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Stich ins Wespennest Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-47941-2

Erschienen: 19.08.2013
Dieser Titel ist lieferbar.

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Britisch-charmant und bezaubernd – das perfekte Buch zum Fünf-Uhr-Tee. Die Wiederentdeckung des Jahres.

England in den 30er Jahren: In dem Dörfchen Silverstream sucht Barbara Buncle, eine unscheinbare Dame Anfang vierzig, nach Möglichkeiten, ihr bescheidenes Einkommen aufzubessern. Schließlich hat sie eine Idee: Sie wird ein Buch schreiben, und zwar – da Phantasie nicht ihre Stärke ist – über etwas, das sie kennt. Nämlich ihr eigenes Dorf und dessen Einwohner. Miss Buncle trifft ins Schwarze. Der Roman, publiziert unter dem Pseudonym John Smith, wird ein Bestseller. Doch die Sache hat einen Haken: Miss Buncles Schilderungen sind so authentisch, dass sich die Bewohner von Silverstream prompt wiedererkennen, und nicht alle sind glücklich. Bald dreht sich in dem Ort alles nur um eine Frage: Wer ist John Smith?

D. E. Stevenson (Autor)

D.E. (Dorothy Emily) Stevenson wurde 1892 in Edinburgh geboren. Sie stammte aus einer berühmten Familie von Leuchtturmbesitzern, zu der auch Robert Louis Stevenson zählte – der Autor der »Schatzinsel« war ein Cousin ihres Vaters. 1916 heiratete D.E. Stevenson und bekam später mit ihrem Mann zwei Kinder. 1923 erschien ihr erster Roman. »Stich ins Wespennest« wurde 1934 veröffentlicht, und von nun an schrieb Stevenson jedes Jahr einen Roman. »Meine Bücher sind meine Leuchttürme«, pflegte sie zu sagen. In Großbritannien und den USA erreichten ihre Romane Millionenauflagen. D.E. Stevenson starb 1973 in Moffat, Schottland.

Aus dem Englischen von Thomas Stegers
Originaltitel: Miss Buncle's Book
Originalverlag: Persephone Books

Taschenbuch, Broschur, 352 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-47941-2

€ 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 12,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Goldmann

Erschienen: 19.08.2013

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AUS DEM LEBEN GEGRIFFEN

Von: Ulrike Sokul Datum: 18.03.2015

www.leselebenszeichen.wordpress.com



AUS DEM LEBEN GEGRIFFEN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Beim „Stich ins Wespennest“ handelt es sich um eine sehr geschickt konstruierte Geschichte in der Geschichte oder, kurz zitiert, um „einen Roman über eine Frau, die einen Roman über eine Frau geschrieben hat, die einen Roman geschrieben hat.“

Eine vergnügliche Lektüre, die den deutschen Leserinnen lange vorenthalten blieb, da zwischen dem Erscheinen der englischen Originalausgabe im Jahre 1934 und der deutschsprachigen Erstausgabe 2011 ganze 77 Jahre vergangen sind. Doch besser spät als nie: D.E. Stevenson, die übrigens mit dem Schatzinsel-Stevenson verwandt war, hat mit „Stich ins Wespennest“ einen lebhaft menschenkenntnisreichen, selbstironisch konservativen und heiteren Roman verfasst, der sich sehr angenehm liest.

Auch die Buchumschlagillustration ist sehr gut und stimmig.

Der Schauplatz des Romans ist ein kleines englisches Dorf namens Silverstream zur Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren. Zu Beginn folgen wir dem gedanklichen Gang der örtlichen Bäckerin durchs Dorf und lernen dabei - anhand ihres Auslieferungsplanes für die Frühstücksbrötchen - fast alle wichtigen Personen kennen: Wir sehen sie als Früh- oder Spätaufsteher, ordnen sie einer Berufstätig- oder Untätigkeit zu und erhalten eine kurze Wohnlagenskizzierung.

Eine dieser Personen ist Miss Barbara Buncle, die aus Geldnot einen Roman mit dem Titel „Der Störenfried“ verfasst hat und die dabei - da sie nach eigenem Bekunden „über keinerlei Phantasiebegabung“ verfügt – auf das in ihrem Dorf befindliche Figurenpersonal zurückgegriffen hat. Zwar hat sie die Namen verändert und den Roman unter dem Pseudonym John Smith veröffentlicht, aber ihre gute Beobachtungsgabe und scharfsinnige Menschenkenntnis - in Verbindung mit einer naiven Wahrheitstreue in der schriftlichen Wiedergabe - führen dazu, daß sich die Personen aus dem Roman leicht den realen Vorbildern zuordnen lassen.

Das ist nicht für jeden von ihnen schmeichelhaft, und die dünkelhaftesten und selbstgerechtesten Charaktere fühlen sich besonders bloßgestellt und angegriffen. Bald gibt es nur noch ein Thema im Dorf: Wer verbirgt sich hinter dem Pseudonym des Verfassers? Es muß jemand sein, der alle kennt und den alle ebenso kennen; Versammlungen werden organisiert, Verleumdungsklagen angestrebt und sogar eine öffentliche Auspeitschung des „Störenfrieds“ ist im Gespräch.

Niemand verdächtigt die unscheinbare Miss Buncle, obwohl sie selbst in ihrem Buch auch vorkommt. Allerdings hat sie eine deutliche charmantere und selbstsichere Version ihrer Person entworfen, und das ist zunächst die beste Tarnung.

Miss Buncle, die von allen sympathischen Personen im Dorf geschätzt und von den Unsympathischen chronisch unterschätzt wird, schreibt munter an einer Fortsetzung des „Störenfrieds“ und benutzt die aktuellen Geschehnisse als weitere Bausteine für die Geschichte. Durch den inzwischen zum Bestseller avancierten Erfolg ihres Romans bessert sich Miss Buncles finanzielle Situation, sie kann sich neu und geschmackvoller kleiden, und sie wird selbstbewußter und mutiger.

Doch der „Störenfried“ hat noch andere Folgen: Bei Colonel Weatherhead, der sich amüsanterweise selber gar nicht in dem Roman wiedererkennt, führt die Schilderung einer romantischen Liebeserklärung zu der Erkenntnis, in welche Frau er bisher unbewußt schon längst verliebt ist. So stiftet der Roman eine Ehe in der Wirklichkeit, die er in der Fiktion vorweggenommen hat. Ein anderer Ehemann wird durch die drastische Schilderung seiner Egozentrik geläutert und lernt seine duldsame Gattin dankbar schätzen. Im weiteren fließenden Übergang von Fiktion zu Wirklichkeit und umgekehrt, läuten auch schon bald die Hochzeitsglocken für Miss Buncle.

Zum Ende der Lektüre habe ich Miss Buncle so lieb gewonnen, daß ich am liebsten zu ihrer Hochzeitsfeier eingeladen worden wäre; so bleibt mir nur der Trost und die Hoffnung auf das baldige Erscheinen des Fortsetzungsromans und die dann zu erlesende Teilnahme an Miss Buncles Hochzeit und ihrem weiteren Weg durchs Bücherleben.

Zur Weckung weiteren Lektüreappetits serviere ich noch zwei mundgerechte Stückchen aus dem „Stich ins Wespennest“, die den ironischen und lebensklug gelassenen Tonfall des Buches widerspiegeln.

„ Die Welt ist keineswegs perfekt“, sagte Onkel Mike, der lange genug auf der Welt war, um zu wissen, dass man das Gute nicht ohne das Schlechte haben konnte, so wie Rhabarbermarmelade zwangsläufig leicht abführende Wirkung besaß.

„Dorcas meinte, die beiden würden ein nettes – äh, ein charmantes Paar abgeben.“
„Dorcas!“ schnaubte Mrs. Carter. „Was versteht Dorcas schon davon? Es ist ein schwerer Fehler, über solche Dinge mit dem Dienstpersonal zu reden. Hören Sie nicht auf Dorcas.“
„Ich höre nur auf sie, wenn sie meiner Meinung ist“, antwortete Barbara schlicht.



Die Autorin:
» D.E. (Dorothy Emily) Stevenson wurde 1892 in Edinburgh geboren. Sie stammte aus einer berühmten Familie von Leuchtturmbesitzern, zu der auch Robert Louis Stevenson zählte – der Autor der »Schatzinsel« war ein Cousin ihres Vaters. 1916 heiratete D.E. Stevenson und bekam später mit ihrem Mann zwei Kinder. 1923 erschien ihr erster Roman. »Stich ins Wespennest« wurde 1934 veröffentlicht, und von nun an schrieb Stevenson jedes Jahr einen Roman. »Meine Bücher sind meine Leuchttürme«, pflegte sie zu sagen. In Großbritannien und den USA erreichten ihre Romane Millionenauflagen. D.E. Stevenson starb 1973 in Moffat, Schottland.«

Bitte mehr von Miss buncle und Co.!

Von: Petra Schaumburg aus Euskirchen Datum: 01.03.2013

Nachde ich das Buch "in einem Rutsch" gelesen habe, habe ich es glleich noch einmal in die Hand genommen, da ich zu meinem Kummer feststellen musste, dass es zwar zwei Fortsetzungen von "Stich ins Wespennest", aber keine entsprechenden deutschen Übersetzungen gibt....

Sehr, sehr schade - ich hoffe sehr, dass sich dies (hoffendlich in allernächster Zeit) ändert...

Ein sehr kurzweiliger roman - und so herrlich britisch.... spitzfindisch, ironisch, voll trockenen Humors - eben wie man sich das so vorstellt. Nicht spektakulär, aber leicht geschrieben - sehr sehr unterhaltsam gerade in diesen trüben Wintertagen.

Bitte, bitte mehr davon!!

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