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Thea Dorn »Der Mädchenmörder«

SPECIAL zu Thea Dorn »Der Mädchenmörder«

Opfer, Täter oder beides?

Ein Roman über das Stockholm-Syndrom

Mädchenmörder Blick ins Buch

Die 19-jährige Julia wird eines Nachts auf dem Heimweg von der Disco entführt. Der Täter quält und vergewaltigt sie - und sie ist nicht sein erstes Opfer. Doch obwohl ihr Peiniger weder Skrupel noch Mitleid kennt, nimmt Julias Entführung eine andere Wendung als die vorangegangenen Taten. Denn Julia hat keine Angst vor ihm …

Spätsommer in Köln: Die 19-jährige Julia sitzt an einer Haltestelle und wartet auf den Nachtbus. Doch nicht der Bus liest sie auf, sondern ein limonengelber Porsche. Am Steuer: ein ehemaliger Radrennfahrer, den eine Knieverletzung gezwungen hat, seine Karriere abrupt zu beenden. Er entlarvt sich als sadistischer Entführer, der seine sexuellen Triebe nicht unter Kontrolle hat, seit er sie nicht mehr auf dem Fahrrad abreagieren kann. Der ehemalige Hochleistungssportler läuft Amok. Tagelang hält er Julia im Keller seines Hauses gefangen, demütigt sie, foltert sie. Und Julia ist nicht sein erstes Opfer: Vor ihr hat er bereits mindestens zwei andere Frauen missbraucht und umgebracht.

Während Julia noch in seinem Keller eingesperrt ist, klingelt die Polizei an seiner Tür. Ein Zeuge hatte sich gemeldet, der angeblich gesehen hat, wie eines der früheren Opfer zu einem Mann in einen gelben Porsche gestiegen ist. Die Polizisten befragen nun alle Halter eines solchen Autos im näheren Umkreis. Einen Durchsuchungsbeschluss haben sie jedoch nicht, und so müssen die Beamten trotz eines Verdachtmoments unverrichteter Dinge abziehen.

Der Täter weiß aber nun, dass er fliehen muss. Er fährt mit Julia zu einem nahe gelegenen Moor, wo er sie umbringen will. Doch was sich bereits während Julias Gefangenschaft andeutete, wird nun unübersehbar: Von Anfang an war sein Verhältnis zu Julia anders als zu seinen vorherigen Opfern. Die Einser-Abiturientin begegnet ihm nicht mit Furcht und Unterwürfigkeit, sondern mit einer Mischung aus Trotz und Verachtung. Und es gelingt ihm nicht, sie zu töten.

Er zerrt Julia stattdessen wieder ins Auto und begibt sich mit ihr auf eine wilde Flucht durch Belgien, Frankreich und Spanien; keine unbekannten Orte für ihn, kennt er doch alle Stationen von seiner Zeit als Radrennfahrer. Aber längst hat sich das Machtverhältnis zwischen Täter und Opfer verschoben, und der Täter spürt, dass er Julia unterlegen ist. Als er in Montélimar wieder eine Frau entführt, wird Julia wie selbstverständlich zur Beobachterin der Tat. Bald darauf wird in Lourdes eine furchtbar zugerichtete Frauenleiche entdeckt, eine andere in Südspanien.

Die Polizei hat den ehemaligen Radprofi mittlerweile eindeutig als Täter ermittelt und die Fährte aufgenommen. Sie folgt der blutigen Spur, die der Täter und Julia hinterlassen. Die Polizisten wollen nicht nur weitere Morde verhindern, sondern auch Julia befreien. Denn sie gehen nach wie vor davon aus, dass sie immer noch eine Geisel ist. Doch je brutaler die Serie wird, je mehr Frauen und Mädchen sterben, desto drängender stellt sich die Frage, ob Julia wirklich nur Opfer ist. Oder ob ihre Verwandlung zur Mittäterin nicht längst begonnen hat ...

"Thea Dorn hat ein riesiges Interesse an all dem Bösen, und sie hat ein Gespür für all die Unsicherheiten, die sie in jedem Menschen sieht – und das ist die beste Voraussetzung, um richtig gute Kriminalromane zu schreiben." SWR