Zeit der Mörder

Roman

(5)
Taschenbuch
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Oktober 1947. In einem kleinen irischen Dorf erschießt der Maler Claas Straatmann einen Fremden, der in sein Haus eingebrochen ist. Alles deutet auf Notwehr hin. Doch die Aussage, die Straatmann bei dem jungen Inspector Lynch macht, führt zurück in eine dunkle Zeit. In Wahrheit heißt der vermeintliche Maler nämlich Carl von Maug und war während der deutschen Besetzung von Paris damit beauftragt, den furchtbarsten Serienkiller Frankreichs zu jagen. Die Geschichte, die er erzählt, reißt den Inspector in einen Strudel aus Hass und Gewalt. Doch Lynch kommt der Verdacht, dass Straatmann lügt...

»Torreck versteht es, seine vielschichtige Geschichte trotz der Zeitsprünge spannend bis zum Ende zu erzählen, immer im richtigen Moment den nächsten Clou zu präsentieren.«

Leipziger Volkszeitung (24. Januar 2020)

ORIGINALAUSGABE
Taschenbuch, Klappenbroschur, 576 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-43917-7
Erschienen am  11. November 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Paris, Frankreich

Leserstimmen

Zweiter Weltkrieg heißt nicht gleich Zweiter Weltkrieg!

Von: Kaisu

08.02.2020

Wir schreiben das Jahr 1947. Ulf Torreck entführt den Leser hier in eine Zeit der Mörder, die es in sich hat. Es ist die Zeit des Aufatmens, des Verarbeitens und des nahenden kalten Krieges. Derweil wird weiter gemordet. Es ist der Maler Claas Straatmann, der einen Einbrecher erschoßen hat. Aus Notwehr? So scheint es zumindest auf den ersten Blick. Aber Inspector Lynch ist da ganz anderer Meinung. Er muss es nur beweisen. “Nichts stand auf ewig geschrieben. Die Erde, über die sie alle gingen, lag voller modernder Leichen, deren Träume, PLäne und Sehnsüchte von den Götter verlacht worden waren.” (S.13) Damit man versteht, wer dieser Claas Straatmann oder besser gesagt Carl von Maug, einst Obersturmbannführer der SS, war, begeben wir uns rasch fünf Jahre zurück nach Paris. Carl hat dort ein eigenes Büro. Es war sein Wunsch gewesen dorthin versetzt zu werden, dass es dann plötzlich so flott ging, hat selbst ihn überrascht. Als Schnittstelle zur französischen Polizei wird er bald in eine aktuelle Mordserie hineingezogen. Lochmann heißt der Übeltäter. Er mordet und metzelt. Zahlreiche Opfer gehen bereits auf seine Kappe und jedesmal kann er den Beamten wie ein nasser Fisch zwischen den Fingern entgleiten. Dabei fragt man sich die ganze Zeit, ob man überhaupt will, dass dieser Serienkiller geschnappt wird? So ein-zwei-drei Menschen mehr im zweiten Weltkrieg fallen doch gar nicht auf. Ironie off. Carl von Maug hingegen möchte ihn schnappen. Egal welche Steine ihm zwischen die Beine geworfen werden. “Doch was ihm eine Gänsehaut über Arme und Nacken jagte, war die Tatsache, dass er plötzlich erkannte, was diese bier angewinkelten Beine eigentlich darstellten. Denn auf diese Weise angeordnet, bildeten sie ein Swastika.” (S.107) Dazu knüpft er ein paar Kontakte. Aber kann er ihnen auch trauen? Zumal manche Wissensstände erschreckend nah an der Realität sind. Zufall oder wirklich perfektes Können auf den jeweiligen Fachgebiet? Dann sind da noch die eigenen Kollegen. Kann er ihnen trauen oder ist er nur eine Marionette in deren Schachzügen und vor allem: Was hat das alles mit dem Mord in Irland gemein? Zahlreiche Fragen und Ungereimtheiten treten im Laufe der Geschichte auf und man ist sich selbst manchmal nicht sicher, wo der Hase langläuft. Worin ich mir allerdings sicher war und bin, dass der gute Ulf Torreck hier eine Menge Recherche und somit Input in das Buch gesteckt hat. Gekonnt packt er zahlreiches Hintergrundwissen mit hinein. Niemand ist einfach nur ein SS-Beamter oder ein kleine Handlanger des SS-Regimes. Alle haben ihr Dreck am Stecken, versuchen so unsichtbar, wie nur möglich zu sein oder wollen schlichtweg eine bessere Welt erschaffen. “Ein leichter Nebel hing über der Stadt und legte feinste Tropfen auf Haar, Haut und Uniformen. Es war auch kälter geworden. Der erste Frost würde nicht mehr lange auf sich warten lassen.” (S.363) Neben der spürbaren Liebe zum Detail, mochte ich vor allem die Beschreibungen der Umgebung, die so manch graue und blutige Situation fast schon sanft ausklingen lassen. Der zweite Weltkrieg war schon hart genug, dazu noch ein Serienkiller, da müsste das Buch doch triefen vor Blut und Mordgelüsten. Im Prinzip ist das auch der Fall, allerdings wird jede trübe Frequenz genau dosiert eingesetzt. Sie schockiert und ist unterhaltsam zugleich. So makaber diese Formulierung klingen mag. Am Ende werden alle Stränge – die Geschichte spielt zu 80% in Frankreich und den Rest in der Gegenwart, in Irland – zu einem dicken Bündel zusammengeschnürrt. Fragen, die unbeantwortet im Raum schwebten werden zufriedenstellend beantwortet. Man fühlt sich rundum gesättigt, nachdem man das Buch zusammenklappt. Ein dezenter Nachgeschmack bleibt lediglich zurück, wenn man an den ersten Teil des Buches zurückdenkt. Hier gab es Momente, wo eine Menge Informationen zu Charakteren auf einen einprasseln, sodass man fast geneigt ist, auf Durchzug zu schalten. Fast. Fazit zu “Zeit der Mörder” Proper gefüllte 573 Seiten, die man sich zu Gemüte führen sollte, nicht nur, weil man äußerst gerne Werke von Ulf Torrekt liest, sondern, da er zeigt, dass “Zweiter Weltkrieg” nicht gleich “Zweiter Weltkrieg” heißt. Nicht zu vergessen, die spannende Unterhaltung!

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Spannend, düster, brutal, grandios!

Von: khira.liest

11.01.2020

„Zeit der Mörder“ von Ulf Torreck ist ein Buch, das mir oft Gänsehaut beschert hat. Sei es durch den überragenden Schreibstil oder beim Betrachten des im Buch erwähnten Bilder „Der Krieg“ von Otto Dix oder „Das Floß der Medusa“ von Théodore Géricault. Gleich am Anfang des Buches musste ich kurz stoppen, denn dort befindet sich unter anderem ein Ausschnitt aus Paul Celans „Todesfuge“, ein Gedicht, das mich, wann auch immer es mir in meinem Leben begegnet, innehalten lässt und mir einen Schauer über den Rücken jagt. Der Einstieg ins Buch gelang mir sehr schnell, man war sofort mitten in der Handlung und ist von Anfang an neugierig auf die Zusammenhänge und die Auflösung der sich stellenden Fragen. Ulf Torreck hat es geschafft, mich mit seinem überragendem Schreibstil total in seinen Bann zu ziehen. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, man fliegt nur so durch die Seiten und möchte am liebsten gar nicht mehr aufhören zu lesen. Der Schreibstil ist klar, aber gleichzeitig komplex und unfassbar bildhaft. Manche Passagen sind sogar fast schon poetisch und sehr metaphorisch. Besonders gut gefallen mir auch einige „ausgefallene“ Begriffe, die Torreck verwendet, wie zum Beispiel „Zimmerflak“ oder „Reichsheini“. Kurz gesagt, ich liebe diesen Schreibstil, er passt einfach perfekt zur spannenden sowie düsteren Geschichte. Ich bin prinzipiell ein geschichtlich sehr interessierter Mensch und versuche immer, mein Geschichtswissen zu erweitern. Besonders spannend ist für mich unter anderem die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ich habe durch „Zeit der Mörder“ sehr viel gelernt, vor allem über die Zeit der deutschen Besatzung Frankreichs, denn das Buch hat mich auch zum Recherchieren angeregt. Dabei ist mir immer wieder aufgefallen, was sich Ulf Torreck für eine riesige Mühe beim Recherchieren seines Buches gegeben haben muss. Er verknüpft sehr geschickt wahre Ereignisse und echte Personen mit seiner fiktiven Geschichte, genauso, wie es meiner Meinung bei einer sehr guten Geschichte sein muss. So tauchen auch echte Personen in „Zeit der Mörder“ am Rande auf, wie zum Beispiel Édith Piaf, Ernst Gennat, Picasso, Erwin Rommel oder Carl-Heinrich von Stülpnagel. Chapeau, es ist einfach grandios! „Zeit der Mörder“ ist für mich ein ganz besonderes Buch. Unter anderem wegen des speziellen Hauptcharakters. Carl von Maug ist Obersturmbannführer bei der SS und außerdem Alkoholiker (eine sehr interessante Kombination übrigens!). Er ist ein Protagonist voller Ecken und Kanten, der einem nicht immer nur sympathisch ist. Einige seiner Ansichten und Entscheidungen empfinde ich als fragwürdig, aber gerade deshalb ist von Maug für mich ein Protagonist, den ich als überaus spannend empfinde und den ich nach und nach in mein Herz schließen konnte. Ich muss zugeben, dass mir „Zeit der Mörder“ vor allem deshalb ins Auge gesprungen ist, weil ich ein großer Fan der „Gereon Rath“-Reihe von Volker Kutscher bin und der Stil der Cover sich ähnelt. Auch von der Thematik her sah ich einige Parallelen, weshalb mein Anspruch an Torrecks Roman war, wenigstens genauso gut zu sein wie die Bücher von Kutscher, diesen dabei aber nicht allzu ähnlich. Und diese Erwartung wurde für mich absolut erfüllt! „Zeit der Mörder“ konnte mich genauso fesseln wie die Reihe von Volker Kutscher und auch die Ähnlichkeiten bezüglich der Handlung hielten sich in Grenzen. Besonders gut hat mir gefallen, dass „Zeit der Mörder“ deutlich düsterer und brutaler ist, als die „Gereon Rath“-Reihe. Besonders positiv ist mit außerdem das Nachwort aufgefallen, in dem Torreck erklärt, welche Teile seines Romans Fiktion und welche historisch belegt sind. Diese Seiten des Buches fand ich sehr spannend! Insgesamt kann ich „Zeit der Mörder“ also nur wärmstens empfehlen! Das Buch lässt einen in dunkle menschliche Abgründe schauen, hat eine verstrickte, komplexe Handlung, die es einem trotzdem erlaubt, den Überblick zu behalten, ein Fünkchen Humor, intelligente Dialoge und geschichtliche Hintergründe, die von einer ausgiebigen Datenrecherche zeugen.

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Vita

Ulf Torreck, geboren 1972 in Leipzig, arbeitete bereits früh als Barmann, später als Journalist und Filmkritiker. Nach längeren Aufenthalten in Südostasien, Frankreich, Irland und Großbritannien begann er, Novellen und Romane zu schreiben. Seit April 2011 veröffentlichte Ulf Torreck unter dem Pseudonym David Gray fünfzehn Thriller und Kriminalromane, die regelmäßig Spitzenpositionen in den E-Book-Charts erreichten. Für seine historischen Thriller »Das Fest der Finsternis« (ebenfalls bei Heyne erschienen) und »Zeit der Mörder« recherchierte Torreck mehrere Jahre lang und befasste sich intensiv mit den dunklen Seiten des Menschen.

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