Zehn kleine Krabbelfinger

Trotzanfälle

Wut und Frust, den Kampf mit den Gefühlen kennen auch viele Erwachsene und tun sich oft schwer, damit umzugehen. Zweijährige Kinder sind meist charmant und liebenswürdig. Sie lachen gern und plappern vor sich hin, doch diese gute Laune kann plötzlich umschlagen. Das Kind wirft sich auf den Boden, schreit wie am Spieß und ist außer sich. Es will oft mehr, als es kann und ärgert sich maßlos, wenn das nicht klappt. Das »Böckchen« hat es gepackt.
Je nach Temperament und Sensibilität drücken Kleinkinder ihren Gefühlssturm mit Schreien und Weinen aus. Manchmal kommen auch Schubsen, Beißen, Hauen und Treten dazu. Mit anderen Kindern versuchen sie sich zu messen. Ganz selbstverständlich wird körperlicher Einsatz demonstriert, wobei die Kleinen ihre eigene Stärke testen wollen. In der Regel sind diese Auseinandersetzungen harmlos und sollten erst dann beendet werden, wenn Verletzungen drohen.
Tipps
• Überprüfen Sie Ihre eigene Befindlichkeit, sie spielt eine immens große Rolle, da Ihr Stress sich auf das Kind überträgt.
• Vorankündigungen geben Kindern das Gefühl, ernst genommen zu werden, und die Möglichkeit, Spiel oder Bastelei in Ruhe zu beenden. Kurzzeitwecker oder Trillerpfeife geben ein eindeutiges Signal und sind hilfreicher als Ermahnungen. Zum Beispiel: »Wenn der ­Wecker klingelt, müssen wir uns ­anziehen und gehen.«
• Die Situation und Räumlichkeit bei einem Wutanfall nach Möglichkeit wechseln und je nach Alter des Kindes nach Ablenkung suchen.
• Ein Trichter als Flüstertüte oder eine leere Papierrolle ist oft sehr hilfreich: »Achtung, Achtung! Hier spricht die ­Polizei, machen Sie Platz und räumen Sie auf!«
• Bewegung fördert Zufriedenheit und hilft nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen.
Hilfsmittel können sein: Schaukel, ­Zimmertrampolin, Stampfen, Tanzen nach Musik, Klatschen, Winken.
• Wut und Zorn müssen »Rabatzkerlchen« auch einfach mal rauslassen, durch toben, stampfen und in ein ­Kissen boxen.

Ideen
• Nutzen Sie Überraschungsmomente. Machen Sie plötzlich Quatsch und singen und brummen Sie einfach mal oder brüllen Sie wie ein Löwe.
• Wutteufel Rudi Rabatz oder ein Schmusetier können als Vermittler dienen: »Hast du gehört, was der Teddy gesagt hat? Er hilft uns beim Tisch­decken!«
• Witzige Ablenkung: Blasen Sie einen Luftballon auf und lassen ihn fliegen, ohne ihn zuzuknoten. (Die Hülle suchen Sie gemeinsam. Wer findet sie zuerst?)
• Ein Trommelspiel, auf dem Boden oder dem Tisch, gibt der Wut ein Ventil. Auch ein Wasserball ist gut geeignet.

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