Alles was glänzt

Roman

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Marie Gamillscheg nimmt den Leser mit in eine allmählich verschwindende Welt. Vielstimmig und untergründig erzählt ihr Debüt von einer kleinen Schicksalsgemeinschaft im Schatten eines großen Bergs und vom Glanz des Untergangs wie des Neubeginns.

Tief in den Stollen des alten Bergwerks tut sich was – und alle im Dorf können es spüren. Die Wirtin Susa zum Beispiel, wenn sie im „Espresso“ nachts die Pumpen von den Ketchup-Eimern schraubt. Oder der alte Wenisch, ihr letzter Stammgast. Sogar der Bürgermeister, wenn er nicht gerade auf Kur ist. Zuallererst aber hat es der schweigsame Martin gespürt, bis er dann eines Morgens die Kontrolle über sein Auto verlor. Es ist, als würde der Berg zittern, als könne er jeden Augenblick in sich zusammenbrechen. Für die junge Teresa und den Neuankömmling Merih ist die Sache klar: Sie will sich endlich absetzen aus dem maroden Ort, er hingegen sucht einen Neuanfang - ausgerechnet hier.

»Zu Recht gilt Gamillscheg als eine der aufregendsten jungen Stimmen der deutschsprachigen Literatur.«

Britta Schmeis / SPIEGEL ONLINE (29. März 2018)

eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-21559-0
Erschienen am  19. März 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Eine starke, authentische Beschreibung eines steirischen Dorfes

Von: books.books.travel

23.11.2019

Der Inhalt des Romans ist schnell zusammengefasst, denn es ist eines jener Bücher, das auch ohne, dass viel passiert, glänzt (ha!). Wir befinden uns in einem österreichischen Dorf, am Fuße eines Erzbergs gelegen. Wo früher das Bergwerk florierte, herrscht heute Stillstand, ein Harren der Dinge, die da kommen: Der Berg würde bald einstürzen, hatte vor einigen Jahren ein Journalist prophezeit. Und dann stirbt Martin, ein junger Mann aus dem Dorf, bei einem Autounfall. Fast gleichzeitig kommt Merih neu in die Gemeinschaft: ein Regionalmanager, der einiges umkrempeln möchte. Die Beschreibung der Dorfbewohner, der Umgebung, der Schicksale, ist hervorragend, und ich muss es wissen: Ich habe als "Piefke" einige Jahre genau dort gewohnt. Ohne zu wissen, welchen Namen der Ort trägt, den die Autorin (die aus Graz kommt, und auch ich habe in der Steiermark gelebt) im Kopf hatte; das spielt keine Rolle: Ich weiß genau, wie es sich anfühlt, auf dem Hauptplatz dort zu stehen. Ich weiß, wie die letzte Dorfkneipe aussieht, kenne den alternden Stammgast dort, weiß um die Rolle des Schichtturms, wie sehr sich manche wegwünschen, welche Resignation bei denen herrscht, die bleiben. Wie sie sich abgehängt fühlen. Wie lange es dauert, in den nächstgelegenen Ort zu kommen, und wie mit Schicksalen, Unfällen und Selbstmorden umgegangen wird. Auf dieser Ebene hat mich das Buch daher voll abgeholt! Inhaltlich ist es ein langsames, ruhiges Buch, und trotzdem alles andere als langweilig. Was mich (und das ist meine ganz persönliche Meinung, kein Fehler des Romans!) ein bisschen gestört hat, sind die Anspielungen darauf, dass da vielleicht noch mehr passiert ist, als der Leser erfährt - ohne, dass diese konkreter werden. So war ich am Ende der Lektüre fast ein bisschen unbefriedigt, aber nur eine Sekunde lang: Dann überwog doch das fast heimische Gefühl und die Lust, auf jeden Fall noch mehr von der Autorin zu lesen!

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Deprimierende Schicksale in einem trostlosen Dorf

Von: Xirxe aus Hannover

26.08.2019

Seitdem ein Journalist dem Bergdorf den Untergang vorhersagte, ging es nur noch bergab. Die Touristen blieben aus, Menschen zogen weg, die Häuser begannen zu verfallen. Die die blieben, halten stur am Bestehenden fest, hoffen auf bessere Zeiten oder warten nur darauf, wegzukommen. Da geschieht ein großes Unglück und zeitgleich kommt Merih, ein Regionalmanager, der einen Anfang machen möchte: für das Dorf und für sich. Im Großen und Ganzen ist dies schon die gesamte Handlung des etwas mehr als 200 Seiten umfassenden Buches. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der einzelnen Bewohner, aus deren Sicht abwechselnd ihre eigene Situation geschildert wird. Alle vereint Resignation, was das Dorf betrifft. Was sie unterscheidet, ist der Umgang damit. Da ist Therese, die unbedingt weg möchte; Wenisch, der darauf hofft, dass seine Tochter mit Familie zu ihm zieht; Susa, die alles so lassen möchte wie es ist. Und Merih, der Neuhinzugekommene, der ebenfalls die Trostlosigkeit sieht, aber auch ein Potential - weshalb er ja hier ist. Ihre Wege kreuzen sich, aber außer Oberflächlichkeiten findet kein Gespräch statt. Marie Gamillscheg erzählt dies in einer sehr speziellen Sprache. Kurze Sätze, mit einem Blick für Kleinigkeiten, sehr detailliert; überdurchschnittlich viele Aufzählungen; Gedanken wechseln sich ab mit Beschreibungen ohne Kennzeichnungen. Anfangs empfand ich diesen Stil als ungewöhnlich und passend für diesen Ort und die Atmosphäre; für dieses Unglück, das sich gleich zu Beginn ereignet. Doch da die Handlung praktisch vor sich hin plätschert, wurde dieser Stil zusehends ermüdend. Die Charaktere waren mir fern, sie kamen mir mit keiner Seite näher und als ich das Buch beendet hatte, verlor ich keinen weiteren Gedanken an die beschriebenen Personen. Wenn es der Autorin gelungen wäre, ihren ProtagonistInnen richtiges Leben einzuhauchen und nicht nur von außen zu betrachten, wäre es wirklich tolles Buch geworden.

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Vita

Marie Gamillscheg, geboren 1992 in Graz. Lebt in Berlin, arbeitet als freie Journalistin u.a. für ZEIT Campus. Veröffentlichungen in zahlreichen literarischen Zeitschriften und Magazinen. Ihr Roman "Alles was glänzt" landete auf der ORF-Bestenliste, wurde für den aspekte Literaturpreis nominiert und mit dem Österreichischen Buchpreis für das beste Debüt 2018 ausgezeichnet.

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Pressestimmen

»Marie Gamillscheg ist Spezialistin für den menschlichen Faktor und die Überzeugungskraft des Details, für Misstöne der Zukunftsmusik und die Wahrheit des Körpers.«

Daniela Strigl / Frankfurter Allgemeine Zeitung (27. Juli 2018)

»Man darf gespannt sein, was diesem glänzenden Debüt folgt.«

»Marie Gamillscheg hat sich in ihrem Debüt als kluge Erzählerin erwiesen, die Stimmungen und Schwingungen einzufangen vermag und große Themen auf leichte Weise präsentiert.«

Irene Binal / ORF Ö1 (15. April 2018)

»In poetischen Bildern fängt sie auf glänzende Weise ein Panorama der Enge ein, das diesen Debütroman zu einem Versprechen für eine ganz große Karriere macht.«

Christoph Hartner / Kronen Zeitung Steiermark (31. März 2018)

»Marie Gamillscheg hat einen großartigen und vielschichtigen Debütroman geschrieben.«

Andreas Gstettner-Brugger / ORF Radio FM4 (27. März 2018)

»Ein glänzendes Debüt.«

WDR 5 Bücher

»Endlich wieder einmal eine Geschichte, die einen nicht gleich los lässt.«

Robert Preis, Kleine Zeitung

»Vielstimmig erzählt Marie Gamillscheg in ihrem Erstling die Geschichte eines maroden Ortes, der seine besten Zeiten hinter sich hat - und trotzdem Lebensraum bleibt.«

Malu Schrader / Börsenblatt (11. Januar 2018)