Woher kommt der Hass?

Die psychologischen Ursachen von Rechtsruck und Rassismus

Rassismus, rechtsextreme Gesinnungen und die aggressive Herabsetzung »der anderen« sind wieder erschreckend salonfähig geworden. Wie ist das möglich? Woher kommt dieser Hass? Anne Otto fragt nach den psychologischen Mechanismen, die dazu beitragen, dass Menschen sich wieder offen rassistisch äußern, nach Autoritäten verlangen oder sogar überzeugt Blut- und Boden-Ideologien vertreten. Ein wichtiges Buch, das auf einzigartige Weise Licht in die dunklen Kellerräume unseres Fühlens und Denkens bringt.

Dieses Buch zeigt, wo sich Diskussionen mit Rechten lohnen und wo nicht

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€ 22,00 [D] inkl. MwSt. | € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empf. VK-Preis)
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Anne Otto
© Foto: Brita Söhnichsen, © privat

Anne Otto

Anne Otto, geboren 1970, ist Diplom-Psychologin und Wissenschaftsjournalistin. Nach dem Psychologie-Studium und einer Therapie-Ausbildung im Bereich „Psychodrama" arbeitete sie zunächst mehrere Jahre als Klinische Psychologin - unter anderem in einer Jugend-Wohngruppe und in einem Frauengefängnis. 2002 wechselte sie in den Journalismus und ist seitdem hauptberuflich als feste und freie Autorin und Redakteurin für den Spiegel, Spiegel Online, Psychologie Heute, Brigitte und Flow tätig.

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Interview mit Anne Otto zu Ihrem neuen Buch „Woher kommt der Hass? – Die psychologischen Ursachen von Rechtsruck und Rassismus“

Frau Otto, warum haben Sie ein Buch über die psychischen Ursachen dieses Phänomens geschrieben?
Es wird viel geschrieben und geredet über den Rechtsruck in unserer Gesellschaft – oftmals hoch emotional. Neben den politischen und gesellschaftlichen Gründen lohnt es sich die psychologische Sicht einzunehmen und sich die Wurzeln anzuschauen.
Können Sie kurz beschreiben, was die rechtsextremen Wurzeln sind.
Nicht Einkommen, Status, Alter und Wohnort bestimmen, ob jemand rechtspopulistischen Ideen zustimmt. Primär spielt eine Rolle, ob eine Person autoritär denkt und bewertet. Denn solche Personen teilen Menschen stärker nach Starken und Schwachen ein. Gegenüber Schwächeren „darf“ man aggressiv und abwertend sein.

Wie passen diese rechten Tendenzen in unsere eher liberale Demokratie?
Die meisten Schulen, Behörden und Firmen sind auch heute noch so aufgebaut, dass sie sehr stark auf Anpassung und Leistung setzen. Zudem ist ein großer Teil der Bevölkerung, besonders die älteren Generationen, noch autoritär sozialisiert. Auch die jüngeren Generationen durchleben zum Teil eine autoritäre Prägung, zum Beispiel durch eine sehr hohe Leistungserwartung oder auch durch emotionale Verwahrlosung.
Wir erleben außerdem seit über 20 Jahren eine Endsolidarisierung in der Gesellschaft. Dieses Klima begünstigt Ängste, Kränkung, Abwertung und Ausgrenzung. Ständig wird bewertet: Wer ist gut für die Gesellschaft, wer schlecht.

Mit Rechten reden? Sollte man das oder nicht?
Kommt auf den Kontext an. Auf jeden Fall im Umfeld und Freundes- und Bekanntenkreis ist politisches Streiten angebracht und wichtig. Ich habe Leute von der Initiative Kleiner Fünf interviewt, die bringen Interessierten bei, wie man mit radikaler Höflichkeit auf Rechte reagiert. Also höflich und ruhig in der Sache, hart und klar in der inhaltlichen Argumentation. Bei den so genannten Verunsicherten bringt das oft viel. Wer sich in menschenfeindlichen Äußerungen verstrickt, mit dem ist inhaltliches Diskutieren nicht angebracht, da sollte man sich abgrenzen. Auch gegen die spalterische Sprache der Rechten sollte man sich verwahren.

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