VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • twitter
  • add this

Tausendundein Granatapfelkern Roman

Kundenrezensionen (2)

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 9,99 [D] inkl. MwSt.
€ 10,30 [A] | CHF 13,90*
(* empf. VK-Preis)

Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-453-35870-6

Erschienen: 13.07.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Service

  • Biblio

Die Identitätssuche einer jungen Frau zwischen Teheran und New York

Zu ihrem 25. Geburtstag bekommt Mina von ihrer Mutter Darya ein ganz besonderes Geschenk: den idealen Heiratskandidaten. Doch Mina möchte keine arrangierte Ehe eingehen. Nach einer Kindheit in Teheran und vielen Jahren in New York will sie ihr Leben endlich selbst in die Hand nehmen. Aber wohin gehört sie wirklich? Auf der Suche nach ihren Wurzeln reist sie gemeinsam mit ihrer Mutter in den Iran. Es ist eine Reise, die tief in die Vergangenheit führt und beiden Frauen den Weg in die Zukunft weist.

Marjan Kamali (Autorin)

Marjan Kamali ist die Tochter iranischer Eltern. Sie wurde in der Türkei geboren und verbrachte ihre Kindheit in Kenia, Deutschland und dem Iran. Später studierte sie BWL und Creative Writing in New York City. Heute lebt Marjan Kamali mit ihrer Familie in der Nähe von Boston. »Tausendundein Granatapfelkern« ist ihr erster Roman.

ERSTMALS IM TASCHENBUCH

Aus dem Amerikanischen von Astrid Finke
Originaltitel: Together Tea
Originalverlag: Ecco

Taschenbuch, Broschur, 368 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung

ISBN: 978-3-453-35870-6

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Diana

Erschienen: 13.07.2015

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Tausendundein Granatapfelkern

Von: Erdhaftig schmökert Datum: 26.07.2015

www.erdhaftigschmoekert.wordpress.com

Es ist kein schwer zu lesendes Buch, aber auch keine seichte Lektüre. Es handelt von einer iranischen Familie zwischen 1979 und 1996, die von Teheran nach der islamischen Revolution nach New York auswanderte. Anhand der jüngsten Tochter, die an einer Elite-Universität BWL studiert obwohl sie sich lieber dem künstlerischen Malen widmen würde und der guten Beziehung zur Mutter wird der Spagat zwischen den Kulturen aufgezeigt. Der Vater hielt sich anfänglich als Pizzabäcker in der Neuen Welt über Wasser statt als Arzt im Krankenhaus. Die Mutter ist ein mathematisches Genie, eine versierte Köchin und lebt die persischen Traditionen. Letztere sorgen bei der Tochter des Öfteren für Unmut, besonders dann, wenn sie nach altem Brauch verkuppelt werden soll.

Iranisch oder amerikanisch? Iranikanisch? Leere und Kompensation?

Irgendwann steht die Tochter vor der Entscheidung: weiter Betriebswirtschaft studieren oder endlich Kunst? Und da sie sich sehr nach der Heimat sehnt, löst sie ein Hin- und Rückflugticket nach Teheran. Ihre Mutter schließt sich der Reise an. Und alles wird anders als gedacht. Denn nach fünfzehn Jahren im US-amerikanischen Ausland lebend ist die Tochter sowohl dort als auch im Iran eine Außenseiterin. Sie trifft alte Freundinnen und Verwandte wieder, nimmt Fäden auf und merkt wie sonderbar die islamische Welt ist: nach außen kuschen die Frauen damit die Sittenwächter nicht aufmerksam werden. Abends sind sie zu Parties geladen, an denen leicht bekleidet zu westlicher Musik getanzt wird. Feste, an denen sich wie vor der Revolution Männer und Frauen anfassen, anlächeln und angucken dürfen. Außerhalb der geschützten Privaträume würden sie dafür im Gefängnis landen.

Es ist eine vielschichtige Lektüre bei der Leser Einblicke in das Leben iranischer Migranten erhalten und ab der zweiten Hälfte des Romans in das Leben der Frauen im Iran. Welches sich bis heute noch nicht wesentlich änderte. Ebenso lernt man viel über die iranische Art Essen zuzubereiten und Kultur.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (eBook)

Ein Buch über Flucht und das Finden einer - inneren - Heimat!

Von: Annette Traks Datum: 04.04.2015

www.annette-traks.com

1978 herrscht im Iran die Islamische Revolution, die ein Jahr später zur Absetzung des Schahs und damit zur Beendigung der Monarchie führt. Gewalttätige Demonstrationen, Straßenschlachten, Kontrollen durch Revolutionswächter und Repressalien gegenüber denjenigen, die sich nicht an die Bestimmungen der islamischen Oppositionsbewegung halten, bestimmen das Leben.

Mina ist gerade 10 Jahre alt geworden, als die Eltern mit ihr und den älteren Brüdern aus dem Iran nach New York flüchten.
Dort macht sie viele Jahre später einen Hochschulabschluss und beginnt
ein Betriebswirtschafts-Studium.

Anlässlich ihres 25. Geburtstags präsentiert ihr die noch stark in Traditionen verhaftete Mutter den angeblich idealen Heiratskandidaten. Doch Mina will keine arrangierte Ehe eingehen, sie will ihr Leben selbst bestimmen. Oft aber weiß sie nicht, wo ihre – vor allem innere – Heimat ist. Sie hat das Gefühl, als Irano-Amerikanerin ein „Leben auf dem Bindestrich“ zu führen, keiner der beiden Kulturen richtig anzugehören.

Gemeinsam mit ihrer Mutter reist sie daher zu ihren Wurzeln in den Iran.
Sie stellt fest, dass das Leben dort ihr einerseits vertraut ist und gefällt, andererseits aber auch sehr fremd geworden ist. Letztlich möchte sie trotz der herzlichen Aufnahme durch Familie und Bekannte auch dort nicht dauerhaft leben. Zurück in den USA, kann sie sich aber nun mit beiden Kulturen arrangieren und auch einen Teil ihrer lang gehegten Wünsche verwirklichen.

Außerdem hat sie bei ihrem Besuch „den Mann für's Leben“ kennengelernt, der ein sehr ähnliches Schicksal erfahren hat.

Auch die Mutter bekommt einige Klarheit in Bezug auf ihr weiteres Leben. Wieder in den USA, gelingt es ihr, Einstellung und Handeln entsprechend zu modifizieren und positiver in die Zukunft zu blicken.

Resümee:
In diesem Roman geht es darum, seine Identität, seine – auch innere – Heimat zu finden. Ob und wie dies nach der Flucht in einen anderen Kulturkreis gelingen kann, wird sehr anschaulich und nachvollziehbar in unterhaltsamer Form am Schicksal der Mitglieder einer Familie beschrieben:

∙ Mina's Mutter ist nach 15 Jahren in den USA noch immer stark der
iranischen Tradition verhaftet. Sie konnte ihre beruflichen Träume
nicht verwirklichen und leidet unter Heimweh.

∙ Der Vater versucht aus dem Leben in einem anderen Land und Kulturkreis trotz aller Widrigkeiten das Beste zu machen, denkt positiv und arrangiert sich. Er kann nach einem Intermezzo als Pizzabäcker wieder dem Arztberuf nachgehen. Dennoch bleibt er immer stolz auf das, was das Perserreich hervorgebracht hat.

∙ Mina's ältere Brüder haben in den USA Hochschulabschlüsse erworben, studiert, machen Karriere und sind mittlerweile verheiratet.
Sie wollen ebenso wenig wie der Vater zurück in die alte Heimat.

∙ Mina dagegen ist zwischen der iranischen und amerikanischen Kultur hin- und hergerissen, fühlt sich zu keiner richtig dazugehörig.

Das Buch liefert darüber hinaus ein Stück Zeitgeschichte: Verschiedene Aspekte der Islamischen Revolution werden überwiegend aus Mina's Kindersicht erzählt. Daher kann die Darstellung natürlich keinen Anspruch auf einen komplexen politischen Abriss erheben. Das ist meines Erachtens aber auch gar nicht das vorrangige Anliegen der Autorin. Ihr geht es primär darum, die Kurz- und Langzeitfolgen eines religiös-politisch motivierten Umsturzes am Beispiel von Mina's Familie zu zeigen. Und das ist ihr hervorragend gelungen.

Das Geschehen spielt um 1978 und 1996.

Die unterschiedlichen Folgen einer Flucht aus dem Heimatland für die einzelnen Familien und ihre Mitglieder dagegen sind auf viele Flüchtlings- und Auswanderer-Schicksale verschiedenster Nationen übertragbar. Dies wird zwar durch den Handlungsverlauf und seine Protagonisten nicht explizit zum Ausdruck gebracht, durch die sehr differenzierte Darstellung am Beispiel von Mina's Familie aber deutlich.

Voransicht