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Wir Tiere Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-74955-3

Erschienen: 10.08.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

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Gewalt und Mitleid, Pathos und Humor – die aufregendste junge Stimme aus den USA

Drei Brüder schlagen sich durch ihre Kindheit: Sie bewerfen sich gegenseitig mit Tomaten, bauen aus Müllsäcken Drachen, verstecken sich, wenn sich die Eltern anschreien, dreschen auf Paps und Ma ein, wenn diese lachen. Die Eltern, nur wenig älter als ihre Kinder, stammen aus Brooklyn – er ist Puerto Ricaner, sie eine Weiße -, und ihre Liebe ist eine ernsthafte, gefährliche Sache, die die Familie zusammenschweißt, sie aber auch immer wieder zerreißt. Laut ist es in diesem Haushalt und leidenschaftlich, die Jungs sind immer hungrig und wollen mehr: mehr Fleisch, mehr Krach, mehr Wärme, mehr Leben.

Justin Torres (Autor)

Justin Torres zählt zu den interessantesten jungen Stimmen der US-amerikanischen Gegenwartsliteratur. Er wurde 1980 geboren und wuchs in Upstate New York auf. Er war als Landarbeiter, Hundeausführer, Buchhändler und Lehrer für kreatives Schreiben tätig und ist gegenwärtig Wallace-Stegner-Stipendiat an der Unversität Stanford. "Wir Tiere" ist sein erster Roman, der viele begeisterte Kritiker und Leser gefunden hat, weltweit in über einem Dutzend Länder erscheint und mit dem Cabell First Novelist Award ausgezeichnet wurde.

Aus dem Englischen von Peter Torberg
Originaltitel: We, the Animals
Originalverlag: Houghton, Mifflin, Harcourt

Taschenbuch, Broschur, 176 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-74955-3

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 10.08.2015

  • Leserstimmen

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Aufwühlend, tiefgründig und klug.

Von: Leselaunen Datum: 26.08.2017

www.leselaunen.net

Beim Klappentext bleibt vieles offen. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Man weiß lediglich, dass es sich um Brüder handelt, welche die Geschichte erzählen, die Handlung bestimmen. Und man ahnt, zumindest ging es mir so, dass es wild wird. Wild und laut und leidenschaftlich. “Wir Tiere” erzählt von der Kindheit dreier Brüder. Die Mutter ist eine Weiße, der Vater Puerto-Ricaner. Beide stammen aus Brooklyn. Die Eltern streiten sich und sie verstehen sich. Es ist mal fröhlich und heiter, mal bitter und ernst.

Trotz der Kürze des Buches (168 Seiten), baut der Autor auf viel Tiefgründigkeit. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des jüngsten Bruders. Er ist zu Beginn sechs Jahre alt und bleibt im Buch namenlos. Seine älteren Brüder Joel und Manny hingegen werden namentlich erwähnt. Durch die starken und teilweise aggressiven Auseinandersetzungen der Eltern untereinander, was den Kindern nicht vorenthalten bleibt, gehen auch diese häufig gewalttätig miteinander um. Zum Ende hin wird aus dem “wir” ein “ich” und so hinterließ das Buch Spuren in meinem Herzen.

Der Schreibstil von Justin Torres liest sich flüssig und klar. Durch viele detaillierte Beschreibungen, gelingt es ihm, die Handlungen der Kinder sehr lebendig zu gestalten, sodass ich mich in die Geschichte gut hineinversetzen konnte. Gleichzeitig schreibt er sehr klug und tiefgründig, weswegen ich das Buch kaum weglegen konnte. Viele Passagen habe ich zwei oder dreimal gelesen, um die Stimmung in mich aufzunehmen. Mir gefällt die Länge der Kapitel, die recht überschaubar sind. Das macht das Lesen aber sehr angenehm. Jedes Kapitel hat einen eigenen Titel, welcher einen Hinweis auf den Inhalt darstellt. Der Autor macht auf gesellschaftskritische Themen wie Gewalt in der Familie, Armut, Rassismus und Sexualität aufmerksam. Dies gibt der Geschichte ihren Charakter.

Das Ende hat mich völlig überrascht. Und gleichzeitig wahnsinnig betrübt. Es ist aber alles in allem ein Ende, welches begeistert. Weil es bei mir als Leserin einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, nicht so schnell in Vergessenheit gerät. Für alle, die etwas härtere Kost ertragen, ist es sicher ein interessantes und faszinierendes Buch.

Ein rührendes Familiendrama

Von: Sandra Marquardt Datum: 18.08.2015

rainbows-in-paradise.blogspot.de/

Trotz der Kürze des Buches ist es erstaunlich tiefgründig. Erzählt wird die Geschichte einer Familie mal fröhlich und heiter, dann wieder in ernsteren Tönen, welche sich unaufhaltsam ihrem bestürzenden Ende nähert. Erzähler sind die Kinder bzw. auch der jüngste Sohn, der irgendwie namenlos bleibt. Aus einem Wir wird zum Ende hin ein Ich und zeigt wie sehr sich die Brüder verändert und auseinandergelebt haben. Die jungen Eltern haben nicht nur mit sich selbst sondern auch mit ihrer Situation zu kämpfen, müssen sich aufeinander verlassen und geraten dennoch immer wieder in gewalttätiger Art aneinander wovon die Kinder nicht verschont bleiben und dies auch manchmal selber auf recht brachiale Art zum Ausdruck bringen.
Justin Torres hat einen tollen Erzähl- und Schreibstil, der sich flüssig liest und worauf er beim Schreiben geachtet hat vor allem die kleinen Dinge, die man so in der Kindheit getan hat beschrieb er sehr lebendig. Die Kapitel sind recht kurz und für mich war das Buch defintiv ein Page-Turner. Ich mochte es kaum aus der Hand legen und habe es innerhalb eines Tages verschlungen. Auch die Atmosphäre hat der Autor gut gestaltet, mal von lichten Momenten bis hin zu düsteren. Vor allem das Ende war dann doch sehr erschreckend, weil man kaum damit gerechnet hat wie sich der jüngste Sohn entwickelt und was dann aus ihm wird. Im Buch hat Torres diverse Themen angeschrieben wie in etwa das Leben nahe an der Armutsgrenze, Gewalt in der Familie, Rassismus und Sexualität sowie die Psyche von Kindern auf bestimmte Situationen.
Alles in allem hat mir das Buch sehr gefallen und auch wenn die Wendung zum Ende hin doch sehr plötzlich kam finde ich doch, dass ausgerechnet dieser Punkt die Familie wieder ein kleines bisschen zusammen geschweißt hat, sie aber auch widerum trennt. Ein interessanter Spagat.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht wem ich das Buch empfehlen könnte. Mich hat es auf den jedenfall zum Nachdenken angeregt und wer etwas ernstere Bücher oder auch Familiendramen mag sollte einfach mal einen Blick hineinwerfen. Ich bin jedenfalls schon sehr auf weitere Bücher dieses Autors gespannt und für ein Debütwerk ist Wir Tiere allemal ein beeindruckendes Buch!

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