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Sag nicht, wir hätten gar nichts Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87520-0

Erschienen: 04.09.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Ein preisgekrönter Roman über China von den 1940ern bis heute, über zwei eng verbundene Musikerfamilien und ihr Schicksal. Die herzzerreißenden Lebensgeschichten der Musiker, ihrer Freunde, Familien und Geliebten, die in den Strudel der Politik geraten, in das Auf und Ab von Revolution, Gewalt und Unterdrückung, führen zu der universellsten und zugleich privatesten aller Fragen: Wie kann der Mensch sich selbst treu bleiben, lieben und kreativ sein, wenn er sich verstellen und verstecken muss, weil er um sein Leben fürchtet? Erzählerin dieses vielschichtigen Epos ist Marie, die mit ihrer Mutter in Kanada lebt und nicht versteht, warum ihr Vater nach China zurückgekehrt ist. Als sie zehn Jahre alt war, haben sie einen Gast bei sich aufgenommen, die junge Ai-ming, die nach dem Massaker am Platz des Himmlischen Friedens aus Peking geflohen ist. Marie ahnte bald, dass sie eine gemeinsame Geschichte haben, und nun versucht sie, Licht ins Dunkel der Vergangenheit zu bringen.

»Thien schrieb einen hochmusikalischen Roman, bei dem die verschiedenen Erzählsprünge präzise aufeinander abgestimmt sind.«

Film, Sound & Media (01.12.2017)

Madeleine Thien (Autorin)

Madeleine Thien wurde 1974 in Vancouver, British Columbia, geboren. Ihre Eltern stammen aus Malaysia und China und emigrierten in den 1960ern nach Kanada. Als Kind begann Thien mit Ballett, Stepptanz und Akrobatik, später studierte sie Tanz, wechselte dann 1994 über zu Literatur. Ihr erstes Buch »Einfache Rezepte«, eine Sammlung von Kurzgeschichten, wurde mit vier kanadischen Literaturpreisen ausgezeichnet, und ihr Debütroman »Jene Sehnsucht nach Gewissheit« wurde in sechzehn Sprachen übersetzt. Für ihren Roman »Flüchtige Seelen« wurde Thien 2015 mit dem LiBeraturpreis von Litprom ausgezeichnet. Ihr neuer Roman kam 2016 auf die Shortlist des Man Booker Prize und wurde ausgezeichnet mit dem Governor General's Literary Award und dem Scotiabank Giller Prize, den höchsten Literaturpreisen Kanadas. Madeleine Thien lebt in Montreal.

»Thien schrieb einen hochmusikalischen Roman, bei dem die verschiedenen Erzählsprünge präzise aufeinander abgestimmt sind.«

Film, Sound & Media (01.12.2017)

»In ihrem großen Generationenroman verhandelt die kanadische Autorin Madeleine Thien mit poetischer Sprache die neuere chinesische Geschichte.«

Kulturnews Hamburg (23.11.2017)

»Durch Thiens empathische Sprache werden die seelischen Nöte, alltäglichen Sorgen und zutiefst menschlichen Sehnsüchte dieser beiden Musiker-Großfamilien in den grausamen ideologischen Umwälzungen der Kulturrevolution schmerzlich spürbar.«

Bücher Magazin (17.11.2017)

»Ein Roman auch über Aufrichtigkeit und Wahrheiten, die sich nicht unterdrücken lassen.«

Johannes Kaiser / hr2 kultur (18.09.2017)

»Vielschichtig und glaubwürdig führt Madeleine Thien in ein Kapitel der chinesischen Geschichte ein, das vielen westlichen Lesern bisher eher verschlossen geblieben ist.«

Charlotte Neuhauss / literaturkritik.de (09.09.2017)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Englischen von Anette Grube
Originaltitel: Do Not Say We Have Nothing
Originalverlag: McLelland

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 656 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-630-87520-0

€ 24,00 [D] | € 24,70 [A] | CHF 32,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: 04.09.2017

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Bewegende Familiensaga!

Von: Meine Lieblingsbücher Datum: 09.10.2017

meinelieblingsbooks.blogspot.co.at/

In diesem Buch wird die Geschichte von drei Generationen von Musikerfamilien während des Aufstiegs der chinesischen Partei in den 1940er-Jahren und der etwas später darauf folgenden Kulturrevolution. Dabei behandelt das Buch vor allem das Thema, wie kann man sich selbst und seiner Leidenschaft treu bleiben, wenn sein eigenes Land durch politische Unruhen zerrüttelt wird und man um sein und das Leben seiner Liebsten fürchtet.

Etwas das ich schon während des Lesens sehr bedauert habe, war die Tatsache, dass ich sehr wenig über die Geschichte Chinas weiß. In meinem Geschichteunterricht beschränkten wir uns vor allem auf die europäische Geschichte. Ich glaube, ich hätte den Roman noch einmal mit ganz anderen Augen betrachtet, wenn ich schon zuvor mehr über die politischen Unruhen in China gewusst hätte. Dennoch muss ich sagen, dass mich das Buch sehr bewegt und einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Gerade dadurch, dass man die Geschichte Chinas durch drei verschiedene Generationen erlebt, zeigt noch einmal deutlicher wie schlimm es für die Menschen in dieser Zeit gewesen sein muss.

Es brauchte jedoch eine Weile bis die Geschichte mich für sich gewonnen hat. Dadurch, dass das Buch sehr viele Charaktere enthält, war ich anfangs sehr verwirrt wie nun die Beziehungen zwischen den Personen sind. Das hat sich leider bis ans Ende durchgezogen, obwohl ich mir von Kapitel zu Kapitel immer leichter tat. Trotzdem hat dieser Aspekt das Lesevergnügen doch etwas eingeschränkt und das finde ich sehr schade. Wäre vorne im Buch ein kurzer Stammbaum, oder zumindest ein Personenverzeichnis gewesen, hätte man dieses Problem gelöst. Ich könnte mich nämlich vorstellen, dass es mehreren Lesern diesbezüglich gleich geht wie mir.

Ansonsten kann ich zu diesem Werk aber keine Kritik finden. Madeleine Thien erzählt in einem wundervollen Schreibstil auf berührende Weise wie viel Schrecken sich in der Geschichte China versteckt. Dabei geht sie sehr stark auf die Gefühle und das Innenleben ihrer vielseitigen Charaktere ein und schafft es, mich vollkommen in den Bann zu ziehen. Das Buch ist wirklich keine einfache Lektüre und mit viel Schmerz verbunden. Gleichzeitig gibt es selbst in dieser dunklen Zeit Momente in denen die Protagonisten Hoffnung schöpften und diese gefielen mir am besten. Ich bin sehr dankbar, dass Madeleine Thien einen Teil der chinesischen Geschichte in ihrem Buch festhält und an uns Leser weitergibt.

FAZIT:
Eine bewegende Familiensaga, die ein erschütterndes Portrait einer Musikerfamilie während der politischen Krisen in China darstellt. Anfangs fiel es mir etwas schwer die Personen zuzuorden, doch je weiter man liest, desto mehr beginnt man sich in der Geschichte zu verlieren und mit den Charakteren zu weinen, zu lachen und zu hoffen.

Eindrucksvolles, wenn auch etwas langatmiges Epos

Von: Buchperlenblog Datum: 13.09.2017

https://buchperlenblog.wordpress.com

Erzählt wird die Geschichte von Marie. Und die Geschichte von Ai-Ming. Und von kleiner Sperling, von Kai, von Zhuli, Große Mutter Messer, Ba Laute und so vielen anderen. Es ist eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte.

Zwei eng verbundene Musikerfamilien erleben von den 1940ern bis heute, was es heißt, in einem Land der Revolution aufzuwachsen. Im damaligen China geht eine Welle durch die Bevölkerung. Die langjährige Kulturrevolution fordert sehr viele Opfer, menschliche sowie kulturelle. Marie, die in Kanada aufgewachsen ist, ahnt lange nichts von der blutigen, brutalen Geschichte in ihrer Familie. Erst als sie Ai-Ming zuhause aufnimmt, fängt sie an, im Leben ihrer Eltern nachzuforschen und stößt mit der Zeit auf immer weitere Geheimnisse.

Rezension

Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut. Die Kulturrevolution in China ist ein Thema, über das man noch immer viel zu wenig weiß. Es fing auch sehr interessant an. Wir lernen Marie kennen, als sie ihren Vater verlor. Er verließ die Familie, ging zurück nach China und beging nur wenige Wochen später Selbstmord. Warum?

Als Ai-Ming zu Marie und ihrer Mutter stößt, löst sich in Maries Innerem der Wunsch, endlich mehr über ihre Familie zu erfahren. Offensichtlich waren Ai-Mings Vater – kleiner Sperling – und Maries Vater gut miteinander bekannt gewesen. Langsam erzählt Ai-Ming Marie bruchstückhaft die Geschichte ihrer Familie.

Und so gleitet man von Marie und der Gegenwart in die 1940er, in der die Geschichte ihrer Familie einen Anfang nahm. Hier lernt man Große Mutter Messer kennen und ihre Schwester Wirbelwind, Wen den Träumer, der seine Liebe zu Wirbelwind mit abgeschriebenen Kapiteln des Buches der Aufzeichnung zeigt. Die Namen sind sicherlich sehr chinesisch in ihrer Bedeutung, doch tragen sie häufig zu Verwirrungen bei. Ich habe viele Seiten gebraucht, um die Verwandtschaftsbeziehungen der einzelnen Personen auseinander zu nehmen und zu verstehen. Auch gab es immer wieder Längen, in denen die für die Protagonisten so wichtige Beziehung und Liebe zur Musik gezeichnet wurde. Natürlich ist das für die Geschichte wichtig, aber mich haben diese Stellen leider mehr als einmal gelangweilt. Dann war ich versucht, in der Geschichte voranzukommen, wollte vorblättern und stellte schnell fest, dass ich nun wesentliche Details verpasst hatte. Also wieder zurück zum Anfang. Das Buch und ich, wir tanzten teilweise einen Reigen aus Hass und Liebe.

Die Geschehnisse der Kulturrevolution sind grauenhaft, in derem Zuge viele Menschen in China ihre Arbeit, ihre Liebe zur Kunst, ihre Heimat und ihr Leben verloren, in der sie gefoltert und zur Denunzierung von Freunden und Familie gezwungen wurden. Man erlebt mit Wirbelwind und Wen dem Träumer, mit Sperling, Zhula und den anderen die Grausamkeiten kennen, die von den Mitgliedern der Roten Garde verübt wurden. Ziel dieser Kulturrevolution war es, das bourgeoise Leben der Menschen zu beenden. Alle Macht der Partei. Es wird nur noch die Musik gehört, die von höchster Ebene gestattet ist. Menschen werden ihre Arbeitsplätze zugeteilt. Denunzierungen, Kampfsitzungen, Folter waren an der Tagesordnung. Es hört sich nach einer Dystopie an, nach Fiktion, nach 1984 und George Orwell und ist doch Wahrheit. Selbst als diese Zeit vorüber war, wurde es nicht ruhig in China. Immer wieder kam es zu Aufständen, in denen sich plötzlich auch Ai-Ming wiederfand. Es nimmt kein Ende.

Fazit

Wie viel von sich selbst muss man aufgeben, um am Leben zu bleiben? Wie viel Leid kann man ertragen, und gibt doch niemals seinen eigenen Traum auf? Das sind die zentralen Fragen dieses Buches. Eindrucksvoll geschriebenes Epos vor einer hochinteressanten Kulisse. Manchmal etwas langatmig mit leicht verwirrender Erzählstruktur, aber dennoch lesenswert.

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