Am Ende der Zeit

Roman

(4)
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Shannon Moss ist Spezialagentin und Sonderermittlerin. Als sie zum Tatort gerufen wird, an dem die Familie eines Ex-Navy-SEALs ermordet wurde, entdeckt sie schon bald, dass der Exsoldat mit einem streng geheimen Raumfahrtprogramm in Verbindung stand. Aber was war so geheim an Bord des Raumschiffs, dass Moss durch die Zeit reisen muss, um der Spur des Mörders nachzugehen? Wohin ist der Exsoldat verschwunden? Und welches Grauen wartet an den Grenzen der Zeit selbst?


Aus dem Amerikanischen von Friedrich Mader
Originaltitel: The Gone World
Originalverlag: Putnam
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-16282-5
Erschienen am  11. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
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Leserstimmen

Gelungener Mix aus Science Fiction und Kriminalroman

Von: Der Büchernarr Frank

04.05.2019

Wenn in Romanen Zeitreisen auftauchen, dann sind diese oftmals mit den üblichen Zeitparadoxen behaftet. Sweterlitsch umschifft anfangs diese Paradoxen, in dem er Zeitreisen nur in eine mögliche Zukunft zulässt und die Gegenwart in einem Moment, den er Terra firma nennt, fixiert. +++ Zeit +++ Dabei reisen Schiffe lediglich in eine von vielen Möglichkeiten, wie die Zukunft sich entwickeln könnte, wobei jedoch Zeitstränge in die Gegenwart und Vergangenheit zurückreichen. Ein Anknüpfungspunkt für eine amerikanische Organisation, die eine Agentin zur Aufklärung eines Mordes in die Zukunft schickt. Diese Agentin ist gleichzeitig Hauptfigur in diesem Roman und entdeckt während ihrer Ermittlungen, dass das Ende der Welt mit jeder ihrer Reisen näherrückt. Sie stößt auf etwas, das ich zum einen hier nicht preisgeben möchte, um nicht zu viel von der Handlung zu erzählen und zum anderen dann aber doch auf das Zeitparadoxon. Neben einigen anderen Logiklücken, die beinah schon naturgemäß in Zeitreisegeschichten auftauchen. Was ihr allerdings in meinen Augen keinen Abbruch tut. +++ Technik +++ Die Geschichte punktet nämlich durch einen hohen Erzählungswert, eine gut geschilderte Welt, sympathische Charaktere und einen interessanten Erzählstil. Allein, die Idee, die Gegenwart aus Sicht der dritten Person und die Zukunft aus der Ich-Perspektive dazustellen, ist sehr pfiffig. Neben diesen Erzählelementen ist das Buch zwar sehr technisch und gespickt mit Fachausdrücken (wie zum Beispiel dem Quantenschaum oder der Gödel-Kurve), die durchaus bestimmte “reale” Ideen postulieren, auf der anderen Seite dennoch verständlich genug, damit auch Laien nicht in der Geschichte verloren gehen. +++ Fazit +++ Mit persönlich hat dieses Buch sehr zugesagt und es hat mir Spaß gemacht, der Protagonistin durch die möglichen Zeiten zu reisen. In einem gut gelungenen Mix aus Science Fiction und Kriminalroman wird eine sehr unterhaltsame Geschichte erzählt. Dass vielleicht doch die ein oder andere Logiklücke vorhanden ist und die Zeitreiseparadoxen nicht vollständig ausgeräumt werden konnten, tun der Geschichte meines Erachtens keinen Abbruch und ich kann diese bedenkenlos empfehlen.

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Ein Lehrstück über Selbstvernichtung durch Gier

Von: Michael Lehmann-Pape

24.04.2019

Es ist nicht immer und durchgehend einfach, selbst als Leser, vor weniger für die Protagonisten des Science-Fiction Thrillers, genau auseinander zu halten, in welcher Zeit, in welchem „IVF“ und mit welchen Auswirkungen jene Behörde unterwegs ist, für die Shannon Moss ihre Ermittlungen durchführt. Eine Frau, die zu den Pionieren der Reisen in „Tiefenraum“ und „Tiefenzeit“ gehörte. Eine Agentin, die im Anblick des „Terminus“ (das Ende der Menschheit in vielfachen Linien der möglichen Zukunft) sich selbst vielfach begegnet ist. Sogenannte „Echos“, der eigenen Person in einer quantentechnisch möglichen, aber natürlich nicht eindimensional gesicherten Zukunft zu begegnen. Und dabei eines ihrer beiden Beine schon jung verloren hat. „Wir kennen weder den Grund noch den Sinn. Vielleicht gibt es keinen Sinn“. „Aber das hier ist doch bloß eine Version der Zukunft. Nur eine von unendlich vielen Möglichkeiten“. Und doch scheint in allen Varianten der Zukunft das Ende der Menschheit, die Vernichtung des Geistes, unwiderruflich zu kommen. Und gar näher zu kommen, immer weniger Zeit bleibt nach vorne hin, von einer Reise in eine mögliche Zukunft zur nächsten Reise. „Jeder von uns besuchte Zeitverlauf endet mit dem Terminus. Und er kommt näher“. Rasant scheint die Behörde alles dafür zu tun, Auswege zu finden. Doch ist das wirklich so? Wie kommt es denn, dass zunehmend in den Zukunftslinien Geräte und Möglichkeiten auftauchen, die sich nicht natürlich technisch generiert haben können? Wie kommt es, dass plötzlich Spuren eines Erkundungsschiffes auftauchen, dass als völlig verloren galt? Samt einiger Besatzungsmitglieder von damals, die gar nicht in der „Terra Firma“, der feststehenden Zeitlinie der Gegenwart in der „Realität“ des hier und jetzt existieren dürften? Und von denen einer der damaligen „Reisenden“ brutal mitsamt seiner gesamten Familie hingerichtet wird? Samt nun Schlag auf Schlag stattfindender Todesfälle, die alle in irgendeiner Form mit der Mission zusammenzuhängen scheinen. Bis dahin, dass Moss erkennen wird und muss, dass selbst Ereignisse ihrer eigenen Jugend mit all dem zusammenhängen und zudem mehr und mehr irre an sich selbst wird, wer genau sie eigentlich ist, was sich an ihr verändert, mit ihr geschehen sein mag in den vielfachen „Fahrten in die Zukunft“, die sie dienstlich durchführte. Um zu ermitteln, natürlich vorrangig. Denn was könnte besser geeignet sein zur Aufklärung von Verbrechen, als in der Zukunft 20, 30 Jahre später nachzuschauen, ob sich bis dahin wichtige Erkenntnisse über Tat und Täter ergeben haben. Diese Sequenzen über Shannon Moss, über ihre Jugend, das Verhältnis zu ihrer Mutter und vielfache andere Informationen stehen zwar ziemlich Breit und ausführlich in Teilen des Romans, die Neigung wächst im Lauf der Lektüre, hier auch mal zu überblättern, aber andererseits sind in all dem auch immer wieder nützliche Informationen enthalten, die Schritt für Schritt erst das gesamte Bild all dessen ergeben, was an Verbrechen und Bedrohung der Menschheit mehr und mehr drängend im Raume steht. Zudem nehmen die Ereignisse im Lauf der Geschichte durchaus Fahrt auf, Spannung und Tempo sind im zweiten Teil des Werkes gut gesetzt. Dies in Verbindung mit den technischen Möglichkeiten und Erläuterungen, mit den Zielen der „Lösung des Geistes vom Körper“, die manche Wissenschaftler im Buch versuchen, zu finden, bieten eine informative, am Ende in den Grundzügen gar nicht unrealistische Lektüre, wie man sich täuschen kann, wie feste Überzeugungen in die Irre führen können und wie die Gier mancher Beteiligter das ganze Unglück erst heraufbeschwören. Eine empfehlenswerte Lektüre trotz einiger Längen.

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Vita

Thomas Carl Sweterlitsch

Thomas Carl Sweterlitsch hat seinen Master in Literaturwissenschaft und Kulturtheorie an der Carnegie Mellon University gemacht und danach zwölf Jahre in der Carnegie Library gearbeitet. Nach seinem Debütroman Tomorrow & Tomorrow hat er mit Am Ende der Zeit international Bekanntheit erlangt. Er lebt mit Frau und Tochter in Pittsburgh, Pennsylvania.

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