»Tote Mädchen lügen nicht« von Jay Asher - Jetzt verfilmt auf NETFLIX

Rezension zum Hörbuch von Alisa Friedrich, 16 Jahre, Schülerin aus Bonn

Das Buch „Tote Mädchen lügen nicht“ von Jay Asher, 2007 in Amerika verfasst, handelt von Clay Jensen, der eines Tages ein Paket vor seiner Tür findet, in dem 13 Kassetten enthalten sind. Merkwürdig ist, dass das Päckchen keinen Absender hat, allerdings ist es noch unheimlicher, als Clay auf den Tapes die Stimme von Hannah Baker hört – einer Mitschülerin, die vor kurzer Zeit Selbstmord beging. Eine weitere Botschaft von Hannah: Ein Stadtplan, den Clay wenige Wochen zuvor auf mysteriöse Weise erhalten hat. Dort sind 13 Sterne eingezeichnet. 13 Stationen, die sich auch auf den Kassetten wiederfinden. 13 Namen auf den Kassetten. 13 Gründe für Hannah, ihr Leben zu beenden. Clay macht sich auf den Weg, folgt den Sternen, und er begreift, was Hannah durchgemacht hat. Doch auch sein Leben, wird sich für immer ändern…

Jay Asher schafft es, von Anfang an den Leser zu fesseln. Schon der Prolog erweckt Neugierde und lässt viele Fragen offen, die im Laufe der Zeit beantwortet werden. Jede Kassette ist eine kleine Geschichte für sich, die sich geschickt mit den anderen zusammenfügt. So erzeugt der Autor eine Spannung, die sich das ganze Geschehen über hält. Ashers Sprachebene entspricht dem der Zielgruppe, was das Lesen angenehm macht. Auch die Gefühle und Gedanken der Protagonisten werden durch diese Ausdrucksweise dem Leser nahe gebracht. Der verwendete Sarkasmus unterstreicht die Verbitterung Hannahs. Ein Beispiel dafür ist, wie sie die Reaktionen ihrer Mitschüler verhöhnt und sich selber nicht ganz ernst nimmt.

Das Buch „Tote Mädchen lügen nicht“ von Jay Asher ist wie für ein Hörbuch gemacht. Die Tonaufnahmen Hannahs, die Gedankenflüsse Clays– nichts lässt sich anschaulicher in ein Hörbuch umwandeln, als eine Geschichte, die von einer Stimme auf Kassetten handelt. Der ständige Wechsel zwischen Hannahs Aufnahmen und Clays Gedanken greifen im Hörbuch flüssig ineinander und bringen die verschiedenen Personen noch deutlicher heraus. So wird die Handlung anschaulich und leicht nachvollziehbar. Die Stimmen von Shandra Schadt und Robert Stadlober lesen einfühlsam und ermöglichen es dem Zuhörer in eine zweite Welt zu verschwinden, in der er Verzweiflung, Wut und Trauer der Protagonisten miterlebt.

Asher fokussiert die Probleme von Jugendlichen, vor allem Mobbing, und regt den Zuhörer zum Denken an. Jugendliche werden aufgerüttelt und zum Handeln bewegt. Ihnen wird gesagt: Wehr dich! Mach den Mund auf!
Es stellen sich ihnen Fragen wie: Hätte ich mich ausnutzen lassen? Wie hätte ich in einer dieser Situationen reagiert? Hätte ich gemerkt, wenn eine Mitschülerin suizidgefährdet ist?
Er zeigt, welche Auswirkungen Handlungen haben können und was sie in einem Menschen verursachen, auch wenn es für andere nur ein Scherz ist. Dabei gibt er zugleich eine Warnung, dass man sich darüber im Klaren sein sollte, wie schnell man Mitmenschen verletzen kann. Ebenso sagt der Roman aus, dass man mehr aufeinander zu gehen sollte, sich gegenseitig hilft und auf einander Rücksicht nimmt, was in der heutigen Gesellschaft immer mehr verloren geht.

Meine Meinung:
Mir gefällt das Hörbuch sehr gut. Die Handlung ist nicht nur anders als üblich, sondern auch tiefgründig, was ich sehr positiv finde. Die Art, wie die beiden Sprecher vortragen, passt hervorragend in das Gesamtkonzept.


Alisa Friedrich

Tote Mädchen lügen nicht

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