Bücher für mehr innere Ruhe, Gelassenheit und Zuversicht | Irisiana Verlag

In sich ruhen und die eigene Mitte finden

Nur noch 148 Mails checken ...

Wo und wer sind wir eigentlich gerade jetzt, in diesem Moment?

Wie geht es Ihnen gerade? Sitzen Sie, während Sie diese Zeilen lesen, auf einem Stuhl? In der U-Bahn? Spüren Sie den Kontakt Ihres Körpers mit dem Untergrund – seien es die Füße, das Gesäß oder die Beine? Wie fühlen sich die Füße an? Wie atmen Sie gerade?

Flach, schnell, langsam, stockend oder fließend? Nehmen Sie sich diese Minute, um sich diese kleine, aber so wichtige Frage zu stellen: Wie geht es mir gerade?

Nun stellen Sie – vielleicht, hoffentlich – fest: Die Gedanken beruhigen sich, die Hektik lässt nach, und die 148 metaphorischen Mails aus Tim Bendzkos Song können tatsächlich noch warten.

»Achtsamkeit ist der Boden, auf dem Yoga gedeiht.«

Die vier Grundlagen der Achtsamkeit im Buddhismus sind:
  • Beobachtung der Körperempfindungen,
  • Beobachtung der Gefühle und Emotionen,
  • Beobachtung der Gedanken,
  • Beobachtung der Geisteszustandes.

Der Körper: Die yogische Achtsamkeits-Spielwiese

Yoga, wie wir ihn im Westen üben, ist meist der sogenannte Hatha-Yoga. Dieser besteht aus drei Teilen, von denen jeder gleich wichtig ist:
  • Pranayama (Atemkontrolle und -beobachtung),
  • Meditation und
  • Asanas (Körperübungen).

Oft wird Yoga auf die Asanas reduziert. Dabei kann Achtsamkeit, wie sie oben beschrieben wurde, gerade durch die Beobachtung des Atmens und durch Atemübungen sowie durch Meditation wunderbar erfahrbar werden. Schließlich soll das achtsame Üben auch Ziel des Yoga sein: In jedes Asana kommen wir bewusst atmend hinein, bleiben atmend dort und kommen auch bewusst atmend wieder heraus. Die ganze Yogapraxis erhält dadurch einen gründlichen Entschleunigungsaspekt, denn wirklich achtsam zu sein, bedeutet hinsehen, hinatmen, hinspüren, und dies ist in der Schnelligkeit, mit der wir alles zu tun gewöhnt sind, unmöglich.

Warten ohne zu warten

Eine Übung für den Weg

Etwas, das wirklich schwerfällt: in der S-Bahn oder U-Bahn nicht aufs Smartphone zu starren, E-Mails zu checken, am besten auch gleich noch zu beantworten, sich auf Facebook rumtreiben. Nehmen Sie sich einfach mal explizit vor: "So, jetzt bleibt das Ding in der Tasche." Auf einmal nehmen Sie die Leute im Waggon wahr. Bemühen Sie sich aktiv um eine freundliche Haltung und lächeln Sie jemanden an – hui! Er oder sie lächelt zurück, und schon steigt die Laune. Das geht übrigens beim Auto- oder Fahrradfahren genauso, wenn man gerade an einer roten Ampel steht.

An der Haltestelle oder in der Bahn geht dabei auch gleich eine unauffällige Yogaübung:
Spüren Sie Ihre Füße auf dem Boden, in den (hoffentlich nicht zu engen) Schuhen, und versuchen Sie die Zehen nach oben zu ziehen. Dann lassen Sie sie wieder herunter und "sortieren" sie in den Schuh. Richten Sie die Aufmerksamkeit auf jeden einzelnen Zeh, auf den Ballen hinter den Zehen, auf die Außenkante der Füße und auf die Fersen. Spüren Sie die Verbindung der Fußsohlen mit dem Schuh, die Verbindung des Schuhs mit dem Boden. Nehmen Sie wahr, welchen Bereich der Füße Sie am meisten spüren: Stehen Sie mehr auf den Fersen, auf den Ballen, oder ist das Gewicht gleichmäßig verteilt? Schwanken Sie hin und her? Spüren Sie mehr Gewicht auf dem einen Fuß als auf dem anderen? Niemand in Ihrer Umgebung wird bemerken, wenn Sie sich all diese Fragen stellen, Sie können sich ganz sorglos der Selbstbeobachtung hingeben.

Doch wozu sollte man sich überhaupt dabei beobachten, wie man gerade steht? Nun: Unsere Füße sind eigentlich Sinnesorgane, die Fußsohle ist von vorn bis hinten mit sogenannten Propriorezeptoren vollgepackt, die in jeder Millisekunde an die Hirnrinde melden, auf welchem Untergrund wir uns gerade befinden. Darauf reagiert das Gehirn mit Befehlen an die Muskulatur, was wiederum ermöglicht, dass wir uns nicht stolpernd und fallend durch die Welt bewegen, sondern aufrecht und sicher. Allerdings ist die Reaktion des Gehirns von der Achtsamkeit seines Besitzers abhängig: Wird die Aufmerksamkeit nicht trainiert, wird das Gehirn langsamer reagieren, und die Verletzungsgefahr steigt. Bei fehlender Achtsamkeit kann man beispielsweise schneller umknicken und das Gehirn sendet nicht schnell genug den Befehl an die Muskulatur – aua. Das Bewusstsein für Ihre Füße können Sie natürlich auch immer und überall üben, im Stehen, Gehen und Sitzen.

Von der Kunst, Yoga & Achtsamkeit im Alltag zu leben

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