Unsichtbare Frauen von Caroline Criado-Perez

Wie Frauen von der Mitgestaltung der Welt, in der wir leben, ausgeschlossen werden - und welche Folgen das für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden hat

Unsere Welt ist von Männern für Männer gemacht und tendiert dazu, die Hälfte der Bevölkerung zu ignorieren. Caroline Criado-Perez erklärt, wie dieses System funktioniert. Sie legt die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Erhebung wissenschaftlicher Daten offen. Die so entstandene Wissenslücke liegt der kontinuierlichen und systematischen Diskriminierung von Frauen zugrunde und erzeugt eine unsichtbare Verzerrung, die sich stark auf das Leben von Frauen auswirkt. Kraftvoll und provokant plädiert Criado-Perez für einen Wandel dieses Systems und lässt uns die Welt mit neuen Augen sehen.

Dieses Buch lässt uns die Welt mit neuen Augen sehen

Geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede sind jedem ein Begriff – aber was ist mit geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Erhebung wissenschaftlicher Daten? Ein paar Beispiele:

→ Die meisten Autos werden nur mithilfe von Crashtest-Dummys konstruiert, die dem »durchschnittlichen« Mann entsprechen. Wenn eine Frau an einem Autounfall beteiligt ist, wird sie mit 47 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit als ein Mann schwer verletzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie stirbt, ist um 17 Prozent höher.

→ Die Durchschnittstemperatur in Büroräumen wird nach einer Formel berechnet, die anhand der Stoffwechselrate eines durchschnittlichen 40-jährigen Mannes von 70 Kilogramm Gewicht erstellt wurde. Normale Büros sind damit um fünf Grad zu kalt für Frauen.

→ PMS (Prämenstruelles Syndrom) umfasst ein Bündel von Symptomen, darunter Stimmungsschwankungen, Angstzustände, Empfindlichkeit der Brust, Aufgeblähtheit, Akne, Kopfschmerzen, Magenschmerzen und Schlafstörungen. PMS betrifft 90 Prozent der Frauen, wird aber chronisch zu wenig erforscht, Forschungsanträge werden noch immer mit der Begründung abgelehnt, dass »PMS eigentlich gar nicht existiert«.

Weitere Beispiele im Buch aus Politik, Technologie, Arbeitswelt, Stadtplanung, Medien und medizinischer Forschung zeigen, wie Verzerrungen bei der Datenerhebung Frauen ausschließen.

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Caroline Criado-Perez
© Rachel Louise Brown

Die international einflussreichste Feministin und Aktivistin ihrer Generation

Caroline Criado Perez, 1984 geboren, ist Autorin und Rundfunkjournalistin. Sie publiziert u.a. im New Statesman und im Guardian und hält regelmäßig Vorträge. Ihr erstes Buch »Do it Like a Woman« wurde von den Medien als »ein eindringlicher journalistischer Text« und zu einem der »Bücher des Jahres« des Guardian gekürt, »alle jungen Mädchen und Frauen sollten ein Exemplar besitzen«. Als eine der international bedeutendsten feministischen Aktivistinnen ihrer Zeit wurde Criado Perez mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Zu ihren bekanntesten Kampagnen-Erfolgen gehören die Mitfinanzierung der Website Women’s Room, der Abdruck einer Frau auf britischen Banknoten, die Verpflichtung von Twitter, seinen Umgang mit dem Thema Missbrauch zu ändern, und die Aufstellung einer Statue der Frauenrechtlerin Millicent Fawcett auf dem Parliament Square. 2013 wurde Caroline Criado Perez zum Human Rights Campaigner of the Year ernannt. Seit 2015 ist sie Officer of the Order of the British Empire (OBE). Sie lebt in London.

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