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Ænglisch Prosa

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-16012-8

Erschienen: 30.03.2015
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Aus dem Nachlass der großen Lyrikerin

Im August 2000 brach Sarah Kirsch mit ihrem Sohn zu einer Reise nach Cornwall und Devon auf, das Tagebuch immer parat – auf dem dänischen Schiff bei freundlichem Wetter über die Nordsee reisend, bei Quartiersuche in Penzance, »früher Heimat der Sardinen, dann Eldorado der Maler«, auf Spaziergängen, wo sie vom Wechselspiel der Farben über der See fasziniert ist: »silberweißes Spitzengrau wie für Herrn Turner, später das Meer schwarzer Lack«. Zu Fuß geht es auf die Insel St. Michael’s Mount, durch das Rosamunde-Pilcher-Land mit »verzauberte kleene Häuserken und gloriose Gärten« jagt der Zug über Salzwiesen bis nach Torquay.

Die sprachliche Raffinesse, die einzigartigen Naturbeschreibungen und der scharfe Blick Sarah Kirschs machen ihre Reisebeobachtungen zu einem literarischen Kleinod. Einmal mehr zeigt sich das Vermögen der großen Lyrikerin, die sie umgebende Welt mit ihrer kraftvollen Bildsprache in Poesie zu verwandeln.

"Eine Klassikerin zu Lebzeiten" Zum Sarah Kirsch-Special

"Cornwall, Fischbrötchen und Tee" - deutschlandfunk.de

Pressestimmen zu ihrem letzten Prosaband "Juninovember" (2014)

Sarah Kirsch (Autorin)

Sarah Kirsch (1935-2013), geboren in Limlingerode am Harz, studierte Biologie und Literatur und lebte bis zu ihrer Ausbürgerung 1977 im Osten Berlins, siedelte dann in den Westen der Stadt über. 1981 zog sie in den Norden Deutschlands, wo sie bis zu ihrem Tod als freie Schriftstellerin und Malerin in Tielenhemme, Schleswig-Holstein, lebte. Für ihr dichterisches Werk wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Georg-Büchner-Preis, dem Jean-Paul-Preis sowie dem Johann-Heinrich-Voß-Preis.

Pressestimmen zu ihrem letzten Prosaband "Juninovember" (2014)

»Drei Gründe, die dieses Buch zu einer Empfehlung machen: die sprachliche Raffinesse, die literatur- und zeitgeschichtlichen Beobachtungen und [...] die einzigartigen Naturbetrachtungen.«

WDR 3 - Mosaik, 31.03.2014

»Man wird diese Stimme in der deutschen Literatur vermissen. In den Zeilen dieses Bandes werden ihre späten Jahre noch einmal lebendig.«

Passauer Neue Presse, 26.02.2014

"Kirsch verführte auch Nichtleser und zeigte ihnen eine Sprache, die Bäume und Zäune beschreibt und gleichzeitig weitläufige poetische Räume eröffnet."

Frankfurter Rundschau

»In wenigen Sätzen erzeugt Sarah Kirsch ein Bild [...]. Das ist raffiniert. Es beweist die Kraft der Dichterin, eine derartige Imagination zu erzeugen.«

Thüringer Allgemeine, 11.04.2015

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mit Abb.

ISBN: 978-3-641-16012-8

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Belletristik

Erschienen: 30.03.2015

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Buch der Woche - AEnglisch von Sarah Kirsch

Von: Susanne Becker Datum: 22.06.2016

lobedentag.blogspot.de/

"Wunderbar als early birds beim Italiener nahe am Hafen britisches Rind gegessen. sehr gut isses gewesen. Im schönen Licht retour. Sonnenfinger durch Wolkenlöcher. Jeden Tag mindestens 7 km geloofen. Bin bei 54 Kilo Gewicht, wenn die Waage hier stimmt."

Das Reisetagebuch AEnglisch von Sarah Kirsch, in dem diese über eine Reise nach Cornwall und Devon berichtet, die sie im Jahre 2000 mit ihrem Sohn Moritz unternommen hat, ist eine leichte und beschwingende Lektüre. Ich möchte jetzt auch sofort Cornwall und Devon bereisen, zum Beispiel in St. Ives das Atelier von Barbara Hepworth besuchen, das auch in meinem Buch Meine hippe Hütte aus dem Knesebeck Verlag so verlockend beschrieben wird. Man möchte England einmal bereisen und sich an der Exzentrizität der Engländer laben, die sprichwörtlich und bekannt ist, die von Sarah Kirsch im schmalen Buch immer wieder bestätigt wird. Da fahren Züge früher ab, weil voll, und in Hotels gibt es keinen Stuhl aber eine nackte Glühbirne als Lampe. Sarah Kirsch lässt sich von all dem nicht aus der Ruhe bringen. Vielmehr scheint man bei der Lektüre Zeugin zu sein des Prozesses, in welchem sie sich die Eindrücke genießerisch einverleibt, um daraus später Worte zu gebären. Ich mag das Buch, weil ich gerne Tagebücher lese und dieses in vieler Hinsicht originell ist. Niemand schreibt wie Sarah Kirsch. Wie Sarah Kirsch schreibt, kann ich eigentlich gar nicht beurteilen, denn dies ist mein erstes Buch von ihr. Aber ich lese es und glaube, sofort einen Teil dieser Schriftstellerin, die eine der großen deutschen Lyrikerinnen ist, zu begreifen. Ihren Humor und ihre Eigenart, die etwas burschikoses hat, fast schnodderig, lebensfroh und neugierig, jemand, der sich auf gar keinen Fall für dumm verkaufen lässt und die Schönheit Cornwalls zu schätzen weiß, ohne dabei Pilcher-mäßig enthemmt zu schwärmen. Da ist so eine unprätentiöse,berlinerische Schlauheit in jedem Tagebucheintrag, eine Ehrlichkeit, die es nicht nötig hat, sich hinter der Maske der Schickeria, der Kulturtätigen, der Berühmten, die sie damals längst war, zu produzieren. Landschaftsbeschreibungen folgen solchen von Momenten der Ruhe im Hotelzimmer, wo sie sich selbst ihren Koffie zubereiten kann, was sie freut und sehr genießt, Besichtigungen, Spaziergänge, creamed tea sessions im einen oder anderen Café, Regen und Sonne, "Später sind wir noch uff zwei Leuchttürme gestiegen mit allerlei maritimem Kram. Auf dem kleinen durfte man draußen sich vom Winde umarmen lassen. In dem großen gab es eine umfangreiche Radio-Sammlung...Ich fand so ein Radio-Modell, wie ich es aus meiner frühesten Kindheit noch kenne. Das im letzten Kriegsjahr aber abgegeben weerden mußte. Weshalb weeß der Kuckuck! Kann mir das jemand sagen?"
Angereichert wird der kleine Band aus der Deutschen Verlags Anstalt durch Fotos und Faksimile-Seiten aus dem Original-Tagebuch. Eine wirklich lohnenswerte Lektüre, nicht nur für jene, die es nach Cornwall zieht.

(c) Susanne Becker

Literarische "Akwareller"

Von: Thomas Lawall Datum: 25.04.2016

www.querblatt.com

Wer einen ausgedehnten Urlaub in England verbringt, verlernt das Staunen und Wundern in keinem Fall. Beispielsweise in einem Hotel in Harwich, welches noch zu jenen Etablissements gehört, die sich mit einer "nackten Glühbirne als einziger Lichtquelle" auszukommen begnügen.

Man ist gut beraten, Abfahrtszeiten von öffentlichen Verkehrsmitteln nicht allzu ernst zu nehmen. Deutsche Pünktlichkeit zahlt sich nicht aus. Kommt der Zug nicht, hat er womöglich keine Verspätung, sondern ist schon abgefahren, "weil diese exzentrischen Briten mal wieder Zugverfrühung machten".

Sarah Kirsch konnte dies nicht aus der Ruhe bringen. Zumal sie dieses Phänomen bereits während früherer Reisen studierte. "Sagen die sich: voll ist es, fahren wir los. Sind wir auf jeden Fall pünktlich am Ziel."

Immer wieder bewunderte sie die "Exzentrizität der hiesigen Menscher". An einem Fahrkartenschalter war es "great und einfach irre", da ein Ticketverkäufer aus seiner Begeisterung für seinen Beruf keinen Hehl machte und ein "Riesentheater" veranstaltete. Ganz anders, wenn Landsleute auftauchen. Dann kann es schon einmal ernst werden. "Im Hotel gibt es anscheinend Menscher aus München. Muß man auf Tauchstation gehen."

Der Zauber jener Tagebuchaufzeichnungen, wie auch in "Märzveilchen" und "Juninovember" liegt im Detail. Atlantik- und Kanalwetter setzen eine gewisse Toleranz und reichlich Humor voraus, zumindest aber "ne kleene Regenhaut". Vom schönem Wetter sollte man sich keinesfalls täuschen lassen. "Und gleich haben sie wieder alles bewölkt."

Und immer wieder die scharfsinnig beobachtete Natur, der sie ihr Leben lang zutiefst verbunden war. Jeden einzelnen Baum, jeden Busch und jede Blume mag sie aufzählen und Beachtung schenken. Die Farben des Meeres faszinieren sie, ob "silberweißes Spitzengrau" oder "schwarzer Lack". Und wenn sie "Fregattvögel" über die See fliegen sieht, kennt ihre Faszination keine Grenzen mehr: "... so haut es mir nahezu um. Weeß ooch nicht weshalb."

So war das in England, vor 15 Jahren, als Sarah Kirsch mit ihrem Sohn die große Insel bereiste. Heute mag vieles anders sein, doch durch ihre Augen betrachtet, sah die Welt schon immer etwas anders aus. So wie sie eben ist, original, unverfälscht und auf den Punkt gebracht. Kostbare Momentaufnahmen aus Wortgemälden - literarische "Akwareller" wenn man so will.

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