Alexandra

Thriller

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Zwölf Jahre ist es her, dass die junge Künstlerin Alexandra und Marc geheiratet haben. Seitdem ist sie eine liebende Ehefrau und Mutter zweier Töchter. Bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Die Polizei findet nur ihre blutige Kleidung am Flussufer, und plötzlich wird aus der Vermisstensuche eine Mordermittlung. Doch Alexandra lebt. Weit weg von ihren Lieben wird sie gegen ihren Willen festgehalten. Verzweifelt muss sie auf Videos mitansehen, wie sich ihre Familie quält. Marc ist außer sich. Auf eigene Faust begibt er sich auf die Suche nach seiner Frau. Und die Geheimnisse, die er ans Licht bringt, machen eines deutlich: Niemand kennt Alexandra wirklich, nicht einmal er.

»Klingt nicht besonders neu. Bringt aber Schwung ins Genre. Das Debüt der Theaterwissenschaftlerin Natasha Bell thematisiert Mutterrolle, Ehrgeiz, Aufopferung.«

KURIER (A) (01. März 2019)

Aus dem Englischen von Pauline Kurbasik
Originaltitel: Exhibit Alexandra
Originalverlag: Michael Joseph
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-21067-0
Erschienen am  04. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Welche Rolle spiele ich in meinem Leben?

Von: Morgenschnecke

17.03.2019

Alexandra, Künstlerin, Ehefrau und Mutter aus einer beschaulichen Kleinstadt in England, ist verschwunden. Ihr Ehemann und die beiden Töchter, sowie alle Freunde sind am Boden zerstört. Als ihre blutigen Sachen am Flussufer gefunden werden, sucht die Polizei eigentlich nur noch ihre Leiche. Doch Alexandra lebt, das erfährt der Leser von ihr selbst. Sie wird von jemandem, der nicht näher beschrieben wird, gefangen gehalten. Über Monate hinweg erzählt sie uns nicht nur wie das Leben ihres Mannes ohne sie weitergeht, sondern auch Episoden aus der Vergangenheit. Wie sich das Paar vor 12 Jahren kennengelernt hat, wie der Familienalltag war. Die Spannung entsteht, weil man als Leser hofft den Grund für ihr Verschwinden selbst herauszufinden. Angenehm verwirrend fand ich den Schreibstil. Alexandra erzählt die ganze Geschichte, sagt jedoch auch, daß sie lediglich raten kann was passiert ist. Sagt sie die Wahrheit? Sind die Ereignisse lediglich Wunschvorstehlungen? Dieses Buch ist wirklich schwer zu beschreiben. Fast alles, worüber ich hier gerne schreiben möchte, würde so viel von der Story vorwegnehmen, daß es allen anderen den größten Spaß nur vermiesen würde. Ich fand die Geschichte unglaublich spannend, die geheimnisvolle, scheinbar allwissende Erzählerin und Protagonistin war mir zwar am Ende keinesfalls sympathisch, trotzdem hat mich ihre Geschichte und ihre Weltansicht mitgerissen. Ich denke, daß dieses Buch zu den Romanen gehört, die mit Sicherheit polarisieren werden. Es ist einfach Alexandra am Ende für ihre Taten zu verachten, trotzdem ist die Story es wert, etwas länger über Themen wie Moral und Freiheit in der Kunst, Ansicht der Frau in der Gesellschaft, „regretting motherhood“ (zu deutsch: Bedauern der Mutterschaft), Ehe und Beziehungen nachzudenken. Letztendlich, und dies war für mich das stärkste Thema, geht es um Lebenskonzepte und Wege. An mindestens einem Punkt in seinem Leben muss sich jeder die Frage stellen, wie möchte ich leben, welchen Weg werde ich einschlagen und was muss ich eventuell opfern. Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen, und ich glaube, dass Alexandra ein Buch ist, welches uns dies ganz deutlich vor Augen führt. Natasha Bell, die, wie sie selbst sagt, an diesem Buch über acht Jahre gearbeitet hat, hat hier einen starken Thriller abgeliefert, den ich nur weiterempfehlen kann.

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Psychologisch raffinierter Thriller

Von: Recensio Online

16.03.2019

Selten hat mich eine Protagonstin derart abgestoßen und trotzdem unglaublich fasziniert wie Alexandra. Sie ist taff, wirkt unmoralisch, arrogant, ziemlich crazy und würde über Leichen gehen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dennoch - oder gerade deswegen - strahlt sie Authentizität und Selbstbewusstsein aus. Natasha Bell schafft es mühelos, den ambivalenten Charakter ihrer Schlüsselfigur darzustellen. Und zwar so realistisch, dass man trotz der Aversion ihr gegenüber eine Verbindung herstellen kann. Das lässt den Leser zwar nicht gänzlich hinter die Fassade blicken, vermittelt jedoch ein gutes Bild darüber, wie die innere Haltung eines Menschen sein kann - die in diesem Fall wahrscheinlich nicht mit der eigenen konform geht. Es ist die Faszination des Bösen, die an das Buch fesselt, und sicherlich auch die Bedeutung von Wahnsinn. Denn das ist Alexandra meiner Meinung nach: wahnsinnig. Im starken Kontrast dazu bekommt der Leser es mit ihrem Ehemann Marc zu tun, der sich allein um die Kinder und den Haushalt kümmern muss, nachdem Alexandra spurlos verschwunden ist. Ich konnte die gewaltigen Emotionen nachempfinden, denen man erlegen ist, wenn man nicht weiß, ob die eigene Frau noch lebt oder längst tot ist. Diese quälende Ungewissheit raubt Marc den Verstand. Zeitgleich bemüht er sich, die Hoffnung aufrecht zu erhalten, dass Alexandra eines Tages wohlbehalten zurückkommt. Selbst dann, als die Polizei den Fall ad acta legt. Doch je mehr Marc versucht, eine Spur zu finden und das Puzzle zusammenzusetzen, desto mehr wird ihm auch klar, dass er seine Frau womöglich gar nicht so gut kennt, wie er dachte. "Der skeptische Teil seines Ichs löste sich von ihm und schwebte unsichtbar unter der Zimmerdecke, blickte auf ihn herab und verspottete seine armselige, hoffnungsvolle Ernsthaftigkeit." (Zitat Seite 23/24) "Jemand hat sie gesehen, mit ihr gesprochen oder sie mitgenommen. Mir ist egal, was Sie getan haben, ich will meine Frau einfach nur zurück." (Zitat Seite 117) Das Netz aus Lügen und Geheimnissen ist so fein gestrickt, dass man der Autorin immer wieder in die Falle tritt und nur über Irrwege zum Ziel gelangt. An einigen Stellen wirkt es so, als würde Natasha Bell abdriften, zu weit ausholen, aber manche Dinge brauchen etwas mehr Zeit, um zu reifen. Letztendlich wurde der Raum geschaffen, der nötig ist, damit die unterschiedlichen Eindrücke und Wahrnehmungen sich gänzlich entfalten können, denn diese machen den Plot im Wesentlichen aus. Der Thriller punktet primär mit psychologischen und emotionalen Aspekten und verzichtet dabei auf genre-typisches Blutvergießen und Brutalität. "Er hielt mich am Boden fest, drückte mir das Knie in den Magen. Ich konnte seinen süßen und wohlbekannten Schweiß riechen. [...] Er wollte, dass ich seine ganze Kraft fühlte, mir meines Rangs bewusst wurde." (Zitat Seite 126) Kaum zu glauben, dass es sich hierbei um das Debüt der Autorin handelt. Vor allem das Ende hat mich innerlich völlig zerrissen. Ich war wütend, fassungslos, nachdenklich, durcheinander. Persönliches Fazit: Ein beeindruckender Thriller mit überraschenden Wendungen, einer ungewöhnlichen Protagonistin und psychologisch raffinierten Handlungssträngen. Bestens geeignet für Leserinnen und Leser, die auf Nervenkitzel und temporeiche Spannung setzen.

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Vita

Natasha Bell ist in Somerset aufgewachsen und hat Englische Literatur an der Universität von York studiert. Sie hat außerdem einen Master in Creative Writing von der Goldsmith University London. Die Autorin lebt im Südosten von London.

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