Abgeschminkt

Das Leben ist schön – Von einfach war nie die Rede
Die Frau, die »Cindy aus Marzahn« war

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Out of Marzahn – das wahre Leben von Ilka Bessin

Pinkfarbener Jogginganzug, eine Blume in der blonden Perücke, dicke Schminke, Berliner Schnauze – und langzeitarbeitslos. Das war „Cindy aus Marzahn“, die ab 2005 eine steile Karriere hinlegte. Im Laufe der Jahre wurde ihrer Erschafferin die Rolle jedoch zu eng; sie wollte viel mehr als „Cindy aus Marzahn“ konnte. 2016 war deshalb Schluss, die Kunstfigur ist weg und hat Platz für ihre Erfinderin gemacht: Ilka Bessin. Hier erzählt sie erstmals aus ihrem Leben: von ihrer ergreifenden Kindheit über die Arbeitslosigkeit bis hin zu ihrer Zeit als gefeierter Bühnenstar. Ihre bewegende Geschichte ist die einer Ausnahme-Künstlerin. Ein Buch, das einen berührt, immer wieder zum Lachen bringt und gerade deshalb Mut macht!


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mit Bildteil
ISBN: 978-3-641-24134-6
Erschienen am  26. November 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ehrlich und unterhaltsam

Von: Eifel Bücherwurm

24.01.2019

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar Preis: € 15,00 [D] Verlag: Heyne Seiten: 288 Format: Paperback Altersempfehlung: keine Angabe Reihe: - Erscheinungsdatum: 26.11.2018 Inhalt: Out of Marzahn – das wahre Leben von Ilka Bessin Pinkfarbener Jogginganzug, eine Blume in der blonden Perücke, dicke Schminke, Berliner Schnauze – und langzeitarbeitslos. Das war „Cindy aus Marzahn“, die ab 2005 eine steile Karriere hinlegte. Im Laufe der Jahre wurde ihrer Erschafferin die Rolle jedoch zu eng; sie wollte viel mehr als „Cindy aus Marzahn“ konnte. 2016 war deshalb Schluss, die Kunstfigur ist weg und hat Platz für ihre Erfinderin gemacht: Ilka Bessin. Hier erzählt sie erstmals aus ihrem Leben: von ihrer ergreifenden Kindheit über die Arbeitslosigkeit bis hin zu ihrer Zeit als gefeierter Bühnenstar. Ihre bewegende Geschichte ist die einer Ausnahme-Künstlerin. Ein Buch, das einen berührt, immer wieder zum Lachen bringt und gerade deshalb Mut macht! Design: Klassisch schwarz kommt das Buch daher. Der Betrachter konzentriert sich also direkt auf das Foto der Autorin. Der fette, weiße Titel sprang mir als zweites ins Auge. Die restliche Schrift ist an die Farbgestaltung angepasst. Zeitlos und edel. Von den ganzen Fotografien gefiel mir übrigens das Autorenbild hinten auf der Innenseite des Paperbacks am besten. Eine Kleinigkeit hat mich aber gestört: die vielen verschiedenen Schriftarten. Das ist zu viel Durcheinander, das besonders am Anfang des Buches auffällt. Gefühlt ist jede Seite anders. Das wirkt sehr unruhig. Zum Glück ist der Text einheitlich gestaltet, ansonsten wäre ich beim Lesen immer wieder darüber gestolpert. Meine Meinung: Cindy aus Marzahn war mir nicht unbekannt. Ich habe mehrere ihrer Auftritte im Fernsehen gesehen, Shows verfolgt und schlussendlich habe ich sie auch noch bei "Wetten, dass..." gesehen. Eine Comicerin, die stets polarisierte. Aufgrund meiner Wurzeln im Pott habe ich einen derben Humor. Es darf also auch mal etwas rauher zugehen. Und sie traf oft meinen Geschmack, aber natürlich immer im Bewusstsein, dass die Performance total überspitzt war. Als ich nun las, dass es ein Buch über ihr Leben gibt, wollte ich es direkt lesen. Ich interessiere mich derzeit stark für die Geschichten anderer Menschen. Und ihre hörte sich interessant an, da ich ansonsten nichts von der Person hinter Cindy wusste. Das Buch ist allerdings auch für Leser geeignet, die Cindy nicht kennen. Der Titel könnte nicht besser zum Buch passen. Denn so präsentiert sich Frau Bessin ihren Lesern: unverfälscht und ungekünstelt. Sie nimmt bei Leibe kein Blatt vor den Mund und geht auch mit sich selbst hart ins Gericht. Sie weiß, dass sie Fehler hat, und gibt diese auch zu. Diese Ehrlichkeit hat das Buch besonders für mich gemacht. Das Buch ist in vier Abschnitte unterteilt, die jeweils durch eine graue Seite mit weißer Schrift abgetrennt sind: 1971 - 1987 Kindheit und Jugend in der DDR 1987 - 2005 Ausbildung, Jobs und Hartz IV 2005 - 2016 Von der Talentschmiede zum Broadway 2012 - 2017 Abschied vom Vater und von Cindy Dieses chronologische Vorgehen gefällt mir. Aber sie springt dennoch auch mal in den Abschnitten zeitlich hin und her und streut Anekdoten oder wichtige Hintergrundgeschichten ein. Der gesamte Aufbau des Buches erinnerte mich daher stark an eine Dokumentation aus dem Fernsehen. Ich habe das Buch an einem Nachmittag komplett durchgelesen, das heißt schon was! Das liegt mit Sicherheit auch an dem einfachen, gut zu lesenden Schreibstil. Keine ellenlangen Bandwurmsätze, die tausendfach verschachtelt sind. Das Buch könnte in Auszügen problemlos so auf der Bühne präsentiert werden. Man merkt eben, wo die Autorin ihre Wurzeln hat. Manche Themen werden sehr ausführlich beschrieben, andere werden nur kurz angerissen. Natürlich muss man einen Fokus legen und kann nicht alles detailliert darstellen. Ich hätte mir an manchen Stellen dennoch ein paar weitere Seiten zu bestimmten Punkten gewünscht. Ich wünsche Frau Bessin nur das Beste und danke für diesen ehrlichen Bericht. Auf den letzten Seiten habe ich tatsächlich ein paar Tränen vergossen. Und ich kann bestätigen: das Buch macht Mut. Das Ziel wurde erreicht. Fazit: Authentisch und persönlich. Ein interessantes Buch für zwischendrin. Es hat mir ein paar kleine Lektionen mit auf den Weg gegeben und ich werde es direkt weiterreichen. Für Fans von Cindy eine Pflichtlektüre, für alle anderen ein unterhaltsamer Bericht eines besonderen Lebens. Dafür gibt es von mir vier Sterne.

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Höhen und Tiefen einer Kunstfigur

Von: Der Büchernarr (Frank)

20.12.2018

Cindy aus Marzahn ist nicht mehr. Als schillernde Figur hat sie für ein Jahrzehnt für so manchen Lacher gesorgt. Wenn ich solch schillernde Figuren auf der Bühne sehe, dann kann ich mir nur schwer vorstellen, welchen Weg sie gegangen sind, um schlussendlich dort zu sein, wo sie gerade sind. Ilka Bessin, die Frau hinter dieser Figur, gibt in diesem Buch einen wörtlich gemeinten ungeschminkten Blick auf ihre Karriere. +++ Authentisch +++ Als Zuschauer seh ich die Comedians auf der Bühne, lache über die Witze (oder auch nicht), und nach ihrem Auftritt sind sie aus den Augen, aus dem Sinn. Als Zuschauer seh ich nicht den Menschen, sondern nur den Künstler oder gar die künstlerische Figur, wie eben Cindy aus Marzahn. Welche Sorgen und Ängste ihn begleiten, in welchem Sumpf er sich hinter den Kulissen bewegt, interessiert mich an dieser Stelle nicht. Ich möchte unterhalten werden. Natürlich habe ich eine vage Idee, wie es hätte gewesen sein können. Ilka Bessin macht aus dieser vagen Idee einen Tatsachenbericht. Wie ihre Kindheit verlief, wie ihre Karriere begann und wie die Kunstfigur Cindy geboren wurde. Dabei versprüht sie eine unglaubliche Authentizität, die auch schon Cindy innehatte und gibt einen unverblümten Blick nicht nur hinter die Kulissen, sondern auch in ihr Innerstes. +++ Emotional +++ Das Buch hat bei mir einen Eindruck hinterlassen, dass Ilka Bessin nicht nur authentisch über ihr Leben redet, sondern auch immer ehrlich. Dabei macht sie auch vor Selbstkritik nicht halt und reflektiert auch über ihre Schattenseiten, wenn sie ihr “pinkfarbenes Superwoman-Kostüm” angezogen hatte. Ich würde ja jetzt gern schreiben, dass Ilka Bessin mit Cindy aufgehört hat, als es am schönsten war. Aber diese Passage im Buch liest sich überhaupt nicht so, als dass das Wort “schön” passend wäre. Hoch emotional schildert sie, wie sie nicht nur von der Kunstfigur Abschied nehmen musste, sondern auch von ihrem Vater, der an Demenz erkrankte. Sicherlich gehört ihr der größte Respekt, dass sie Cindy in den Pappkarton gelegt hat, als diese Kunstfigur an ihrem Höhepunkt angelangt war. +++ Fazit +++ Ich gehöre sicherlich nicht nur den eingefleischten Fans von Cindy aus Marzahn. Der muss man aber auch gar nicht sein, um sich von diesem Buch angesprochen zu fühlen. Der Leser muss diese Kunstfigur noch nicht mal kennen. Ilka Bessin erzählt sehr authentisch, ehrlich und emotional von ihren Höhen und Tiefen und gibt dadurch einen Blick auf unsere Gesellschaft, wie ihn sicherlich nur wenige kennen. Somit ist das Buch sicherlich für ein breites Lesepublikum interessant, das einen Blick hinter die Kulisse und in das Innerste einer Künstlerin werfen möchte, den Ilka Bessin im wahrsten Sinne des Wortes ungeschmickt gewährt.

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Vita

Ilka Bessin, 1971 in Luckenwalde in Brandenburg geboren, machte eine Ausbildung zur Köchin, arbeitete als Kellnerin, Hotelfachfrau und Animateurin und war vier Jahre lang arbeitslos. Anfang der 2000er-Jahre entwickelte sie die Bühnenfigur „Cindy aus Marzahn“, eine übergewichtige Langzeitarbeitslose aus Berlin-Marzahn mit einer Vorliebe für pinkfarbene Kleidung, und wurde damit zu einer der erfolgreichsten Komikerinnen Deutschlands. 2016 gab sie die Kunstfigur auf und startete neu durch – als sie selbst: Sie hat ein eigenes Modelabel, engagiert sich für sozial benachteiligte Familien und geht ab 2019 erstmals mit ihrem neuen Programm als Ilka Bessin auf Tour. Sie lebt in Berlin.

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