein Buch heraus, das meinen Horizont erweitern soll. Die Wahl ist dieses Mal auf „Sechzehn Wörter“ gefallen. Den Iran kenne ich nur aus den Nachrichten, gelesen habe ich noch nichts über oder aus dem Land. Es wurde also höchste Zeit! Ich bin sehr froh, dass ich „Sechzehn Wörter“ gefunden habe. Der Roman ist sehr lesenswert. Der Beginn ist sehr leicht, Mona nimmt den Leser gut auf, erzählt von ihrer Großmutter, die ja auch der Grund ist, warum Mona aus Deutschland in den Iran fliegt. Die Großmutter ist herrlich unterhaltsam und witzig. Es ist wie eine Telenovela – ihre derben Sprüche, ihre traditionelle Denkweise und diese harte Ehrlichkeit. Sie spiegelt viele Iranerinnen der älteren Generation wider, da erkennt man im Laufe der Geschichte. Im Bezug auf die Erwartungen an eine junge Frau, die Regeln und Vorgaben entsprach es meinen Vorstellungen. Gleichzeitig war es auch anders. Lustiger, hinterfragender, menschlicher. Die Verbindung zwischen den Frauen, die gegenseitige Hilfe. Und die Modernität der jüngeren Frauen. Im Laufe des Romans lernte ich Mona näher kennen. Sie ist im Iran geboren, doch lebt in Deutschland. Sie vergleicht die Länder oft, sieht Parallelen und noch mehr die Unterschiede. Sie erklärt es anhand von Wörtern, die zu Szenen aus ihrem Leben führen. Der Ansatz war echt gut, denn es waren fast alles Wörter, die man in Deutschland nicht kennt oder nicht verwendet. Sie konnte die Wörter nicht einfach 1 zu 1 übersetzen, sondern sie zeigte es mit Momenten aus dem Leben. Ich tauchte ein in die Welt von Mona. Die Zerrissenheit zwischen zwei Länder. Sie war nirgends heimisch und vereinte doch beide Länder in sich. Es ist kein Roman über ihre Entwicklung als Charakter. Es ist ihre Geschichte, die sie erzählt. Und obgleich der Großteil des Romans aus Momenten bestand, ist es eine fortlaufende Geschichte. Es ist viel über die Beziehungen von Mona. Zu Ramin, ihrem alten Geliebten und zu ihrer Mutter. Das irritierte mich zunächst, da ich ihr Verhältnis nicht einschätzen konnte. Zum Ende hin war ich sehr gerührt. Die Entwicklung dieser Beziehung ist bittersüß. So durchlief ich verschiedene Phasen beim Lesen: Von Heiterkeit bis hin zu Melancholie. Dieser Roman bietet viele Einblicke. Ich lernte viel über den Iran und die Menschen dort. Doch gleichzeitig bin ich mir bewusst, dass ich hier Monas Geschichte las und bin mir sicher, dass es viele Menschen gibt, die den Iran anders kennen. Vielleicht härter, vielleicht verständnisvoller. Dieser Roman war ein Einstieg und ich bin begeistert. Ich hoffe, die Autorin schreibt nach diesem tollen Debut viele weitere Werke! Fazit: „Sechzehn Wörter“ bietet eine melancholische, witzige und bittersüße Geschichte. Völlig offen ging ich an die Geschichte heran und wurde so positiv überrascht. Nicht nur über den Iran als Land habe ich viel gelernt, auch über die dortige Kultur und die Gepflogenheiten. Der Schreibstil ist locker, der Roman lässt sich super leicht lesen. Während der Inhalt ebenso leicht beginnt, entwickelt sich hier eine tiefgründige und so berührende Geschichte. Definitiv ein Lesetipp!

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"Das stört mich am meisten, wenn ich im Iran bin: dass ich wahr und unwahr manchmal nicht unterscheiden kann."

Von: Travel Without Moving

21.10.2017

Die Ich-Erzählerin Mona lebt in Deutschland, aber ist gebürtige Iranerin. Gemeinsam mit ihrer Mutter reist sie nach dem Tod ihrer Großmutter ein letztes Mal nach Maschhad im Nordosten des Iran. Durch den Tod der Großmutter wird Monas einzige Verbindung zum Land gekappt und die "anstrengende On-Off-Beziehung" der Ich-Erzählerin zu ihrer alten Heimat beendet. Eigentlich war nur ein kurzer Aufenthalt im Iran geplant und der Rückflug bereits gebucht, doch dann meldet sich Ramin, Monas Daueraffäre im Iran, bei Mona und lädt sie zu einer Abschiedsreise nach Bam ein, in die Stadt, die fünf Jahre zuvor bei einem Erdbeben vollkommen zerstört wurde. Monas Mutter schließt sich den beiden Reisenden an, und für Mona stellt der Ausflug nach Bam eine Reise in die eigene Vergangenheit, in die Geschichte ihrer Familie, in das Leben ihrer Großmutter, ihrer Mutter und ihren Vater dar. Anhand von 16 Farsi-Wörtern, die als Kapitelüberschriften und als roter Faden im jeweiligen Kapitel dienen, erzählt Nava Ebrahimi ihre Geschichte um Mona und die Vergangenheit ihrer Familie. Dabei entsteht ein ungewöhnlich erzählter Roman, bei dem die Ich-Erzählerin häufig die Zeitebene wechselt, den Leser so in verschiedene Epochen mitnimmt und ihre Geschichte mit großer Komplexität erzählt. Diesen Wechsel zwischen den Zeiten (z.B. Iran zu Zeiten des Schah-Regimes, Iran nach der Islamischen Revolution, Gegenwart) empfand ich stets als gelungen umgesetzt und nie als verwirrend oder unpassend. Ebrahimi ermöglicht durch ihren Debütroman ‚Sechzehn Wörter‘ tiefe Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Protagonisten und in das Leben im Iran, aber auch in die Fallstricke eines Lebens im Exil und in Besonderheiten des Farsi. Schön fand ich in diesem Zusammenhang auch die zweisprachigen Kapitelüberschriften (Farsi/Deutsch), da ich Farsi lesen kann und so die Aussprache der Wörter und Phrasen jenseits der vereinfachten Transkription kennenlernen konnte. Für alle, die Farsi nicht lesen können, sind die zweisprachigen Überschriften nichtsdestoweniger ein schöner Einblick ins persische Alphabet sowie ein hübsches Layout-Detail. Nava Ebrahimi: Sechzehn Wörter. btb, 2017, 313 Seiten; 18 Euro.

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Vita

Nava Ebrahimi, 1978 in Teheran geboren, studierte Journalismus und Volkswirtschaftslehre in Köln. Sie arbeitete als Redakteurin bei der Financial Times Deutschland und der Kölner StadtRevue. Sie war Finalistin des Open Mike und absolvierte die Bayerische Akademie des Schreibens. Nava Ebrahimi lebt mit ihrer Familie in Graz. Für ihren ersten Roman »Sechzehn Wörter« wurde sie mit dem Österreichischen Buchpreis, Kategorie Debüt, ausgezeichnet.

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Pressestimmen

»Nava Ebrahimis Entwicklungsroman liefert, obwohl er kulturelle Stereotypen durchaus thematisiert, eine ganz eigene Sichtweise auf die Integration von Migranten, die erfrischenderweise ohne erhobenen Zeigefinger auskommt.«

SZ Extra (Kultur und Freizeit in München und Bayern)

»In ihrem klugen, poetischen Roman ‚Sechzehn Wörter‘ bringt [uns Nava Ebrahimi] die iranische Kultur etwas näher«

Sabine Neubert, neues deutschland

»Wörter wie Schlüssel zu verborgenen Türen der eigenen Identität«

Brigitte woman

»„ein humorvoller, selbstbewusster Abgleich (…) (zweier) Lebenswelten«

Brigitte

»Ein Roman, der vor Erzählfreude fast platzt. Mitreißend!«

Wienerin, Österreich

»Unter der ruhigen gleitenden Sprache tobt ein Erdbeben«

Bernd Wilberg, Stadt Revue Kölnmagazin

»Gewinnbringend«

Viola Bolduan, Darmstädter Echo / Bürstädter Zeitung

»Ebrahimis Debütroman ist ein besonderes Buch, weil es ohne Kraftmalerei des Rechthabens von unangenehmen Seiten der Geschichte erzählt.«

Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten, Österreich