Achtsam wie ein Buddha

In sich ruhen und die eigene Mitte finden

Sein lassen, loslassen, hereinlassen

Ein besseres Gefühl der Fülle, der Ganzheit sowie weiterer Aspekte des Erwachsens zu entwickeln bedarf dreierlei Arten der Übung.
Erstens können Sie einfach bei dem sein, was auch immer Sie gerade erleben: Sie können es akzeptieren, spüren und vielleicht erkunden. Während Sie dabei sind, mag sich das Erlebte verändern, doch Sie versuchen nicht, es in die eine oder andere Richtung zu lenken.
Zweitens können Sie Schmerzliches oder Schädliches loslassen, indem Sie beispielsweise Anspannungen im Körper verringern, Gefühlen Ausdruck verleihen, Gedanken, die nicht wahr oder hilfreich sind, in ihre Schranken verweisen oder sich von Begierden lösen, die Sie oder andere verletzen.
Und drittens können Sie schließlich das kultivieren, was freudvoll oder nützlich ist: sich Tugenden oder Fähigkeiten aneignen und resilienter, dankbarer sowie mitfühlender werden.




Die folgende Meditation und die anderen Übungen in diesem Buch bieten Ihnen verschiedene Möglichkeiten, sich mit Ihren Erfahrungen auseinanderzusetzen und Erfahrungen zu machen, die Ihnen nützlich sein könnten. Sie werden sich nicht von all meinen Vorschlägen angesprochen fühlen, weshalb ich Sie ausdrücklich dazu ermuntere, eigene Praktiken zu entwickeln, die für Sie funktionieren. Vielleicht möchten Sie Ihren Körper bewegen, um ein bestimmtes Gefühl zu erzeugen, sich auf bestimmte Bilder konzentrieren oder andere Wörter verwenden. Wichtig sind die Erfahrungen, die gemacht werden, nicht die Methoden, die uns den Weg zu ihnen ebnen. Fällt es Ihnen schwer, etwas Bestimmtes zu fühlen – etwa das Gefühl des Loslassens –, dann ist das ganz normal. Ich weiß genau, wie das ist. Es ist ebenfalls normal, wenn Gefühle der Frustration und der Selbstkritik aufkommen. Erkennen Sie diese Gefühle an – »ja, ich bin frustriert«, »ja, ich bin kritisch mit mir selbst« – und üben Sie dann weiter.
Fällt es Ihnen schwer, sich mit etwas Bestimmtem zu verbinden, machen Sie sich eine Notiz im Geiste und kommen Sie, wenn Sie mögen, später darauf zurück. Es bedarf der Zeit und der Wiederholung, die sieben Stufen, mit denen wir uns beschäftigen, zu erkunden – insbesondere in ihrer ganzen Tiefe. Das ähnelt tatsächlich dem Besteigen eines hohen Bergs. Es geht nur langsam voran, weil der Pfad sehr steil ist, nicht, weil Sie etwas »falsch« machen oder nicht »fit« genug sind! Erklimmen Sie den Berg in Ihrem eigenen Tempo und, wie ein Lehrer mir vor vielen Jahren einmal riet, gehen Sie dabei einfach immer weiter.

Sie können die folgende Übung wie eine Meditation durchführen. Sie können das Ganze aber auch etwas informeller gestalten, indem Sie sie im Alltag ausüben, wenn etwas – nennen wir es »das Problem« – Ihnen Stress bereitet oder Sie ärgert. Passen Sie die Übung ganz Ihren Bedürfnissen an und nehmen Sie sich so viel Zeit, wie Sie mögen.

Sein lassen

Suchen Sie sich etwas, das Ihnen dabei hilft, präsent zu bleiben, wie das Gefühl des Atmens. Lassen Sie sich einige Augenblicke Zeit, um sich immer mehr zu zentrieren. Lassen Sie Geräusche und Empfindungen, Gedanken und Gefühle Ihr Bewusstsein passieren. Erleben Sie, wie es ist, ganz bei einer Erfahrung zu sein, ohne sich ihr zu widersetzen oder an ihr festzuhalten.
Wenn Sie so weit sind, konzentrieren Sie sich auf das Problem, vor allem auf Ihre mit ihm verbundenen Erfahrungen. Seien Sie sich Ihrer Gedanken das Problem betreffend gewahr … der Emotionen das Problem betreffend … nennen Sie Letztere vielleicht beim Namen, ganz leise und nur für sich, etwa »Anspannung … Sorge … Ärger … Schwächung …« Akzeptieren Sie diese Gedanken und Gefühle, lassen Sie sie fließen, lassen Sie sie sein …
Ob es nun angenehm oder schmerzhaft ist, versuchen Sie, das Erlebte so, wie es ist, anzunehmen. Droht etwas, Sie zu überwältigen,
konzentrieren Sie sich auf das Atmen oder etwas anderes Beruhigendes, Tröstliches … Sie sind immer noch hier, es geht Ihnen gut …
Seien Sie sich körperlicher Empfindungen das Problem betreffend gewahr … der Wünsche, Bedürfnisse und Pläne das Problem betreffend … Lassen Sie sie sein, lassen Sie sie fließen …
Sie können auch tiefere Schichten erkunden, etwa die Verletzungen oder Ängste unter der Wut … jüngere Teile Ihrer selbst … Fühlen Sie alles … lassen Sie alles sein …

Loslassen

Wenn Sie so weit sind, wenden Sie sich dem Loslassen zu. Werden Sie sich jeglicher Anspannung in Ihrem Körper das Problem betreffend gewahr. Lassen Sie sie abklingen und weicher werden, entspannen Sie sich. Lassen Sie die Gefühle fließen … Vielleicht
stellen Sie sich vor, dass sie jedes Mal beim Ausatmen wie eine kleine Wolke aus Ihnen herausströmen … Machen Sie sich unwahre, übertriebene und einschränkende Gedanken bewusst und lösen Sie sich von ihnen … lassen Sie los …
Werden Sie sich Begierden das Problem betreffend gewahr, etwa unrealistischer Ziele oder verständlicher Sehnsüchte, die jedoch schlicht nicht erfüllt werden können … und lassen Sie sie Atemzug für Atemzug los … Sie können auch kontraproduktive Formen des Kommunizierens und Handelns loslassen … Lassen Sie sie Atemzug für Atemzug los … lassen Sie alles los …

Hereinlassen

Konzentrieren Sie sich nun auf das, was nützlich, klug oder freudvoll sein könnte. Vielleicht würde es sich gut anfühlen, sich etwas Tröstlichem oder Beruhigendem zu öffnen … oder der Dankbarkeit, der Liebe, des Mitgefühls mit sich selbst … Nehmen Sie es beim Einatmen in sich auf … lassen Sie Gutes in sich hinein …
Vielleicht spüren Sie eine Weite in Ihrem Geist, wie der Himmel, der sich nach einem Gewitter öffnet … Vielleicht spüren Sie, wie sich Ihr Körper lockert … Bleiben Sie bei diesen Erfahrungen … geben Sie sich ihnen hin …
Vielleicht heißen Sie ein Gefühl der Stärke oder Entschlossenheit willkommen … Vielleicht entdecken Sie Gedanken oder Blickwinkel im Zusammenhang mit dem Problem, die richtig und hilfreich sind … und öffnen sich der Intuition oder der Stimme der inneren Weisheit … Vielleicht entsteht zunehmende Klarheit darüber, wie Sie in den kommenden Tagen handeln möchten …
Lassen Sie alles Hilfreiche in sich hinein … all das Gute, das in Ihnen nun seinen Platz einnimmt … Lassen Sie es sich ausbreiten … lassen Sie all das Gute in sich hinein …
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