Summ, wenn du das Lied nicht kennst

Roman

Taschenbuch
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Tränen kennen keine Hautfarbe.

Die neunjährige Robin wächst behütet in einem Vorort von Johannesburg auf. Im selben Land, aber Welten von Robin getrennt, lebt Beauty Mbali, eine verwitwete Xhosa-Frau, die sich allein um ihre Kinder kümmert. Als Robins Eltern getötet werden und zur selben Zeit Beauty in den Wirren des Schüleraufstands von Soweto nach ihrer Tochter sucht, führt das Schicksal diese zwei Menschen zusammen. Bei Beauty findet Robin Geborgenheit, und es entspinnt sich eine innige Beziehung zwischen den beiden. Doch Robin fürchtet, Beauty wieder zu verlieren, sobald diese ihre Tochter findet. Verzweifelt trifft das Mädchen eine folgenschwere Entscheidung ...

»Bianca Marais ist ein höchst berührendes Debut gelungen.«

Bielefelder (11. Oktober 2019)

ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Aus dem Englischen von Heike Reissig, Stefanie Schäfer
Originaltitel: Hum If You Don't Know The Words
Originalverlag: G.P. Putnam's Sons
Taschenbuch, Klappenbroschur, 528 Seiten, 13,5 x 20,0 cm, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-442-48965-7
Erschienen am  19. August 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

2 Stimmen aus dem Südafrika der 70er Jahre

Von: Susanne Martin

09.10.2019

Dieses Buch interessierte mich, weil es im Südafrika der Apartheid angesiedelt ist, dem Jahr der Schüleraufstände in Soweto. In meiner Lehrzeit hatte ich für den Berufsschulunterricht ein Referat zu diesem Thema halten müssen und habe immer noch ein gewisses Interesse an diesem Land, seiner Geschichte und seiner Entwicklung. Kurz zum Inhalt: Die 9jährige Robin lebt in einem priviligierten Viertel von Johannesburg, betreut von Mable, dem schwarzen Hausmädchen der Familie. Ihre Eltern lieben sie, vor allem zu ihrem Vater hat sie ein inniges Verhältnis, er akzeptiert auch ihre etwas burschikose Art, die ihre Mutter ablehnt. Eines Abends gehen die Eltern aus und kehren nicht zurück, sie wurden Opfer der ausufernden Gewalt während der Schüleraufstände in Soweto. Mabel wird verhaftet, denn sie ist eine Schwarze und deshalb auf jeden Fall verdächtig. Zwar gelingt es Robin und ihrer Tante, sie aus dem Gefängnis frei zu bekommen, aber sie verlässt beide. Nun sind Robin und ihre Tante Edith, die unkonventionelle Schwester der Mutter, eine Familie. Edith nimmt Robin mit ihre Wohnung in einem Hochhaus in einem anderen Stadtteil von Johannesburg. Aber das gemeinsame Leben ist schwierig, den Edith ist Stewardess und möchte das auch bleiben. So kommt Beauty in das Leben der Beiden. Beauty ist eine Xhosa und auf der Suche nach ihrer Tochter, die während der Aufstände verschwunden ist. Beauty hat den Verdacht, daß sie sich der Untergrundorganistaion des ANC anschließen möchte und will das um jeden Preis verhindern. Sie ist ganz anders als Mabel, denn Beauty ist Lehrerin und eine gebildete Frau. Und sie ist genau die richtige Person für das traumatisierte Mädchen. Es gelingt ihr, Robin aus ihrem Kokon der Trauer zu reißen. Aber dann trifft Robin zufällig Beautys Tochter im Park und aus Angst, Beauty zu verlieren, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung……. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Bianca Marais erzählt die Geschichte aus 2 Perspektiven: Robin und Beauty kommen jeweils selbst zu Wort. Durch diese beiden vollkommen unterschiedlichen Perspektiven gelingt es der Autorin, die ganze Perversität des Apartheidsystems zu zeigen. Robin ist vollkommen verblüfft, wie selbstbewußt Beauty auftritt und verletzt immer wieder, ohne es zu zu wissen, Beautys Gefühle. Hier spürt man als Leserin deutlich, daß Bianca Marais auch aus eigenem Erleben schreibt: Sie ist 1976 geboren und wurde weitgehend von einem schwarzen Kindermädchen erzogen. In ihrem Nachwort beschreibt sie, wie ihr während der Arbeit an diesem Buch bewusst wurde, wie sehr sie in ihrer eigenen Wahrnehmung gefangen war: Das schlimmste für sie war, daß es ihr uns ihrer Nan nicht möglich war, wirklich am Leben der jeweils Anderen teilzuhaben. Im Schreibprozess wurde ihr jedoch bewußt, daß „die eigentliche Tragödie war, daß ich in Eunices Leben überhaupt vorkam.“ Denn Eunice hatte selbst 5 Kinder, die sie nur einmal im Jahr sehen konnte. Diese Erkenntnis reift irgendwann auch in Robin. Und das ist vielleicht eine Schwachstelle des Romans: So wie Robin spricht und agiert, denkt und fühlt, tut das in Wirklichkeit kein 9 – 10 jähriges Mädchen. Aber ich habe es schon in vielen Romanen erlebt, daß Kinder oder Jugendliche eher aus der Erwachsenenperspektive handeln bzw. beschrieben werden, es hat meinem Lesevergnügen und meiner Anteilnahme am Schicksal der Hauptpersonen keinen Abbruch getan. Beauty hingegen sucht hartnäckig nach ihrer Tochter Nomsa und bringt sie daurch unwissentlich in Gefahr. Durch diese Perspektive erfährt man viel über das Leben der schwarzen Bediensteten und was ihnen zugemutet wurde, aber auch etwas über die Zwiespältigkeit des Widerstands gegen das System, der die Jugendlichen teilweise auch für seine Zwecke missbraucht hat. Ich kann diesem Roman all jenen empfehlen, die gerne einen guten vielschichtigen Unterhaltungsroman mit Tiefgang lesen, der auch zum Nachdenken anregt. Wer hingegen einen literarischen Roman auf hohem sprachlichen Niveau erwartet, sollte vielleicht auf die Lektüre verzichten.

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Ergreifender Einblick in die Apartheidgeschichte 1976

Von: Myfair

26.04.2018

Ein wunderbares Buch. Erzählt wird aus 2 Erzählperspektiven. Zum Einen aus der Sicht der 9jährigen Robin, die während der Unruhen im Juli 1976 zur Vollwaise wurde und zum Anderen aus der Sicht der farbigen Lehrerin Beauty, die auf der Suche nach ihrer während des Aufstandes verschwundenen 17jährigen Tochter ist. Während dieser Odyssee lernen die beiden sich kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Mutter-Kind-Beziehung, die durch das Auffinden der Tochter ins Wanken gerät. "summ, wenn Du das Lied nicht kennst" - ein Ausspruch von Robin's Tante Edith auf der Trauerfeier ihrer Eltern - zeigt, dass jeder sich über Konventionen hinwegsetzen kann und sollte um den Leidtragenden einen Abschied zu ermöglichen und dabei er selbst sein kann und muss. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Es gibt einen sehr bewegenden Einblick in die Geschichte Südafrikas. Natürlich darf Nelson Mandela (wenigstens als Randfigur) in dieser Geschichte nicht fehlen. Ich kann jedem geschichtlich interessierten Leser dieses Buch wärmstens empfehlen!

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Vita

Bianca Marais ist in Südafrika geboren und aufgewachsen. Die Ausbildung führte sie nach Kanada, wo sie Creative Writing studierte. Vor der Publikation ihres ersten Romans kümmerte sie sich u.a. für eine Kinderhilfsorganisation um Aids-Waisen in Soweto. Sie lebt mit ihrem Mann in Toronto.

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Pressestimmen

»Schicksalshaft«

Welt der Frau (20. September 2019)

»Dieser Roman beschreibt das Band zwischen einem weißen Mädchen und einer schwarzen Frau unter dem Apartheidregime in Südafrika. Ich selbst wurde von einem schwarzen Kindermädchen großgezogen, das ich über alles geliebt habe: Eunice. Und obwohl die Handlung meines Romans erfunden ist, basieren viele Details der Beziehung zwischen Robin und Beauty auf meiner eigenen Kindheit mit Eunice.«

Bianca Marais

»Welches Geschenk könnte größer sein, als jemandem zu sagen: Ich sehe dich. Ich höre dich. Du bist nicht allein. «

Summ, wenn du das Lied nicht kennst

»Ergreifender Roman über die schmerzvolle Geburt eines neuen Landes.«

O, The Oprah Magazine

»Bianca Marais gelingt es, die Leser tief in ihre Geschichte hineinzuziehen. Ein berührendes Buch.«

NDR kultur Matinee

»Berührender Roman.«

Neues Deutschland

»Bianca Marais’ von ihrem eigenen Leben inspirierter Roman lässt einen bis zur letzten Seite nicht mehr los.«

Bookish.com, Must Read Summer Books of 2017

»Einfach wundervoll. Unbedingt lesen. So was Bewegendes gibt es nicht oft.«

facebook.com, Buch Ticker

»Poetisch ... Eine faszinierende Geschichte über die Suche nach einer Familie und über Mitmenschlichkeit in schwierigen Zeiten.«

Library Journal

»Marais bringt uns ihr Heimatland nahe, sie erzählt vom Leben in der Stadt und auf den Land und von der großen Spaltung der Nation während der Apartheit.«

Cedars Rapids Gazette

»Eine hochemotionale Reise.«

Kirkus Reviews

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