Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau

Roman

(3)
Taschenbuch
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Die verwunschene Welt des Jasper Honigbrod

Ein Einsiedlerhof in den Hügeln, drei Generationen unter einem Dach und ein sehr alter Fisch im Weiher. Wer hier aufwächst, kann entweder sehr glücklich oder sehr unglücklich werden. Jasper Honigbrod entscheidet sich mit sechs Jahren für das Glück. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Fehlentscheidungen sind in seiner Familie ausgesprochen häufig.

»Eine magische Geschichte von außergewöhnlicher Erzählkraft.«

Bunte

ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Originaltitel: Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau
Originalverlag: Hoffmann und Campe
Taschenbuch, Klappenbroschur, 304 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-41800-4
Erschienen am  09. Februar 2015
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Am Fuße der Hofstange

Von: YukBook

27.07.2015

Die hölzerne Hofstange ist das Wahrzeichen von Pildau, imaginärer Schauplatz des Romans „Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau“. Auf einem einsamen Hof nahe der bayerisch-tschechischen Grenze leben drei Generationen – Sohn, Vater und Großvater – unter einem Dach. Max Scharnigg erzählt die Geschichte aus der Sicht des Jüngsten, Jasper Honigbrod, der zu seinem sechsten Geburtstag ein Tagebuch von seinem Vater Max geschenkt bekommt. Am liebsten würde er es mit so spannenden Inhalten füllen wie die Gutenmorgengeschichten, die ihm sein Vater täglich vorliest. Zum Glück tut sich sehr bald eine sprudelnde Quelle für interessanten Stoff auf und zwar in der Gestalt des Findelskinds Lada. Jaspers schüchterner und liebevoller Umgang mit dem frechen Mädchen ist wundervoll geschrieben. Auch die übrigen Figuren werden gut gezeichnet: zum Beispiel die Stiefmutter Lene-Mama, die völlig ohne Erwartungen und Ansprüche eine Lebensphase nach der anderen abhakt, als gelte es, ein vorgegebenes Pensum zu absolvieren. Oder der Großvater, der als begabter Ingenieur eine Erntemaschine erfindet. Man hat fast das Gefühl, man bekomme selbst eine leichtfüßige, märchenhafte Gutenmorgengeschichte vorgelesen.

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Bücher 2015 – 4: Max Scharnigg. Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau

Von: Vanessa Giese

17.04.2015

Literarischer Roman über drei Generationen, die auf der Hofstatt Pildau wohnen. Darum geht’s: Jasper Honigbrod ist sechs Jahre alt. Er wohnt mit seinem Vater Max und seinem Opa Ludwig auf dem Bauernhof Pildau. Die Drei leben autark. Es gibt kaum Berührungspunkte mit anderen Menschen. Jasper verlebt eine fantastische Kindheit – in jeglicher Hinsicht: Der Hof ist eine eigene Welt für ihn. Es gibt die Hofstange, die jedes Jahr gelängt wird – zu Ehren der Jungfrau Maria und aus allerlei anderen, eher weltlichen Gründen. Ab und zu kommt die Lene-Mama, eine Freundin des Vaters, und irgendwann wohnt auch Lada auf dem Hof, ein kleines Mädchen, das – aus Gründen – nach einem Auto benannt ist. Max Scharnigg erzählt aus der Sicht Jaspers, kapitelweise auch aus der Vergangenheit Ludwigs und Lenes. Wir erfahren, wie die Rüben-Erntemaschine “The Original Pildauer” erfunden wurde, und wie man auch Kinder erziehen kann. Und? Gut? Ja. Das Buch erschließt sich allerdings erst langsam. Zu Beginn habe ich mich des Öfteren gefragt: Mmmh? Worauf läuft’s hinaus? Wovon leben die eigentlich? Das ist doch alles irgendwie … Quatsch. Nee, ist es nicht. Die Geschichte läuft immer knapp am realen Leben vorbei. Das ist gewollt und das ist gut so. Denn so ist die kindliche Wahrnehmung; da fehlen manchmal Versatzstücke, damit es wirklich schlüssig ist; der Schwerpunkt liegt auch nicht immer auf dem, was Erwachsene wichtig finden, sondern was für Jasper im Fokus steht. Ab und an finden sich außerdem wirklich schöne Sätze und Wörter. So beschreibt Jasper seinen Vater als einen “unentwegt in Fußnoten denkenden Mann” (S.21), und die Leute sterben nicht einfach: "Der Großvater Honigbrod hatte den Fisch gefangen, als er selbst noch jung war, in einem Altwasser, das es nicht mehr gibt. 'Das Altwasser ist verlandet, und der Altopa wird bald verhimmelt sein', so pflegte er bisweilen den Verlauf der Zeit festzustellen, wenn er unseren Klappkalender in der Küche einen Monat weiterdrehte, worauf mein Vater, der sonst ein weitgehend unaufmerksamer Mensch war, sich gezwungen sah, eine Geräusch zu machen, irgendeines, das die lange Sekunde nach einer großen Wahrheit auffüllte." (S.21) Großvater Honigbrod – damit verrate ich nicht zu viel – verhimmelt tatsächlich im Laufe der Geschichte, im wahrsten Sinne des Wortes. Überlegen Sie schon einmal, wie das passieren kann, denn damit ist genug gesagt.

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Vita

Max Scharnigg wurde 1980 in München geboren und arbeitet als Journalist unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Architectural Digest und Nido. Er veröffentlichte die Kolumnensammlungen Das habe ich jetzt akustisch nicht verstanden und Feldversuch. 2010 erschien sein Romandebüt Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe, das mit dem Münchner Literaturstipendium gefördert und mit dem Bayerischen Kunstförderpreis sowie dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet wurde.

www.scharnigg.de

Zur AUTORENSEITE

Zitate

»Danke, Max Scharnigg, für diesen wunderbaren Roman. Dieses Buch ist zauberhaft. Unbedingt lesen!«

Lübecker Nachrichten (28. November 2013)

»Es wirkt wie eine gewöhnliche Erzählung und ist doch etwas ganz Besonderes, große Literatur über einen kleinen Ort.«

Münchner Feuilleton (11. Januar 2014)

»Geschichten vermögen also Ängste zu bannen. Und wenige Geschichten schaffen das so eindrucksvoll wie Max Scharniggs "Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau".«

Eins Live

»Mit sorgfältig gewählten, zeitlos klingenden Sätzen beweist Max Scharnigg, dass große Literatur auch über kleinste Orte geschrieben werden kann.«

Landshuter Zeitung (04. Januar 2014)

»Ein virtuos erzählter Entwicklungsroman.«

Sascha Stienen, General-Anzeiger