Sumerki

Roman

(3)
Taschenbuch
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Merkwürdige Dinge geschehen in Moskau. Der Übersetzer Dmitrij Alexejewitsch wird von einem anonymen Auftraggeber gebeten, einen Bericht spanischer Konquistadoren aus dem Jahre 1562 ins Russische zu übertragen. Reine Routine, denkt Dmitrij, doch plötzlich werden die in diesem Text geschilderten Ereignisse Teil seiner Realität: Er hört den Schrei eines Jaguars, findet rätselhafte Kratzspuren an seiner Tür, und ihm nahestehende Menschen kommen auf groteske Weise zu Tode. Verliert er den Verstand – oder kündet sich mit dem Bericht der Konquistadoren womöglich das Ende der Welt an? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt ...

»Spannung, Abwechslung und Mystery – Urlaubslektüre pur!«

Kulturbote.de (10. September 2018)

Aus dem Russischen von M. David Drevs
Originaltitel: сумерки
Originalverlag: Heyne
Taschenbuch, Broschur, 512 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-31759-8
Erschienen am  09. Juli 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Moskau, Russische Föderation

Einzelromane

Leserstimmen

Die Übersetzung der Übersetzung der Übersetzung führt uns in ungeahnte Höhen...

Von: Knigaljub

17.05.2019

„Sumerki‟ heißt der 2007 erschienene Roman des russischen Schriftstellers Glukhovsky und stellt schon durch seinen nicht übersetzten Titel eine Verknüpfung zum Inhalt dar, in dem es ebenfalls ums Übersetzen (und die Übernahme unübersetzter Überschriften) geht: Dmitri Alexejewitsch erhält den Auftrag, einen Bericht spanischer Konquistadoren aus dem 16. Jahrhundert ins Russische zu übertragen. Wie es sein kann, dass der Protagonist seine eingerosteten Spanischkenntnisse wieder so auffrischt, dass er irgendwann scheinbar aus dem Effeff übersetzt, versteht man vielleicht ebenso wie die Tatsache, dass er Nacht für Nacht von seinem verstorbenen Hund träumt, erst gegen Ende der Geschichte. Wie gesagt, vielleicht. Denn ohne zu viel verraten zu wollen: Das Ende ist besonders, unerwartet, höchst philosophisch und meiner Meinung nach mit das Genialste am ganzen Buch. Dieses weist nämlich im Mittelteil erhebliche Längen auf. Zwar ist es interessant, den Bericht Stück für Stück mit dem Übersetzer zu entdecken, aber für mich verlor es irgendwann seinen Reiz. Und auch, wenn die Quantität des Erzählten sich veränderte, blieb es doch irgendwie lange Zeit das Gleiche. Von einer actionreichen, rasanten und abwechslungsreichen apokalyptischen Geschichte kann also nicht unbedingt die Rede sein und wer einen Blockbuster in Buchform erwartet, wird vielleicht enttäuscht werden. Auch die Reflexionen des Protagonisten über das heutige Russland sind zwar interessant, aber etwas zusammenhanglos. Passierte dem Protagonisten gerade nicht genug oder wieso wurde er immer wieder hingerissen, seinen Gedankengängen über Land und Leute nachzuhängen? Zudem lesen sich diese Reflexionen hin und wieder so, als ob hier einem Außenstehenden einige Sitten des Landes (etwa die große Bedeutung des Neujahrsfestes im Vergleich zu unserem Weihnachten) erklärt werden sollen, kamen mir (trotz allem Verständnis für das Geäußerte) also etwas aufgesetzt vor. Ein wenig zu lange hält Glukhovsky uns also hin (warum? weil es für den Autor von den seitenstarken Metro-Büchern unvorstellbar ist, weniger als 400 Seiten zu schreiben?), aber diese Zeit lässt sich bestens nutzen, um zwischendurch nachzuschlagen, welche Realia er eigentlich verarbeitet - und schließlich die wahre Stärke des Romans zu erkennen: Dieses verwebende Spiel mit Realität und Fiktion, das sich schon in der Namenswahl des Protagonisten zeigt (dessen Vor- und Vatersname identisch mit denen des Autors sind) und das sich mit der spanischen Conquista Südamerikas in Zusammenhang mit dem Untergang der Maya befasst, einen Bogen ins postsowjetische Russland schlägt und schließlich höchst philosophische Existenzfragen aufwirft, ist gekonnt und lässt mich – vor allem mit dem erhellenden und abrundenden Nachwort des deutschen Übersetzers – dann doch irgendwie fasziniert zurück. Fazit: Als wir den Raum zu diesem Buch betreten, finden wir einen atmosphärischen Einstieg in eine vielversprechende Geschichte vor, müssen dann im Mittelteil ein wenig zu oft Ähnliches lesen, sodass wir uns leicht gelangweilt das Smartphone schnappen und erstmal recherchieren. Fasziniert über die Bezüge zu historischen Figuren warten wir auf den Lift ins Finale und als dieser dann endlich kommt, trägt er uns in ungeahnte Höhen... Ein zwar manchmal zu langatmiges, aber irgendwie dann doch faszinierendes Buch! 3,5 Sterne.

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Abgebrochen

Von: Read Ost

26.04.2019

Bereits im letzten Jahr haben wir euch einen der wichtigsten zeitgenössischen russischen Autoren in einem Interview vorgestellt: Dmitry Glukhovsky. Der in Moskau und in Barcelona lebende Autor hat sich mit seiner Metro-Reihe einen festen Platz in der dystopischen Literaturwelt geschaffen und begeistert jedes Jahr Millionen von Leserinnen und Lesern. Mit „Sumerki“ hat der Heyne Verlag nun eine Neuauflage des 2007 im Original erschienenen Romans veröffentlicht. In „Sumerki“  begleiten wir den altmodischen Übersetzer und Einzelgängers Dmitry Alexejewitsch. Sein Leben besteht aus schnöden Übertragungen von Gebrauchsanweisungen und kurzen Textschnipseln des Englischen ins Russische. Seinen Alltag verbringt er in einer von der Großmutter geerbten kleinen Wohnung mitten in Moskau, die er. Das alles ändert sich, als er einen ganz besonderen Auftrag erhält: Ein spanisches Tagebuch soll übersetzt werden. Dies entpuppt sich als Expeditionstagebuch eines Konquistadoren, dessen von Soldaten und einheimischen Führern begleitete Gruppe sich im Jahre 1562 in den mexikanischen Dschungel aufmachte, um die wichtigsten Schätze der Maya zu finden. Schnell gerät Dmitry in den Bann der Erzählung und es geschehen seltsame Dinge, die mit dem Text verknüpft zu sein scheinen. Als ihn dann auch noch seltsame Gestalten auflauern, fürchtet er um sein Leben. Dmitry Glukhovskys „Sumerki“ besteht aus 512 Seiten. Ich habe den Roman nach knapp der Hälfte abgebrochen. Was sich hier als spannende Abenteuergeschichte verkauft, wird schnell zum phrasenhaften Wechselspiel von Tagebucheinträgen und Alltagsszenen. Das muss nicht unbedingt langweilig sein, doch hatte ich nach knapp 100 Seiten immer noch das Gefühl, nicht über einen Prolog hinausgekommen zu sein. Die Perspektive des Übersetzers, dessen Leben sich dann doch nach zu kurzer Zeit etwas übertrieben nur noch um diesen einen kurzen Text dreht, die Expedition, die von einer unsichtbaren Macht verfolgt wird, das dunkle Moskau, das sich verändert – das alles hat man so schon einmal in besserer Form gelesen oder gehört. Zwar gelingt es dem Autor gut, seinen Charakter als schrägen Einzelgänger darzustellen, doch auch dieser hätte vielseitiger und interessanter sein können, ist er doch Hauptträger der Handlung. Was Dmitry Glukhovsky in seinen Metro-Romanen oder in „Future“ gelungen ist, der spannende Aufbau einer ganzen Welt mit vielschichtigen Charakteren, fehlt in „Sumerki“.

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Vita

Dmitry Glukhovsky, geboren 1979 in Moskau, hat in Jerusalem Internationale Beziehungen studiert und arbeitete als TV-und Radio-Journalist unter anderem für den Fernsehsender Russia Today und die Deutsche Welle. Mit seinem Debütroman »METRO 2033« landete er auf Anhieb einen Bestseller. Er gilt als einer der neuen Stars der jungen russischen Literatur. Der Autor lebt in Moskau.

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