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Amt für Mutmaßungen Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-12521-9

Erschienen: 29.09.2014
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch

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Ein verhängnisvolles Ehedrama – blitzgescheit, hintergründig und berührend

Einst waren sie jung und schön, trunken vor Glück und sorglosem Übermut. Auf den Rausch des Verliebens folgte das gemeinsame Reifen, sich Annähern und Entfernen, sie heirateten, bekamen ein Kind. Ihre Liebesbriefe versahen sie mit dem Absender »Amt für Mutmaßungen«, hatten immer mehr Fragen und weniger Gewissheiten. Denn ganz allmählich, kaum wahrnehmbar, begann sich etwas zu ändern – und plötzlich standen sie am Abgrund.

Bestechend klarsichtig und wunderbar poetisch zeichnet Jenny Offill das Porträt einer jungen Frau in New York, deren Denken um alltägliche Freuden und Sorgen kreist, um Schlafmangel, Treue, die Liebe zu ihrem Mann und ihrer Tochter, sich aber auch davonmacht in die fernen Sphären der Raumfahrt, Meeresforschung und antiken Philosophie. Ein fein schwingendes Gedankenmobile, vergnüglich ausbalanciert mit Zitaten von Kafka, Keats, Einstein und Tipps für die Hausfrau im Jahr 1897.

»Selten hat jemand die Geschichte einer Liebe, die zu zerbrechen droht, so ungewöhnlich erzählt. … Ein kleines Fest, dieses Buch zu lesen.«

Christine Westermann, WDR frauTV

Jenny Offill (Autorin)

Jenny Offill wurde 1968 in Massachusetts geboren und lebt heute in New York. Sie unterrichtet an verschiedenen Universitäten Kreatives Schreiben. Ihr Debütroman "Annas kosmischer Kalender" (1999) wurde für den L. A. Times First Book Award nominiert. Sie schreibt Kurzgeschichten, Kinderbücher, Essays und Artikel u.a. für die Washington Post. "Amt für Mutmaßungen", ihr zweiter Roman, wurde mit dem Ellen Levine Award ausgezeichnet und von der New York Times unter die zehn besten Bücher des Jahres 2014 gewählt. Er war in der Auswahl für den hochdotierten Folio Prize for Fiction 2015, den International Dublin Literary Award 2016 und den PEN/Faulkner Award for Fiction 2015.


Melanie Walz (Übersetzerin)

Melanie Walz, geboren 1953 in Essen, wurde 1999 mit dem "Zuger Übersetzer-Stipendium", 2001 mit dem "Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis" und 2015 mit dem Übersetzerpreis der Stadt München ausgezeichnet. Sie ist die Übersetzerin von u. a. Antonia Byatt, John Cooper-Powys, Lawrence Norfolk.

»Selten hat jemand die Geschichte einer Liebe, die zu zerbrechen droht, so ungewöhnlich erzählt. … Ein kleines Fest, dieses Buch zu lesen.«

Christine Westermann, WDR frauTV

»Offill formuliert mit dem Skalpell, zugleich mit einem ausgeprägten Sinn für Nuancen, Schattierungen, feinste Modulationen. ... Die Wucht dieses Buches entfaltet sich in seinem unhysterischen Realismus.«

Ijoma Mangold, DIE ZEIT (27.11.2014)

"Jenny Offills Roman 'Amt für Mutmaßungen' hat mir wahnsinnig gut gefallen; richtig klasse!"

Doris Dörrie

"Ich konnte einfach nicht mit Lesen aufhören. Offills Roman ist fesselnd, intensiv und präzise."

Elizabeth Strout

"Eine zutiefst berührende Geschichte über verlorene Liebe."

The New York Times (29.01.2014)

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Aus dem Englischen von Melanie Walz
Originaltitel: The department of speculation
Originalverlag: Knopf

eBook (epub), ca. 250 Seiten, 12,5 x 20,0 cm

ISBN: 978-3-641-12521-9

€ 7,99 [D] | CHF 9,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Belletristik

Erschienen: 29.09.2014

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Taschenbuch)

In der Kürze liegt die Würze!

Von: RainReads Datum: 22.05.2017

https://rainreads.wordpress.com/

In die kurzen „Handlungsabschnitte“ (die wirken wie kurze Tagebucheinträge) sind scheinbar unzusammenhängende Gedanken und „Fun-Facts“ (die sie selbst auch nicht wirklich lustig findet) eingebunden. Der bissige Humor der Protagonistin hat mir besonders gut gefallen – einige Gedanken hätten auch von mir sein können.

Zugegebenermaßen ist der Stil zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Anfangs war ich ziemlich irritiert von diesem Schreibstil, da ich eigentlich mit einer „normalen“ Geschichte gerechnet hatte. Doch jetzt bin ich froh, dass Jenny Offill genau diesen Stil gewählt hat. Durch diese Erzählweise erhält die Geschichte ein flottes Tempo, das durch diverse Einstreuungen doch zum Nachdenken anregt.
Es ist auch überhaupt nicht „schlimm“, dass man den Hauptcharakter nur durch persönliche Gedanken und Erinnerungen kennenlernt. Dadurch, dass man weder ein Gesicht noch einen Namen hat, wird die Geschichte irgendwie allgemeingültig und es fiel mir leichter, mich in die Person hineinzuversetzen.

Auch hatte ich anfangs die Befürchtung, dass durch diese „Stückelung“ kein vollständiger Handlungsstrang entsteht, aber weit gefehlt! Die Geschichte schreitet nachvollziehbar voran und erzählt eine sehr persönliche Lebensgeschichte.

Eine Frau. Ein Mann. Eine Geschichte.

Von: wortesammlerin Datum: 21.05.2017

www.wortesammlerin.wordpress.com

Eine Frau. Ein Mann. Eine Geschichte.

Sehr simpel und pur erzählt Jenny Offill die Geschichte der Liebe, wie sie beginnen und enden kann. Es geht um sie, die eigentlich Kunstegomanin werden wollte, sich dann aber verliebte und ein Leben mit einem Mann aufbaute, der sie sich besonders fühlen ließ. Mit den wunderbarsten Worten beginnt alles, steigert sich zum Höhepunkt und zerfällt, ganz langsam, fast liebevoll.

Wie besonders Offill hier schreibt, kann ich kaum in Worte fassen. Puristisch und ehrlich, das trifft es am ehesten, kann es aber nicht einheitlich beschreiben. Sie spricht von Wärme und Geborgenheit sehr gekonnt und kreativ, dieses Kribbeln, wenn man weiß, das ist es. Sie trifft die wichtigen Punkte, hält alles strikt voneinander getrennt und schreibt gleichzeitig warmherzig und kaltblütig. Der Tod ist bei ihr auf gleichem Rang wie die Geburt, beides bleibt ein großes Ereignis, das Einschnitte in das Leben bedeuten, in mehr Punkten unterscheidet sie nicht. Sie belebt ihre Figuren mit so viel Realität und Wunschträumen, dass es kaum möglich scheint, dass nicht jeder sich eins mit ihnen fühlt.

Jenny Offill, die mir vorher nicht einmal ein Begriff war, hat sich mit ihren knapp hundertfünfzig Seiten in mein Gedächtnis geschrieben. Die Schmerzen, die sie beschreibt, das Leid, das so nahe bei der Freude liegt, die uns in die Luft springen lässt, voller Enthusiasmus und Lebensfreude, all diese Gefühle verschmelzen mit den Worten und werden über die Seiten an den Leser weitergegeben. Immer wieder erinnert mich die Lektüre an die eines Tagebuches, nicht aufgrund seiner Form, sondern seiner Intimität. Die Frau, namenlos, ist jeder und individuell. Sie schreibt ihr Leben nieder, offen für alle, doch bestimmt für niemanden, als eine einzige Person.

Mit so vielen Stilmitteln, so vielen Metaphern, Bildern und Szenarien, spielt
Offill mit Fantasie und Realität und vermittelt so einfach das Leben einer Familie, die durch Krisen zueinanderstehen und einander auffangen, auch wenn sie selbst geschubst haben. Gedanken werden gedacht, die kaum große Auswirkungen zu haben scheinen, doch in mir etwas zum Klingen gebracht haben.

"Sie denkt bevor sie handelt. Oder eher, sie denkt, statt zu handeln. Ein Charakterfehler, keine Tugend."

Doch nicht nur die Worte und der unglaublich gute Stil zeigen, wie gut Offill kann, was sie tut, auch die herzzerreißende Geschichte, ein Leben auf so wenige Seiten komprimiert, fesselt und begeistert. Sie kann außergewöhnlich gut Inhalte in Bilder fassen und einrahmen, mit so viel Eleganz, dass das Schlechte noch schlechter, das Beste noch besser erscheinen kann, wenn man sich auf sie einlässt. Sie lebt von Sinn, den sie ohne Worte zu vermitteln sucht, den sie, ohne sich bemühen zu müssen, in unseren Köpfen erscheinen lässt. Sie verpflanzt Informationen und Gefühle, die wir miteinander in Einklang zu bringen haben und versetzt uns so noch stärker in ihre Geschichte, bringt uns dazu, diese Frau, von der erzählt wird, zu spüren, all ihre Ängste, Wut, Trauer, Liebe du Vertrautheit. All dieses Gefühlschaos, in uns wie auf den Seiten. Das ist Jenny Offills Begabung.

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