Am Anfang war Heimat

Auf den Spuren eines deutschen Gefühls

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Heimat als Gedanke und Gefühl.

Wie kommt es, dass ein Mensch sich in Deutschland zu Hause fühlt? Dass er sagt: Hier ist meine Heimat? Die Antwort darauf führt durch die Verschlingungen eines komplizierten Gefühls. Und sie zeigt, was Heimat heute bedeutet und wie man dennoch offen für die Fremde bleiben kann.

Am Faden der Lebensgeschichte seines Vaters erzählt Eberhard Rathgeb von Erfahrungen, die mit dem Tag beginnen, an dem einer auf die Welt kommt. Die individuell sind und dennoch in den Biografien berühmter Künstler und Denker ihren Widerhall finden. Vom Aufwachsen im Kleinen, dort, wo einer Verbundenheit fühlt, von Prägungen, die Seele, Geist und Gemüt erfahren, von Flucht, Exil und Tod, von der Sehnsucht nach einer verlorenen Heimat, von heimatlichen Fantasien und vertrauten Gedanken, von Nähe und Fremde.

Bei der Suche nach der deutschen Heimat und deren Bedeutung für ein Leben helfen unter anderem auch Georg Friedrich Wilhelm Hegel, Martin Heidegger, Ludwig Wittgenstein, Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, Albrecht Dürer, Tilman Riemenschneider, Rahel Varnhagen, Heinrich Heine, Stefan Zweig, ein Wolfsjunge und namenlose Flüchtlinge, die eines Tages im Nachbardorf auftauchen.

"Am Anfang war Heimat ist ... ein irrer Stunt, Heimatbuch, Vaterbuch, Geschichtsbuch in einem ... Manchmal liest sich das alles sentimental, verstiegen und vage, dann wieder geistreich, innig und aufwühlend."


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ISBN: 978-3-641-18328-8
Erschienen am  08. März 2016
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Leserstimmen

Eberhard Rathgeb begibt sich auf die Spuren des deutschen Heimatgefühls

Von: Henning Heske

18.03.2016

Am Anfang stand eine spannende Fragestellung. "Ich wollte wissen, was mit einem geschehen ist, der hier aufwächst und behauptet, in Deutschland liege seine Heimat, was er dabei empfindet und was er darunter versteht und wie es kommt, dass er sich auch in deutscher Kunst, Literatur und zu Hause fühlt", formuliert Eberhard Rathgeb, einst Feuilleton-Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung seine Zielsetzung. Diese Frage erhält in der Zeit der Flüchtlingskrise und dem Bemühen um Integration eine zusätzliche Brisanz, denn sie streift auch den Fragenkomplex einer deutschen Leitkultur (Wie sieht diese aus? Woraus speist sie sich?). Dazu legt Rathgeb keine empirische und auch keine psychologische, sondern eine hermeneutische Studie vor, die er mit sehr persönlichen Erfahrungen aus der Lebensgeschichte seine Vaters durchwirkt. So gesehen ist das vorliegende Buch nach "Schwieriges Glück. Versuch über die Vaterliebe" (2007) sein zweites Vaterbuch. Die besondere persönliche Note dieser lesenswerten Einlassungen begründet sich darin, dass Eberhard Rathgeb 1959 in Buenos Aires geboren wurde und erst als Kind Mitte der Sechzigerjahre nach Deutschland übersiedelte. 1929 entschied sich Rathgebs Großvater Albert, aufgrund der wirtschaftlichen Lage in Deutschland das Land zu verlassen und als Ingenieur einer deutschen Firma für ihre Zweigstelle in Argentinien zu arbeiten. So musste Rathgebs Vater Albrecht in jungen Jahren seine Heimat verlassen. Während der Großvater nie mehr nach Deutschland zurückkehrte, obwohl er lange lebte, verspürte der Vater Heimweh, sodass er zwanzig Jahre nach Kriegsende mit seiner Familie den Heimweg antrat. Und genau das interessiert Rathgeb. Worin begründet sich sich dieses Heimatgefühl. Dazu holt er immer wieder weit aus, bemüht Goethe und Heidegger, Thomas Mann und die deutsche Linde.Und da das Heimatgefühl schwierig zu fassen ist und bei jedem Menschen unterschiedliche Ausprägungen und Erscheinungsformen besitzt, stützt sich Rathgeb immer wieder auf das Verhalten und die Aussagen seines Vaters, um dieses zu deuten. Rathgebs mitnehmender Feuilletonstil kommt diesem Sachbuch mit seinen 384 Seiten sehr zu Gute. Auch wenn nicht jedes Kapitel gleichermaßen interessant erscheint, wirkt die Gedankenführung an keiner Stelle ermüdend. Das Problem ist, dass das Buch romanhafte Züge trägt, aber eigentlich auch ein Sachbuch sein will. Diese Zwitterform ist hinsichtlich der Gesamtkonzeption keine glückliche Entscheidung. Vielleicht hätte Rathgeb zwei Werke daraus machen sollen, einen wirklichen Roman über seine eigene Vergangenheit und die Geschichte seine Vaters sowie ein Sachbuch über die Darstellung des Heimatgefühls bei deutschen Dichtern und Denkern. Im Schlusskapitel kommt Rathgeb, als er seinen fernen Geburtsort Buenos Aires aufsucht, zu der späten Einsicht: "Heimat lebte vom Geist, der Bekanntes suchte, im glücklichen Fall vom Wiedererkennen, von dem Gefühl, das Dasein an einem bestimmten Ort sinnvoll ertragen zu können." Eberhard Rathgeb: Am Anfang war Heimat. Auf den Spuren eines deutschen Gefühls. Blessing Verlag, München 2016. 384 Seiten, gebunden. 22,99 €

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Vita

Eberhard Rathgeb lebt als Schriftsteller in Norddeutschland. Er war Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und ihrer Berliner Sonntagsausgabe. 2013 erhielt er den aspekte-Literaturpreis für seinen Debütroman »Kein Paar wie wir«. 2016 erschien bei Blessing sein viel gelobtes Sachbuch »Am Anfang war Heimat. Auf den Spuren eines deutschen Gefühls«.

Zur AUTORENSEITE

Zitate

"Auch wenn uns längst die Welt Heimat ist, scheint doch etwas ganz Wesentliches zu fehlen. Dieses Buch rührt an diesem Verlust."

"Rathgeb ist ein guter Erzähler, pointiert, auch humorvoll."

"Diese Éducation sentimentale bietet – ihrem Gegenstand gemäß – keine flurbereinigte, systematische Lektüre, sondern ein Thema voller krummer Felder, assoziativer Hecken und essayistischer Haine."

"Rathgebs Spannweite und enormes poetische Vermögen sorgen dafür, dass sein Buch das mit Abstand scharfsinnigste (und einfühlsamste) der neuen Heimatliteratur ist."

Michael Girke, Der Freitag (30. Juni 2016)

"Die Essenz dieses klugen und überzeugenden Buches: Heimat findet vor allem im Kopf statt .. ."

"Sein Buch ist eine lesenswerte Ermutigung, das eigene Heimatgefühl zu erkunden - für das es keine Schablone geben kann, nur Anhaltspunkte."

"Es ist - nehmt alles nur in allem - auch ein gelehrtes mystisches Buch, das diese Mystik aber einzuhegen weiß."

Rupert Neudeck, Info 3 (09. Juni 2016)

"Ein großartiges Buch."

Jürgen Engler, Lesart (13. Juli 2016)

"In brillant geschriebenen, essayartigen Kapiteln präsentiert er große Figuren der deutschen Geistesgeschichte und ihr Verhältnis zur Heimat …"

Die Furche (01. September 2016)

"Mit dem väterlichen Heimweh als Drehscheibe wird der Leser in die Welt der großen Denker geführt."

Mathias I. Sonne, Kristeligt Dagblad (01. September 2016)

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