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Wie arbeitet eigentlich ... ein Autor und ein Illustrator?

Autor Thomas Krüger und Illustrator Anton Riedel im Interview

Wir wollten von der Superbrillen-Crew, bestehend aus Autor Thomas Krüger und Illustrator Anton Riedel wissen, wie ihr jeweiliger Arbeitsalltag aussieht. Dazu haben wir ihnen zwei Fragebogen zugeschickt, die sie uns ausführlich beantwortet haben. Außerdem gestaltete Anton Riedel (genannt Der Anton) den supercoolen Banner zu diesem Interview.

Thomas Krüger arbeitet als Hörbuch- und Kinderbuchverleger, schreibt Krimis, Kinderbücher und Gedichte und lebt mit seiner Familie bei Köln.

Anton Riedel bemalt seit er vier Jahre alt ist, alles was still hält (Wände, Klausuren, Autos) und gründete mit Freunden die FEEDMEE Design GmbH. Er lebt mit seiner Familie in Köln.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus?

Thomas Krüger:
Ein typischer Arbeitstag. Hmmmm. Die sind oft ganz unterschiedlich. Da ich nachts oft länger auf bin und zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens gern Schlagzeug übe, krieche ich so gegen 9 aus dem Bett und sitze um halb zehn oder so am Schreibtisch. Da türmen sich dann Zettel, Bücher und leere Kaffeetassen. Die leeren Kaffeetassen werden gegen eine erste volle ausgetauscht, und es geht los. Schreiben, korrigieren, was nachgucken. Ich arbeite selten konzentriert an einem Stück. Oft wird die Arbeit unterbrochen. Wenn meine Kinder (11 und 14) von der Schule kommen, sind sie meist bei mir, gucken zu, was ich so mache, fangen mit den Hausaufgaben an. Dann lerne ich ein bisschen Latein mit (ich bin schon richtig gut: ACI, Participium Coniunctum – kein Ding) oder Englisch, Mathe und was sonst so anfällt. Und zwischendurch gehts weiter mit dem Buch, an dem ich grad schreibe oder korrigiere. Ich LIEBE es, zu Hause zu arbeiten. Auch wenn es manchmal schwierig ist, eine spannende Stelle zu schreiben, während ich Vokabeln abfragen muss …

Anton Riedel:
Nach dem Kinder-aus-der-Tür-schieben radel ich mich ins Büro.
Tagsüber bin ich Creative Director bei FEEDMEE, einer Design Agentur die ich vor 16 Jahren mit 2 Freunden gegründet habe. Gegen 18 Uhr wird zurück geradelt.
Wenn ich Zeit habe koche ich. Findet meine Familie toll! Bringt mich runter. Klappt aber nicht immer.
Dann beginnt mein Arbeitsabend.
Mein Büro besteht aus der spülbeckennahen Ecke unseres Esstischs. Da pinsel ich dann lustig drauflos. Elektronisch bewaffnet mit Zeichentablett oder IPad. Wenn’s dann mal wieder zu spät wird, lockt mich unser Kater ins Bett.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Thomas Krüger:
Am meisten Spaß macht es, dass ich mir alles selbst ausdenken kann. Ich bau mir meine Welt zusammen, wie sie mir gefällt. Buch für Buch. Ich kann die Realität aushebeln und mit Zeitmaschinen arbeiten, mit Ungeheuern, Verkleinerungs-Apparaten oder mit Wunderbrillen, die aus kleinen Jungs große Männer machen. Das erlaubt die Fantasie. Herrlich!

Anton Riedel:
Das Rumspinnen.
Ich liebe es mir irgendwelchen hanebüchenen Käse auszudenken.
Und das geht überall und ständig – mit und ohne Stift. Toll.
Wenn man dann noch mit einem so talentiert, durchgedreht und unfassabar netten Autoren wie dem Herrn Thomas Krüger arbeiten darf: Doppeltoll.

Wovor drücken Sie sich am meisten bei Ihrer Arbeit?

Thomas Krüger:
Ich drücke mich am liebsten vor Sachen, die lange dauern und wenig Spaß machen. Ganz einfach. Büroarbeit, Rechnungen schreiben, Aufräumen, eine Krawatte binden (dauert bei mir mindestens eine Stunde. Ich habe auch nur EINE, und die sieht schon ziemlich … zerknotet aus), den Rasen mähen (Rasen WILL wachsen, und ich finde, man sollte ihn lassen) … Solche Sachen sind lästig …

Anton Riedel:
Vor dem Ausführen doofer Kompromisse. Ich bin immer offen für Kritik - aber ich habe recht häufig mit entscheidungsgehemmten Entscheidern zu tun. Mittelprickelnd.

Was wollen Sie Kindern mit Ihrer Arbeit auf den Weg geben?

Thomas Krüger:
Ich möchte Bücher schreiben, die Kindern SPASS machen UND ihnen was bringen. Ich schreibe sehr gern für Jungs, weil ich denke, auch Jungs haben Spaß am Lesen. Sie finden nur manchmal nicht die richtigen Bücher. Ich LIEBE Bücher, die irgendwas mit Naturwissenschaften zu tun haben. Das bringe ich gern mit rein. Kinder sollen beim Lesen Welten entdecken, dann werden sie sich auch gut in ihrer eigenen Welt zurechtfinden.

Anton Riedel:
Puh…
Entdeckt euch – aber nehmt euch Zeit dafür.
Hmm… oder einfach:
Nehmt euch Zeit.

Warum wollten Sie „Die Superbrillen“ schreiben?

Thomas Krüger:
Die Superbrillen sind für mich als Autor ein großer Spielplatz. Hier kann ich alle Abenteuer erleben, über die ich als 10jähriger gern gelesen hätte. Bücher mit Raketen, U-Booten, gefährlichen Schurken und coolen Jungs, die sie austricksen. Wilde Abenteuer und absolut wilde Illustrationen dazu. Von Anton. Die liebe ich am meisten. Ohne Antons Illus wären die Superbrillen gar nicht denkbar.

Anton Riedel:
Hab ich gar nicht ;) …aber ich hab mitgefühlt.

Haben Sie als Kind gerne gelesen?

Thomas Krüger:
Als Kind hab ich die 5 Freunde geliebt. Tom Sawyer und Huck Finn. WAS IST WAS – Bücher. Jede Menge Donald-Duck-Comicx. Und Karlsson vom Dach. Karlsson war mein Held. Ein Junge mit einem Propeller auf dem Rücken, so dass er fliegen konnte. Herrlich! Ich fand Karlsson super, obwohl er charakterlich ein ziemlicher Bruchpilot ist. Das war mir aber total egal. Er konnte fliegen – das allein zählte.

Anton Riedel:
“Die Chroniken von Narnia” …vorgelesen von meinem Vater.
Zeichnerisch: Don Martin, Édika, Moebius, Frank Miller…

Was haben Ihnen Ihre Eltern über Bücher und Lesen mit auf den Weg gegeben

Thomas Krüger:
Meine Eltern waren gar nicht sehr literaturinteressiert. Aber wenn ich ein Buch haben wollte, dann gab es das auch. Ich habe vieles in der Grundschule entdeckt. Da hatten wir am Freitag immer eine Ausleihstunde. Der Lehrer hielt die wenigen Bücher der Klassenbibliothek nacheinander hoch und fragte: „Wer will das ausleihen?“ – Ich habe in der vierten Klasse etwa 7 Wochen hintereinander den Finger schneller oben gehabt als Gudrun Fricke (sorry, Gudrun! ), wenn es um WAS IST WAS: DIE DINOSAURIER ging. Ich glaube, Gudrun hat heute noch keine Ahnung von Dinos. Tja. Tut mir echt leid …

Anton Riedel:
Blutrunst und Spass an Gewalt…
Mein Vater hat mir gerne all diese herrlich bösen Märchen vorgelesen.
Das fasziniert mich bis heute. Je wilder ich pinseln darf, umso mehr Spass.
Ich finde heute gehts in Kinderbüchern doch immer seeeehr soft zu.

Welchen Ratschlag würden Sie Eltern geben, deren Kinder nicht gerne lesen?

Thomas Krüger:
Wenn Kinder nicht lesen wollen, bitte nicht zwingen. Das führt zu nichts. Aber vielleicht mal das Angebot machen, vorzulesen. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass sich Kinder SEHR gern vorlesen lassen. Abends, vor dem Einschlafen. Das ist doch ein herrlich gemütliche Atmosphäre. Wie Kino zwischen Kissen und Stofftieren. Und auf die Wünsche der Kinder eingehen. Ich weiß ja, wie das ist: Eltern wissen IMMER besser, was gut und interessant ist für Kinder. Das nervt Kinder gewaltig. Und es verdirbt den Spaß am Lesen. Also: nicht drängeln. Auf die Kinder hören. Immer schön locker bleiben. Dann klappts vielleicht.

Anton Riedel:
Selber lesen. Vorbildmässig. Und ich lese meinen Kids jeden Abend vor. Manchmal nach dem Prinzip “Lesen und lesen lassen”: Ich vier Seiten – Kind eine Seite usw.
Wenn die Bücher mal ausgehen sollten - Ich hab mit meinen Kids “Dunkelgeschichten“ erfunden. Die Regeln: Tür zu. Licht aus. Alle auf den Boden zum Vollkontakt-Kuscheln. Vier Worte pro Kind (Katzen können aufgrund der Sprachbarriere leider nicht mitmachen).
Dann muss ich - schwupps di wupps - mit den wild zusammengewürfelten Worten eine Geschichte zurechtspinnen. Mal entsteht was gaaanz grosses …mal was nicht sooo grosses.
Die Kids finden es super. Egal wie gross.

In unserer neuen Reihe „Wie arbeitet eigentlich …“ interviewen wir Autoren und Illustratoren zu ihrer Arbeit. Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag für Sie aus? Vor was drücken Sie sich bei ihrer Arbeit am meisten? Und welche Erinnerungen haben Sie an ihre eigene Lese-Kindheit?

Selbstverständlich können auch Sie uns Fragen zusenden, die Sie interessieren würden. Oder Sie wollten schon immer mehr von einem Autoren oder einer Autorin von uns wissen? Schreiben Sie uns eine Mail an online@cbt-buecher.de.

Die drei Superbrillen - Im Labyrinth des Rupert von Raffzahn Blick ins Buch

Thomas Krüger

Die drei Superbrillen - Im Labyrinth des Rupert von Raffzahn

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