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Ulrich Kraetzer: Salafisten. Bedrohung für Deutschland?

Salafisten. Bedrohung für Deutschland?

Ulrich Kraetzer beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Salafismus. Für sein Grundlagenbuch hat er unzählige Ansprachen salafistischer Prediger analysiert und lange Gespräche mit den Wortführern der Bewegung und ihren Anhängern geführt.

Er bringt die Grundzüge der am schnellsten wachsenden Strömung innerhalb des radikalen Islam auf den Punkt und zeigt, warum selbst moderate Salafisten den Weg zu Gewalt und Terror ebnen können – auch wenn sie das nicht beabsichtigen: »Die salafistische Ideologie, so die letztlich banale Erkenntnis, führt also nicht zwingend zum gewalttätigen Dschihad. Sie lässt diesen Weg aber durchaus zu.« (S. 98)

1. Salafismus ist nicht nur eine religiöse Lesart des Islam, sondern eine totalitäre Ideologie. Sie ist antidemokratisch und kann Wegbereiterin für Terrorismus sein. Dennoch ist nicht jeder Salafist automatisch ein Staatsfeind, denn die salafistische Bewegung ist in sich nicht homogen.

2. Salafismus ist nicht gleich Islam und Islam ist nicht gleich Salafismus. In den meisten Punkten spitzt der Salafismus die islamische Glaubenslehre aber nur radikal zu. Es reicht daher nicht, wenn Muslime und der organisierte Islam sich von Salafisten nur distanzieren. Sie müssen sich der Herausforderung durch die Ideologie auch inhaltlich stellen.

3. Salafismus in Deutschland ist immer häufiger ein Phänomen der Jugendkultur. War man früher Punk, um Aufsehen zu erregen, wird man heute Salafist (auf Zeit). Salafisten geht es oft nicht um die Religion, sondern um das Gefühl, zu einer exklusiven und vermeintlich überlegenen Gemeinschaft zu gehören.

4. Entfremdung und das subjektive Gefühl, von der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden, sind gesellschaftliche Phänomene, die einer sinnstiftenden Funktion des Salafismus den Nährboden bereiten. Der Salafismus ist daher nicht nur für Muslime eine Herausforderung sondern für die gesamte Gesellschaft.

5. Politik und Medien liefern Salafisten Steilvorlagen, die diese zu radikalem Aktionismus verleiten. Ein kluger Umgang mit dem Salafismus sollte daher auf übertriebenen Alarmismus verzichten, sondern die Unterschiede in der Szene erkennen und einen differenzieren Umgang mit ihren Akteuren entwickeln. Mit Vertretern des gemäßigten Flügels der Salafisten kann auch ein Dialog sinnvoll sein.

Ulrich Kraetzer

Salafisten

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